Drei Säulen

Säule: Struktur und Aufbau des Unternehmens

Alles in Satzung aufgenommen

Jegliche hier dargestellten Regelungen werden in der Satzung des Unternehmens aufgenommen. Die Satzung ist für Außenstehende problemlos und in vollem Umfang einsehbar. Die transparente Geschäftsführung bestätigt, dass Unternehmen und Hersteller der ausgezeichneten Produkte nichts zu verbergen haben. Möglichkeiten der Einsichtnahme und gute Absichten werden unterstrichen. Letztere finden sich in den Inhalten der Satzung wieder und werden in der Praxis gelebt. Mit der Aufnahme der Inhalte in die Satzung sind diese rechtsgültig. Auch in Zukunft sind die Grundsätze nicht veränderbar.  Jegliche getätigten Ein- und Ausgaben sowie die Anlagen der Gewinne werden ebenfalls  offengelegt und sind auch einsehbar. Das Unternehmen demonstriert, dass keine Schlupflöcher und doppelte Buchführung vorliegen.   

 

Adäquate Regelung jeglicher Gehälter

In der Satzung der Unternehmen sind faire Regelungen der Einkommen festgehalten. Dies umfasst insbesondere minimale als auch maximale Einkommensgrenzen.

Unbedingt werden entsprechende Mindestlöhne festgesetzt. Bedingt ist eine Orientierung an politischen und entsprechenden Richtlinien hilfreich. Die Fraglichkeit jener Minimallöhne wird erkannt und entsprechend hinreichende Lohnzahlung umgesetzt. Statt Abhängigkeit und Ausbeutung prägt Gleichheit und Einvernehmen die interne Beziehung. Die Angestellten sind das Unternehmen. Zukünftige Unternehmensphilosophie basiert auf dem Grundsatz, dass jeder adäquat für die Arbeit bezahlt werden soll, die auch tatsächlich erbracht wurde. Bei der Gründung des Unternehmens werden Maximaleinkommen festgelegt. Eine Orientierungshilfe stellen staatliche Einkommensregelungen dar. Überzogene Gehälter, wie beispielsweise jene überzogenen Managergehälter und Entlohnung für einmal und dann nicht wieder erbrachte Leistung – wie beispielsweise beim Umsetzen einer Geschäftsidee –, gehören der Vergangenheit an.

Insgesamt sind Lehr- und Ausbildungszeiten bei der Ermittlung passender Gehälter relevant. Ziel ist es nicht, dass möglichst viele Tätigkeiten von unqualifizierten Angestellten übernommen werden. Sowohl Spezialisten als auch Angestellte, die über Qualifikationen jenseits ihrer aktuellen Tätigkeit verfügen, prägen das in sich schlüssige Bild des Unternehmens.

 

Arbeitsbedingungen

Im Interesse des Unternehmens, d. h. im Interesse der Angestellten, wird für entsprechende Arbeitsbedingungen und angemessene Qualität des Arbeitsplatzes gesorgt. Die Zufriedenheit der Angestellten ist kein quantitativer Faktor in einer Bilanz, sondern Garant für die Qualität des Produktes insgesamt. Als zentraler Strukturfaktor werden die Arbeitsbedingungen in der Satzung fundiert. Die Bedürfnisse des Menschen sind neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten insgesamt die grundlegenden Bedingungen. 

 

Orientierung von Unternehmen

Die Existenz und der Fortbestand eines Unternehmens ist an dessen Wirtschaftlichkeit gebunden. Ist Wirtschaftlichkeit nicht weiter gegeben, kommt es zur Auflösung des Unternehmens. Von riskanten Rettungsversuchen wird abgesehen.

