Was Marogal nicht ist

Kein Kampf – In der Vergangenheit kam es immer wieder zu politischen Auseinandersetzungen und Kämpfen. Wir kämpfen nicht. Auf friedlichem Weg haben wir den Kampf zurückgelassen, brauchen jene Gegner und Feindbilder nicht, die ihrerseits von unserer Kaufkraft und unserem Mitwirken abhängen. Es steht jedem frei zu kämpfen oder dies nicht zu tun.

 

Keine Gewalt – Gewalt hat viele Menschen das Leben gekostet, ist weder nötig noch von uns erwünscht. Wir urteilen nicht über die Ausübung von Gewalt.

 

Keine Handlungen gegen Gesetze – In der Vergangenheit haben Menschen für Gerechtigkeit und Gesetze gekämpft. Wir halten uns an Gesetze und „Spielregeln“, bewegen uns im juristischen Rahmen und sind auf jene Gesetze angewiesen. Es ist nicht unser Auftrag, für die Befolgung der Gesetze zu sorgen.

 

Keine „neuen Gesetze“ – Veränderungen und Gestalten von Alltag und Berufspraxis bedürfen immer wieder Gesetzesänderungen. Insgesamt sind bereits alle erforderlichen gesetzlichen Grundlagen gegeben, um Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip umzusetzen. Es ist nicht unser Anliegen, neue Gesetze einzufordern. 

 

Kein Gegenentwurf – In der Vergangenheit war es immer wieder erforderlich, sich gegen Diktaturen und Unrecht zu stellen. Wir entwerfen keine Gegenposition gegen „etwas“, noch tragen wir direkt zur politischen Gestaltung des Alltags bei. Es steht jedem Menschen frei, sich politisch zu engagieren.  

 

Kein Streben nach gemeinsamem Eigentum – In Vergangenheit und Gegenwart kämpfen Menschen für die Abschaffung von Besitz und Eigentum. Insgesamt stehen wir u.a. auch kommunistischen Wegen kritisch gegenüber. Es liegt nicht an uns, über eine Gesellschaft zu urteilen, in der auf der Grundlage des gemeinsamen Eigentums an Produktionsmitteln gemeinschaftlich geplant und produziert wird. 

 

Keine Enteignungen – Neben gemeinschaftlichen Produktionsplänen und dem Streben, Kapitalisten zu enteignen, organisieren sich Millionen von Menschen für die Abschaffung des Kapitalismus und für den Kommunismus. Wir haben begonnen, uns friedlich aus jener Abhängigkeit zu bewegen, die offenbar die Grundlage jenes Kapitalismus darstellt. Stück für Stück wird folglich jener „sogenannte“ Kapitalismus der Vergangenheit angehören. 

 

Keine Zwischenschritte – Unterwegs zum Kommunismus mag für jene der Sozialismus als die Errichtung der politischen Macht der Lohnarbeiter einen Zwischenschritt darstellen. Wir sind weder unterwegs zum Kommunismus noch zu irgendetwas anderem – glauben an keine Zwischenschritte noch sonstigen Ideale. Unser praktischer Ansatz verfolgt keine abstrakten Ziele und Metapläne. Es liegt nicht an uns, über andere Wege zu urteilen.

 

Keine Endziele / Kein weiterer Idealismus – Politische und andere Weltanschauungen mögen einen Plan und einen Endzweck in der Geschichte erkennen. Wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden und setzen jene für die Veränderung notwendigen Schritte um. Es liegt nicht an uns zu beurteilen, ob Marx Hegel vom Himmel auf die Erde gestellt hat. 

 

Keine Ideologie oder Glauben – Ideologien und Glauben haben immer wieder Menschen zu unterschiedlichsten Handlungen beflügelt. Von uns erzielte Veränderungen haben mit Idealvorstellungen und Idealen nichts zu tun, sie sind im Hier und Jetzt – in diesem Leben – erlebbar. Es liegt am einzelnen Mensch, zu glauben und sich Ideologien zu verschreiben. 

 

Keine Glaubenskriege in Vorstellungswelten – Inhalte von Religionen und Weltanschauungen spielen keine Rolle und bleiben unberührt. Vielmehr kann jeder und jede mitmachen und sich für Grundlagen einsetzen, die jene Vielfalten ermöglichen.

