Um was es tatsächlich geht: Allgemeine Situation in der Gegenwart & Handlungsalternativen und Mitmachen & eine neue Lebenspraxis

Allgemeine Situation in der Gegenwart

Die Gegenwart zeichnet sich allgemein durch diverse „Auffälligkeiten“ aus, die in den Medien und im öffentlichen Gespräch präsent sind, jedoch nicht weiter hinterfragt werden. Werden diese „Auffälligkeiten“ konkret thematisiert, dann rufen diese sehr wohl Verwunderung aus.  Es ist normal, ein Produkt zu kaufen und keine Informationen betreffend der Gestaltung des Unternehmens und dem Verbleib der Gewinne zu haben. Über den größten Anteil des weltweiten Kapitals verfügen weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung. Während die Besteuerung dieser immer wieder thematisiert wird, entziehen sich die Geschäfte jeglicher öffentlicher Einsichtnahme. Normal ist zudem der nachhaltige Einfluss auf Wirtschaft und Politik. Ebenso normal ist es, dass mit Geld und der Arbeitskraft anderer Geld gemacht wird. Da auf diese Weise Gewinne erzielt werden, gilt die Funktionsweise der Praktiken als bestätigt. Gewinne und tatsächlich erbrachter Arbeitsaufwand werden nicht in Verbindung gebracht. Fragezeichen werden weggewischt, da der Erfolg für sich spricht. Da Angestellte gegen Bezahlung freiwillig für „jene Wenigen“ arbeiten, wird von Gerechtigkeit gesprochen. 

 

Die aktuelle Situation im Alltag: Ohne Alternative

Während selektive, wirtschaftliche Betrachtungsweisen eine unter vielen Betrachtungsweisen darstellen, bleiben die Erfolge des Engagements fraglich, bzw. nimmt das weltweite Ungleichgewicht zu. Im Alltag werden jene „Auffälligkeiten“ so lange für Normalität gehalten, solange Reichweiten von Initiativen und Verstehen sich weiter in oberflächlichen Folgeproblemen verlieren. Die dargestellten „Auffälligkeiten“ finden dann Beachtung, wenn grundlegende Zusammenhänge eingesehen werden. Zweifelsohne stehen Kaufen und Einkaufen im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Entscheidend ist, dass aktuell jegliches Produkt das Ungleichgewicht bedient. Kaufen ist somit an die Wahl des Ungleichgewichts und die Annahme der allgemeinen Situation gebunden. Aktuell heißt Kaufen „Ja“ zum Ungleichgewicht zu sagen, da eine Entscheidung gegen das Ungleichgewicht nicht möglich ist. Eine Person hat die Wahl, sich für oder gegen ein Produkt zu entscheiden. Auch wenn ein unliebes Produkt durch den Nichtkauf abgelehnt werden kann, gibt es keine Alternative. Ohne Alternative bleibt lediglich die Möglichkeit, sich wieder in die normale Abhängigkeit zu fügen. Aktuelle Kaufsituationen halten keine alternative Kaufmöglichkeit bereit. 

 

Die tatsächliche Veränderung

Tatsächlich treten Menschen (noch) nicht aus jenen Abhängigkeiten und bringen (noch) nicht ihre Einflussmöglichkeiten in den Alltag ein. 

Initiativen und Anstöße für tatsächliche Veränderung gehen nicht von Unternehmen aus und sind auch nicht von diesen zu erwarten. Auch weiterhin ist jedem Unternehmen die Gestaltung des Unternehmens freigestellt. Allgemeinen Wunschvorstellungen muss keineswegs entsprochen werden. Ebenso ist es die Angelegenheit eines jeden Menschen, frei über die eigenen wirtschaftlichen Mittel zu verfügen und beim Einkaufen eine Auswahl zu treffen. 

In dieser Auswahl liegt zugleich die Möglichkeit der Mitbestimmung. Menschen können sich gegen Produkte und zugleich auch gegen Unternehmen entscheiden. Aktuell werden Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten kaum genutzt. Für Unternehmen gibt es keinen Grund, ethisch-moralische Wunschvorstellungen auch in der Satzung festzuschreiben. Indem Einflüsse und Möglichkeiten umgesetzt werden, wird Alltag vom Kopf auf die Füße gestellt. Wirtschaftliches Engagement steht im Dienste des Menschen und nicht anders herum. 