Insgesamt orientiert sich ein Unternehmen primär an Natur- und Menschenfreundlichkeit und insbesondere der Verträglichkeit bzw. Qualität von Produkten. Jene grundlegende Orientierung wird auch in Krisen und Notsituationen weiterhin berücksichtigt und nicht aufgegeben, wenn Wirtschaftlichkeit eingebüßt wird. Wirtschaftliche Interessen werden nicht übergeordnet und Firmen handeln wirtschaftlich. Wenn der Fortbestand von Arbeitsplätzen und die Auszahlung von Gehältern nicht weiter gewährleistet werden können, wird nicht auf Kosten der Menschen und der Natur „ver-wirtschaftet“, sondern das Unternehmen als solches aufgelöst. 

Das Maximieren von Gewinnen stellt keine Notwendigkeit dar. Alternativ und ganzheitlich verstanden ist es längerfristig „lohnenswert“, statt von Prinzipien auszugehen, entsprechend die Bedeutung der Qualität eines Produktes zu erfassen. Qualität entfaltet sich nicht im Kampf mit Konkurrenten, sondern im gegenseitig befruchtenden Austausch. Wenn tatsächlich die Menschen aus der Vorstellungswelt der Werbung und Interessen auf die eigenen Beine und in die Situation gestellt sind, dann wird eine andere Nachfrage von tatsächlichen Anliegen ausgehen. Das Produkt braucht nicht zu etwas gemacht werden. Gemeinsam erarbeiten Unternehmen auch weiterhin effektive Logistiksysteme, die allerdings im Zeichen der Natur- und Menschenfreundlichkeit stehen. Im partnerschaftlichen Verbund haben sich Unternehmen gegen Ausbeutung und fraglichen Produkttransfer – gegen die Spirale aus Preisdumping und allgemeinen Qualitätseinbußen - zusammengeschlossen. 

 

Produkt, Produktion und Vertrieb – das Produkt steht für sich

Das Produkt steht als solches für sich und wird nicht als ein Objekt innerhalb der Werbeindustrie ausgeformt und verändert. Neben der eigentlichen, produktiven Leistung in Produktion und Herstellung fällt dem Vertrieb die zweite Bedeutung zu. Nicht anders als in der Handwerkskunst wird hier in der Produktion der Mehrwert eines Produktes erzielt.  

 

Selbstverständnis und Funktion des Vorstandes

Selbstverständnis und Funktion des Vorstandes bzw. veränderte Tätigkeit und der Aufgabenbereich einer Geschäftsführung prägen die neue Unternehmensphilosophie. Insgesamt werden jene Tätigkeiten an andere Tätigkeiten angepasst. In der veränderten Gesamtsituation zeichnet sich auch diese Facette des Unternehmens durch Transparenz und Einsichtnahme aus. Die Regelung der Einkommen und sonstige Regelungen entsprechen den üblichen allgemeinen Verfahrensweisen des Unternehmens.  Entscheidend ist die Abgabe von Verantwortung. Von Risikoanlagen und Spekulationsgeschäften wird abgesehen. Die Organisation des Unternehmens steht im Dienste des Produktes. Persönliche Interessen spielen keine Rolle. Die einstige Führung des Unternehmens gewährleistet das Zusammenspiel der Handlungs- und Produktionsabläufe. Die Übernahme von Verantwortung begrenzt sich auf die eigene Tätigkeit. Neben Verwaltungs- und Organisationstätigkeiten wird für die notwendige Stabilität der allgemeinen Arbeitsprozesse gesorgt. Logistische Tätigkeiten und Zusammenarbeit mit Abnehmern werden von entsprechend qualifizierten Angestellten durchgeführt. Jene personifizierte Figur eines unabdingbaren Chefs gehört der Vergangenheit an.