 

Keine Aufteilung in Klassen, Rassen und Geschlechter – In der Vergangenheit wurden Klassen-kämpfe ausgerufen. Menschen haben sich in Klassen-, Rassen- und Geschlechterzugehörigkeit im gemeinsamen Kampf verbunden. Unser Ansatz macht nicht an Klassen, Rassen oder Geschlechtergrenzen halt. Alle können teilnehmen. Es liegt am einzelnen Menschen grundlegende Veränderungen zu unterstützen. 

 

Keine neue Ethik, Ästhetik, Moral oder sonstige Vorschriften – Bis in die Gegenwart sind es derartige Werte, die Leben strukturieren. Unser Ansatz hat mit derartigen Dingen nichts zu tun. Es liegt in den Händen einzelner Menschen, gemeinsam Lebensraum unabhängig von determinierenden Strukturen zu betrachten und Erleben in der Situation zu gestalten und zu nutzen. 

 

Keine neuen Werte – In der Gegenwart differenzieren Personen überbrachte Sinnstrukturen weiter aus. Unser Ansatz geht vor die Identifikation in jenen Strukturen zurück, indem grundlegende und wesentliche Zusammenhänge fokussiert werden. Einzelnen Menschen steht der Umgang mit den Sinnstrukturen im Alltag frei.

 

Keine Begrenzung auf den „Markt“ – In der Vergangenheit war es erforderlich, beim Kampf gegen Ungerechtigkeit den Markt als Ausgangsbasis zu wählen. Unser Weg geht über die Grenzen von Marktanalyse hinweg und setzt bei grundlegenden Weichenstellungen an. Die beiden unterschiedlichen Herangehensweisen können nebeneinander Bestand haben und sich zudem ergänzen.   

 

Keine Veränderung realer Handelswege und Tauschprozesse – Immer wieder werden regulierende Eingriffe und juristische Rahmenänderungen auf politischem Wege gefordert. Unser Ansatz ist auf die Beständigkeit des Handlungsrahmens angewiesen, während die Interessen von Mehrheiten und nicht lediglich die Interessen jener „Wenigen“ forciert werden. Es liegt nicht an uns, auf jene regulierenden Einflüsse einzuwirken. 

 

Kein neuer politischer Weg – Politische Prozesse bringen tragfähige, konstruktiv ausgehandelte Rahmenbedingungen hervor. Auf jenen vorangegangenen Errungenschaften der Linken aufbauend, ist unser Ansatz kein (neuer) politischer Ansatz. Entsprechende politische Auseinandersetzung ist erforderlich und erwünscht.

 

Kein Personenkult – In der gegenwärtigen, weltpolitischen Situation stehen Persönlichkeiten und Staatsmänner im Vordergrund. Wir streben jene Ausgangssituation an, in der Menschen gleich behandelt werden und sich entsprechend ihrer Bedürfnisse verstehen. Es liegt nicht an uns zu urteilen, ob einzelne Personen in den Himmel gehoben werden sollten oder nicht. 

 

Keine Schlachten auf politischen Metaebenen – Immer wieder wird die Welt von Machtachsen durchzogen und neu aufgeteilt. Wir möchten die Schattenseite jener Denkweise verdeutlichen, Vorurteile offen legen und jedem Menschen die Chance geben, sich als das zu erleben, was er oder sie ist: Ein wertvoller Mensch unter vielen anderen. Es ist Menschen freigestellt, in Kategorien, Nationen und Parteien zu denken. 

 

Keine Veränderung des Alltags und von Alltagsprozessen – Initiativen kämpfen für weitere Regulierung und Deregulierung des Alltags. Statt auf den Alltag einzuwirken, wollen wir es dem einzelnen Menschen offenstellen, sich aus Abhängigkeiten zu lösen. Es ist nicht unser Auftrag, für Regulierung oder Deregulierung zu sorgen. 

 

Keine pädagogische und psychologische Einflussnahme – Nicht selten wird vielfältigste Einflussnahme von Verbänden und politischen Strömungen gefördert. Unser Ansatz sieht weder Autoritäten noch sonstige Beeinflussungen vor. Wir können über Nutzen und Sinn jener Einflussnahme nicht urteilen.

 

Keine Bewertung – Mit subjektiven und vermeintlich objektiven Bewertungen wird Menschen eine Richtung gezeigt. Mit dem Marogal-Prinzip geht, ohne dass geurteilt wird, keine neue weltliche Bewertung einher. Unser Ansatz gibt Möglichkeiten, alte Muster, Gewohnheiten und festgefahrene Wahrnehmungen aufzulösen. Die Frage nach der Richtigkeit einer inhaltlichen Darstellung spielt keine Rolle.  