Tatsächliche Veränderung vollzieht sich dann, wenn das Verständnis der Menschen zur Sprache kommt. Sehr wohl finden Menschen durch ihr allgemeines Kaufverhalten Gehör. Voraussetzung sind alternative Angebote, die jenes Verständnis verkörpern. Das neue Produkt stellt jene tatsächliche Handlungsalternative dar. Mit dem Kauf des Produktes haben Menschen die Möglichkeit aus der Abhängigkeit zu treten. Mit dem Kauf des Produktes wird keine Abhängigkeit eingegangen. Jenseits von angebotenen Ideologien und Werbeslogans, wird eindeutig den Inhalten der Satzung des Unternehmens zugestimmt. Produkt und Unternehmen und Mensch sind nicht voneinander zu trennen. Aktiv sagen Menschen „Nein“ zur fraglichen Gewinnverteilung und zum Ungleichgewicht. Unternehmen fühlen sich für moralisch-ethische Gestaltung verantwortlich. Graue Flecken auf der ethisch-moralischen Landkarte des Unternehmens und überzogene Managergehälter wird sich kein Unternehmen mehr leisten können. Menschen machen einfach nicht mehr mit. Das Kaufverhalten übt Einfluss auf Unternehmen aus. Gute Gründe verhindern willkürliche Gestaltung eines Unternehmens. Moralisch-ethische Grauzonen lösen sich auf. Während der Kaufeinfluss sich konstruktiv auf grundlegende Gestaltung von Unternehmen auswirkt, richten sich jetzt die Angebote tatsächlich nach der Nachfrage.  

 

Eine neue Lebenspraxis

In der Vergangenheit haben sich Menschen an Idealen und Vorstellungen orientiert. Historische Entwicklungen leiteten sich aus einer mitunter speziell ausgelegten Geschichtsauffassung ab.  Hier wird weder von einem absoluten Standpunkten ausgegangen, noch sind final-teleologische oder idealistisch-vorstellende Zugänge erforderlich. Lediglich wird nach der Veränderbarkeit jener als normal verstandenen Praktiken gefragt. Abgeklopft werden jene, in der Vergangenheit erforderlichen und eingespielten Zugänge, Beeinträchtigungen durch quasi anachronistische Praktiken. Während einst die Keule in der Steinzeit für gewisse Ordnung gesorgt hat und heute der Vergangenheit angehört, liegt es heute an den Menschen ihren Alltag zu gestalten und unerwünschtes Verhalten und Streben auszuschließen. 

Produkt und Unternehmen werden als jene Einheit wahrgenommen, die Produkt und Unternehmen immer schon darstellen. Endlich wird das gesamte Unternehmen mit all seinen Facetten transparent gestaltet. Keine Sonderbehandlungen für niemanden. Offene Einsichtnahme in Satzungen belegen, dass hier tatsächlich erwünschte Unternehmensgestaltung gelebt wird, menschliche Arbeitsbedingungen umgesetzt werden. Die Unternehmen müssen nicht, Unternehmen wollen sich als Teil des Ganzen verstehen. All die Unannehmlichkeiten und Verhüllungen gehören der Vergangenheit an, sind nicht einmal mehr vorstellbar. Faktisch ist es möglich, Gewinne zur Seite zu schaffen – praktisch nicht mehr möglich. Geld mit Geld machen, Spekulationsgeschäfte und dergleichen sind als No-Go nicht verboten, da die breite Masse einfach nicht mitspielt. Bedeutung hat hingegen die tatsächlich vollzogene Arbeit, sowie die Gestaltung von Haushalt und Alltag, nicht weniger als die Anliegen der Menschen.     

 

Die erste Alternative in der Praxis

Jetzt geht es ein für alle mal darum, entsprechende Konsequenzen zu ziehen und Handlungs-alternativen zu schaffen. 

Unter Handlungsalternative wird jenes Produkt verstanden, das nicht das Ungleichgewicht fördert. Eine derartige Alternative mündet als eine freie Wahlmöglichkeit weder in die  Abhängigkeits-beziehung, noch muss zwangsweise durch den Kauf zur aktuellen Situation „Ja“ gesagt werden. Indem das klassische Verständnis von Handel eine Abfuhr erfährt, lässt sich der Mensch auch nicht auf die normale Abhängigkeitsbeziehung ein. Jene Alternativen sind notwendig, um aus der Abhängigkeit der normalen Situation selbstbestimmt neue Lebenspraktiken zu eröffnen. 

Mit der Alternative können sich Menschen erstmals sowohl gegen das Ungleichgewicht entscheiden, als auch dagegen handeln. Herzstück der alternativen Handlungsmöglichkeit sind die Festschreibungen in der Satzung des Unternehmens und insbesondere die Regelung der Gewinne eines Unternehmens. Indem Gewinne nicht weiterhin ungleich verteilt werden, vollziehen sich  grundlegende Veränderungen. Das Ungleichgewicht wird historisch und grundlegend verstanden und hat nicht weiter Bestand. Gelingt es einem Unternehmen, richtungsweisend eine derartige Handlungsalternative umzusetzen, wird das Produkt als Produkt nach dem Marogal-Prinzip bezeichnet.