Gesellschafter werden für den Aufbau des Unternehmens und den Vollzug der ersten Entwicklungsphasen entsprechend und einmalig entlohnt. Quasi als Angestellte, werden diese entlohnt für tatsächlich erbrachte Arbeitsleistungen. Die Organisation des neuen Unternehmens sieht keine Führungsposition für Gesellschafter vor. Betriebswirtschaftlich ausgebildete Mitarbeiter sind als Angestellte ohne jegliche Sonderstellungen Teil des Unternehmens. Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen jener betriebswirtschaftlich ausgebildeten Mitarbeiter, Gesellschafter oder im Finanzmarkt mit Einfluss auf Finanz- und Wirtschaftsprozesse Tätigen entsprechen jenen Arbeitsbedingungen der tatsächlich produzierenden und real im sozialen Bereich tätigen Angestellten. In der Vielfalt der unterschiedlichen Facetten des Unternehmens wird kein Bereich überbewertet oder abgewertet. Tätigkeiten in logistischen, produzierenden und sozialen Bereichen werden als gleichbedeutend angesehen.    

 

 

Säule: Anlegen der Gewinne 

Anlegen der Gewinne - allgemein

Grundlegend wird der Umgang mit den Gewinnen festgelegt. Die Festlegung findet bei der Gründung des Unternehmens in der Satzung statt. Allgemeine Transparenz und das Offenlegen der Ausgaben sind durch rechtskräftige Satzung gewährleistet. Im Ermessen des Unternehmens liegt es entsprechend soziale Projekte, die Gründung von neuen Unternehmen nach dem Marogal-Produkt und spezielle Ziele finanziell zu fördern. 

 

Soziale Projekte

Entsprechend den Festlegungen des Unternehmens werden soziale Projekte direkt oder indirekt durch die Gewinne gefördert. Direkte Förderung sieht die Gründung von neuen Projekten, Vereinen oder Forschungsprojekten vor. Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip sind möglich. Indirekte Förderung zielt auf die finanzielle Förderung bereits bestehender Projekte ab. Die Reichweite von sekundärer Förderung ist begrenzt. In der Regel werden vergleichbar mit gemeinnützigen GmbHs (gGmbH) staatliche und staatlich/städtische anerkannte Projekte gefördert. Möglicherweise geht eine vermeintliche Entlastung des Staates mitunter mit Kürzungen staatlicher Investitionen einher. Hypothetisch zeichnet sich eine Reduktion bzw. Verschiebung des Ungleichgewichts zugunsten des Staats ab und die tatsächliche Förderung fällt gering aus.

Direkte Investition in unabhängige, konkrete Projekte wirken sich direkt auf den Alltag aus.  Vorgeschmack auf ein Leben jenseits der Abhängigkeit wird umgesetzt. Jenseits der üblichen, quantitativen Maxime ist sozialen, interaktiven und kreativen Möglichkeiten keine Grenze gesetzt. Mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden unabhängige Feste, Veranstaltungen vor Ort und neue Aktivitäten ins Leben gerufen. Menschen erleben, was Leben sein kann. 

 

Fördern von neuen Firmen

Mit den Gewinnen können neue Firmen nach dem Marogal-Prinzip gefördert werden. Insgesamt stellt die Finanzierung einer Neugründung die entscheidende Herausforderung und Hürde dar. Die Neugründung durch die Förderung gestaltet sich hingegen einfach. Mit der Förderung wird die problematische Umsetzungsphase der Geschäftsgründung ermöglicht. Das ausgezeichnete Produkt genießt direkt entsprechende Vorteile. 

Die Finanzierung eines neuen Unternehmens nach dem Marogal-Prinzip vollzieht sich in Phasen. In der Ansparphase trägt das alte Unternehmen entsprechend lange Gewinne zusammen. Die Umsetzung der Neugründungsphase beginnt, wenn die finanziellen Mittel eine problemlose Umsetzung ermöglichen. Von der Planung bis zur Produktion ist das Eingehen von Risiken nicht erforderlich. Verlässlichkeit und Eigenständigkeit des neuen Unternehmens sind gegeben. Das „alte“ und fördernde Unternehmen hat keinerlei Anteile oder Einfluss auf die neue Firma. Während die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip grundlegend gleich fundiert sind, bleiben die Unternehmen unabhängig und wirken in einer unverbindlichen Gemeinschaft zusammen. Auf der Karte aller Unternehmen ist jener Bereich größer geworden, der Abhängigkeit und Ungleichgewicht absagt. Statt wirtschaftlichen Interessen und eines ökonomischen Kalküls erfolgt die Kooperation im lebendigen Gleichgewicht. 