 

Keine Reaktion – In der politischen Diskussion zeichnen sich sowohl Opposition als auch oppositionelle Strebungen häufig als Reaktion auf etwas aus. Das Marogal-Prinzip versteht sich weder als politische noch als sonstige Reaktion auf die aktuelle wirtschaftliche Situation bzw. jene wirtschaftliche Gewinnmaximierung. Wir wollen zumindest naheliegendes praktisches Vorgehen offenlegen. Es liegt am Einzelnen zu fragen, warum überhaupt die Gestaltung in den Spielräumen delegiert und an Vertreter abgegeben werden sollte. 

 

Keine Analyse irgendwelcher Ideale – Viele politische und philosophische Ansätze zeichnen sich durch eine spezielle Art zu urteilen und zu denken aus. Unser Ansatz stellt das vorherrschende philosophisch-theologische verankerte Denken in Begriffe als eine, für den Aufbau jener Welt womöglich erforderliche Art neben anderen dar. Wir urteilen weder über Verstand noch über Intellekt.   

 

Kein Verlieren des Selbst in der Welt – Der Aufbau des Abendlandes zeichnet sich durch Auseinandersetzungen in der Welt aus. Inhalt sind weder weltpolitische Themen und innerpolitische Auseinandersetzungen, noch persönliche oder individuelle Konflikte. Insgesamt wird demzufolge nicht weiter in die Richtung einer inhaltlichen Betrachtung analysiert. 

 

Kein Gestalten der Welt – Während die Gestaltung der Welt unentbehrlich ist und das Marogal-Prinzip lediglich mit dem Gestalten der Welt Sinn macht, geht es hier nicht um jenes Gestalten.

 

Keine Rankings und Auflistungen – in der Gegenwart wird versucht, auf die Beurteilung eines Produktes durch gekünstelte Vergleiche einzuwirken. Mitunter wird das Produkt zum Objekt in einer Vorstellungswelt erhoben und ein werbewirksames Image erzeugt. Marogal-Produkte sprechen für sich.

 

Keine Illusionen durch Werbung – Mit dem Kauf eines Produktes kaufen sich Konsumenten in die vorgestellte Welt des Produktes ein. Das Marogal-Prinzip setzt sich für Unabhängigkeit ein. Das Produkt steht nicht weiter für etwas, das Produkt sagt nicht zu, weil es entsprechende Kriterien erfüllt. Der Mensch wird nicht zum Konsumenten, indem er sich den Produkten annähert, sondern wählt das Produkt, das zu ihm passt.

 

Keine Interessenskonflikte – Kleine Interessenskonflikte wird es weiterhin geben, deren Bedeu-tung insgesamt unwichtiger wird. Die Produkte nach dem Marogal-Prinzip bauen auf der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse auf und lassen Streben und jenen Biss in den Hintergrund treten.  

 

Kein Kampf gegen Folgen – Allgemein müssen auch Folgeprobleme behandelt werden. Wir ergänzen derartige Bestrebungen, indem der „Ursprung“ des Leides fokussiert wird. Unabhängig vom Marogal-Prinzip werden weltweit Gewinnmaximierung kritisch in Frage gestellt und die Folgen des Ungleichgewichts bekämpft. 

 

Keine Eingriffe im Alltag – Phänomene und Verhaltensmuster prägen den Alltag und tragen zu Missständen bei. Das Marogal-Prinzip zielt auf die Grundlagen ab, aus denen auch jene Phänomene und Schemata hervorgehen. Es liegt am einzelnen Menschen, sich auch mit jenen Phänomenen und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen.

 

Keine Abhängigkeit annehmen – In der Vergangenheit war es mitunter in Befreiungskriegen notwendig, überhaupt erst einmal eigene Einflüsse auszubauen. Heute muss Abhängigkeit nicht erneut aufgenommen werden. Es müssen keine Geschäfte mit jenen gemacht werden, die vom Ungleichgewicht profitieren. Es ist jedem Menschen freigestellt, das Ungleichgewicht zu bedienen oder es nicht weiter zu unterstützen.   

 

Keine Extrazahlungen an die Reichsten der Reichen – Seit den Anfängen profitieren „die Wenigen“ bei jeglichem Handel und jeglichem Geschäft. Das Marogal-Prinzip steht dafür ein, jegliche grundlegenden Missstände aufzudecken und erstmals tatsächlich durch die Einbeziehung aller Facetten des Handels eine „Ethik der Wirtschaft“ zu etablieren. Jedem Menschen ist es freigestellt, das Ungleichgewicht nicht weiter zu bedienen und mitzumachen.