 

Auszeichnungen und Aushängeschilder von Unternehmen

Ein Unternehmen zeichnet sich durch die Festlegungen aus, wie und in welchen Projekten und Bereichen die Gewinne des Unternehmens angelegt werden. Produkt und Festlegung der Gewinne sind die Aushängeschilder eines Unternehmens. Die Umsetzung spezieller Ziele versteht sich nicht als eine politische, sondern als alltägliche Handlung. Durch die praktische und tatsächliche Gestaltung rücken Unternehmen und Menschen im Alltag zusammen. Die gemeinsame Annäherung sind eigentliche Auszeichnungen und Gemeinschaftsprodukt: 

– Förderung von neuen Produkten / Abbau des Ungleichgewichts 

– Ausbau der Arbeitsbedingungen, überdurchschnittliche Gehälter / Wohl der Angestellten 

– Integrationsprojekte / Integration von Minderheiten, Menschen mit Beeinträchtigung

– Erhöhte Lebensbedingungen und Qualität / lokale Projekte werden umgesetzt   

 

 

Säule: Eigenschaften des Produktes / Neue Unabhängigkeit 

Veränderungen als Prozess – Aufbau von Substanz: Die ersten ethischen Grundlagen überhaupt

Das Marogal-Prizip steht für Veränderungen, die als solche Teil eines Veränderungsprozesses sind. Vom Aufbau des ersten Produktes an wird im Gesamtprozess beständig Substanz aufgebaut. Unabhängig von Ländergrenzen und Legislaturperioden erzielt die Umsetzung der tatsächlichen Handlungsalternative längerfristige Wirkungen. Während die substanziellen Veränderungen nicht nur grundlegenden Charakter haben, sondern tatsächlich grundlegend sind, wird der Abbau des Ungleichgewichts legal, friedlich und letztlich unaufhaltsam vorangetragen. Insgesamt wird jene fehlende Facette des Handels in ein Gesamtverständnis von Handel ergänzt, das erstmals durch seine Vollständigkeit überhaupt eine moralisch-ethische Beurteilung zulässt. Bis in die Gegenwart hinein beschränkte sich ethisch-moralisches Denken und Handeln auf einzelne Facetten. Während von Regierungen, Kommissionen und wissenschaftlicher Seite immer wieder ethisch sinnvolle und komplexe Betrachtungen eingefordert und verkündet wurden, bewegten sich die tatsächlichen Ergebnisse in einem Spektrum zwischen ohnehin unvollständigen Analysen von meist sekundären Teilkontexten (Folgen/Ausschnitte) und abstrakt-theoretischen Erklärungsmodellen (abstrakte Theorien). Die Unvollständigkeit bzw. unzureichende Reichweiten der Teilbetrachtungen auf der einen Seite und die Bezugslosigkeit und mangelnde Realitätsnähe der bis zu Philosophisch-Metaphsyischen reichenden Ansätze und Modelle auf der anderen Seite begrenzten realistisches Verständnis und tatsächliche Handlungsmöglichkeiten. Jetzt erst wird ethisch-moralisches Denken und Handeln in lokalen und globalen Kontexten auf den Gesamtkontext bezogen. Erstmals ist ein komplexes und zugleich realistisches Verständnis, Ethik überhaupt erst möglich.  

 

Das Ungleichgewicht wird nicht weiter bedient. Aktuell zeichnet sich die Organisation des kapitalistischen Systems durch entsprechende Geschäftsstrukturen und Handelsabkommen aus. Längerfristig wird nach der Gründungsphase und Etablierung des Produktes konstruktiv grundlegender Einfluss ausgeübt. In dem engmaschigen Netz stellen die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip zunächst noch vereinzelte Inseln dar. Zunehmend verdecken die neuen Handlungsräume immer größere Teile des alten Ungleichgewichts. Die Handlungsräume zeichnen sich durch Unabhängigkeit aus. In den Unternehmen fließen grundlos keine Abgaben und Gewinne an jene Gesellschafter. Derartige Bereicherung wird  ethisch-moralisch als verwerflich markiert und nicht weiter akzeptiert. Während die „befreiten“ Flächen zunehmen, das Fehlverhalten immer mehr der Vergangenheit angehört, verschwinden jene Schandflecken auf dem Globus. Die vom Ungleichgewicht befreite Welt erstrahlt - anders als in idealistischen Vorstellungen - schlicht und einfach in natürlichen Farben. Menschen treten aus den Abhängigkeitsstrukturen.  

 

Keine neuen Abhängigkeiten, keine externe Einflussnahme

A) Selbstbestimmung von Unternehmen

Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip sind unabhängig. Die neuen Unternehmen sind von jenen Unternehmen gänzlich unabhängig, die das neue Unternehmen gefördert haben. Jene Geldgeber und Investoren und sonstigen Förderer haben keinen Einfluss auf das neue Unternehmen. Die Unabhän-gigkeit des Unternehmens, Mitspracherechte und Regelung der Besitzanteile des Förder-Unterneh-mens werden ebenfalls in der Satzung des Unternehmens festgehalten. Künftige Einflussnahme und individuelle Bereicherung werden auch längerfristig verhindert. Die Selbstbestimmung des Unternehmens vollzieht sich in jenem Rahmen, der in der Satzung festgelegt ist. Ein Unternehmen hat die Möglichkeit sich bereit zu erklären, die extern finanzierten Einlagen und anfänglichen Investitionen wiederum zum Aufbau neuer Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip bereit zu stellen.  Jegliche Einflussnahme auf die Gestaltung des Unternehmens ist geregelt. Der Einflussbereich  und Tätigkeit der einzelnen Gesellschafter ist ebenso wie die Festlegung der Gewinne eindeutig definiert und zudem begrenzt. Die Unabhängigkeit von Unternehmen ist sichergestellt. Unter Unabhängigkeit wird primär die Unabhängigkeit von alten Abhängigkeitsstrukturen verstanden. Keineswegs ist Unabhängigkeit eines Unternehmens mit Isolation gleichzusetzen. Kooperation, Austausch und Zusammenarbeit im partnerschaftlichen Verbund sind weder festgelegt noch verbindend oder definiert. Insgesamt sind die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip durch die Einflussnahme gegen das Ungleichgewicht verbunden. Entsprechende Möglichkeiten können genutzt werden. 

 

B) Freier Handel

Freier Handel ist durch die allgemeine wirtschaftliche Handelssituation, wirtschaftlich-politische Einflussnahme und Rahmenbedingungen  bzw. staatliche Regulierung bedingt („Markt“, Handelsabkommen, „Wirtschaftsliberalismus neoliberaler Prägung“, Überregulierung, „Planwirtschaft“ usw.).  Die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens basiert auf der allgemeinen Handelssituation. Für den Fortbestand des Produktes ist dessen Wirtschaftlichkeit erforderlich.  Der politisch-juristische Rahmen ist für die Gestaltung der Produkte, Vertrieb und insbesondere Selbstbestimmung erforderlich. Ein Unternehmen ist dann unabhängig, wenn die Inhalte der Satzungen und die Gestaltung des Unternehmens unabhängig von politischer Einflussnahme festgelegt bzw. vollzogen werden.  

 

Gegen Monopole und Monopolbildung

Monopolbildung bzw. bereits bestehende Monopole stehen individueller Vielfalt, Befriedigung  von menschlichen Bedürfnissen und Qualität der Produkte gegenüber (vgl. Allgemeine Kritik Monopole/Monopolbildung im Kontext der Industrialisierung und Globalisierung).

Die Abnahme der einzelnen Anbieter und der Vielschichtigkeit der Produkte wird kritisch diskutiert.  Die Auseinandersetzung mit Monopolen trägt zugleich zur Frage nach der Qualität eines Produktes bei. Verdeckte Handwerkskünste und ähnliche „Schätze“ werden wieder erkannt und als Inhalte neuer Produktionen wiederbelebt. Individuelle Auswahlmöglichkeiten tragen dazu bei, dass der Mensch jenseits der künstlichen Werbewelten ein Zuhause wiedergewinnt. 

 

Qualität

Das Produkt steht für sich. Möglicherweise als Teil einer kulturellen oder regionalen Praktik oder eines Rituals bestehen entsprechende Bezüge. Die Qualität eines Produktes geht über jene Attraktivität hinaus und stellt sich sowohl im einhergehenden Erleben als auch der erzielten Wirkung ein. Das Produkt ist Teil des Erlebens in der entsprechenden Situation. Aus der Vorstellungswelt auf die Beine gestellt, sagt die erlebte Qualität zu oder nicht. Während sich unterschiedlichste Lernerfahrungen entfalten, fördert die Vielfalt der Menschen eine natürliche Produktvielfalt. Standards und Beeinflussung durch Expertenmeinungen sind ebenso wenig wie jene vermeintliche, durch das Abhaken jener Normwerte berechnete Qualität notwendig. Statt sich an Werbung und den Vorgaben der Produkte zu orientieren, ist es möglich, dass Unternehmen sich tatsächlich als Anbieter ihrer Antworten verstehen. Statt auf Kosten der Qualität des Produktes in Konkurrenz zu treten, sind Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Befruchtung der Anbieter möglich. Eine abgestimmte Auswahl aus qualitativ hochwertigen Produkten verleiht dem Markt eine eigene Qualität. Auch auf der Seite des Handels können Verkäufer zu ihrer Tätigkeit stehen. Die Verkaufssituation gewinnt überhaupt erst Qualität. Während sich in der Kaufsituation die Qualität im Ausprobieren zeigt, erlebt der Mensch die eigentliche Qualität eines Produktes in der Gebrauchssituation.   

 

Regionale Bezüge

Weitsichtige Planung der Produkte geht mit der Verantwortung gegenüber Mensch und Natur einher. Leben in der Region, Bedürfnisse von Menschen und entsprechender Umgang mit der Natur haben Vorrang. Zweitrangig sind überregionale Anliegen und Interessen, die nicht weiter zur Umsetzung wirtschaftlicher Interessen genutzt werden. Weder ein Produkt, noch der Fortbestand eines Produktes basiert auf speziellen Handelsvorzügen. Konsequent und nachhaltig wird Regional- und Kleinhandel gefördert. 

Die Einflussnahme durch die Produktion auf eine Region wird nicht geleugnet, sondern zum Inhalt gemacht. Auch bei der Planung jeglicher Infrastruktur haben Leben in der Region, Bedürfnisse von Menschen und entsprechender Umgang mit der Natur Vorrang. Die Region wird nicht zum Objekt wirtschaftlicher Interessen gemacht. Tatsächlich kooperiert jener partnerschaftliche Verbund der Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip nicht mit den Anbietern der Region, sondern schließt diese in den Verbund ein. Entsprechend wird direkter Austausch mit den Anbietern in der Region Zwischenhandel vorgezogen.

Notwendigerweise wird die Region und auf der anderen Seite der Konsument aufgegriffen. Produkt und Produktion sind relevant und werden zum Inhalt von Projekten. Aufklärend werden fragliche wirtschaftliche Verkaufsstrategien und zudem klassische Marktmechanismen (Saisonware) kritisch dargestellt.     

 

Gegen unmenschlichen Handel

Ein grundlegendes und praktisches Verständnis von Geldvermehrung und Geldanlagen setzt notwendigerweise ein ganzheitliches Verständnis von Handel und Wirtschaft voraus. Ethisch-moralische Grundlagen ergänzen das neue Verständnis von Handel. Erstmals ist ein ethisch-moralisch fundiertes Verständnis möglich. Im Bereich Handel und Wirtschaft werden ethische Missstände behoben und ethisch korrektes Handeln grundlegend etabliert. Vergleichbar mit juristisch-rechtlichen Veränderungen und nachträglichen Anpassungen kommt es zur Fundierung und Etablierung eines allgemeinen, ethisch-moralischen Verständnisses. Während in der Vergangenheit Gewaltverbrechen und jene „Keule in der Steinzeit“ durch die Rechtsprechung als Straftat verstanden und schließlich juristisch sanktioniert und verboten wurden, werden gängige Alltagspraktiken hinterfragt und ethisch-moralisch neu fundiert.  

 

Insbesondere die Fragestellung, inwieweit Geld mit Geld gemacht werden darf, wird weitreichende Änderungen bringen. Betroffen sind insbesondere Spekulationsgeschäfte, der Handel mit Aktien und Wertpapieren sowie Immobiliengeschäfte. Gewinne bei Spekulationsgeschäften, an der Börse, bei Miet- und sonstige Einnahmen, bei Immobiliengeschäften und Gewinne von Unternehmen werden entsprechend neu ausgelegt. Durch die Berücksichtigung aller Facetten des Handels und jeglicher wirtschaftlicher Interaktionen kann erstmals ein grundlegendes Verständnis von Gewinnen und Zinsen erarbeitet werden. 

In der Praxis bzw. im Alltag werden grundlegende Handelsbeziehungen neu diskutiert. Erweiterte Reichweiten und ganzheitliches Verständnis ermöglichen ein fundiertes Verständnis von gängigen Alltagspraktiken. Längerfristig tragen fundierte Argumentationen zum Aufdecken tatsächlich ethisch grundlegender Missstände im Alltag bei.    

 

Ethische Grundlagen und Alltagspraxis: 

Umgang mit Mieten und Gewinnen – „Mit Geld Geld machen“

Die moralisch-ethische Legitimation vom Mieteinnahmen aus Immobiliengeschäften wird hinterfragt. In Abgrenzung zu Nutzungs- und Instandhaltungskosten wird auf eine mögliche, ethisch-moralisch nicht zu begründende Bereicherung verwiesen. Längerfristig wird ein Verständnis von Immobilien als das, was Immobilien nach dem Verständnis von Marogal  eigentlich sind, diskutiert: Raum für Wohnen, Eigenproduktion und Freizeitgestaltung, bezahlbarer Wohnraum für Menschen. Inwieweit der Immobilienmarkt überhaupt ein Raum für Spekulationen und Objektanlagen ist, wird hinterfragt.  

 

Ethische Grundlagen und Alltagspraxis: 

Umgang mit Arbeitskräften -  „Mit der Arbeit von anderen Geld machen“

Die Frage, inwieweit überhaupt Geld durch Arbeitskräfte (die Arbeit anderer) erwirtschaftet werden sollte, wird diskutiert. Die praktische Umsetzung erfolgt durch Abnehmer und Mehrheiten, die sich für ethisch legitimes Verhalten und gegen Missstände entscheiden (Ausbeutung, Ausnutzen).      

 

Tatsächliche Arbeit wird entlohnt

Das Verständnis von fairem Handel schließt darüber hinaus Produktion und Herstellung der Produkte ein. Jenseits von Ausbeutung und ungleichen Ausgangsbedingungen werden auch die Ansprüche der einzelnen Arbeiter einbezogen. Tatsächliche Arbeit als solche sichert ein geregeltes Gehalt. Nicht Spekulation und Handel, sondern die tatsächlich erbrachte Arbeit soll bezahlt werden.