Keine halben Sachen: Die neuen Grundlagen werden in der Satzung verankert

Fakt ist, dass das Ungleichgewicht weltweit natürliche Handelssituationen direkt und Alltagsleben indirekt nachhaltig beschneidet. Entscheidend ist zudem, dass das Ungleichgewicht grundlegend  auf den Inhalten der Satzung des Unternehmens basiert. Allerdings sind diese „grundlegende Ebene“ und die Satzung als solche nicht Inhalt des öffentlichen Austausches. Allgemein werden Festschreibungen in der Satzung eines Unternehmens nicht hinterfragt. 

 

Derzeit werden Ethikräte und Ethikkommissionen einberufen. Die begrenzte Reichweite jener Interventionen erfasst nicht alle Facetten eines Unternehmens. Erneut bleiben jene grauen Flecken des Unternehmens, insbesondere die Satzung des Unternehmens und die Tätigkeiten der Unternehmensführung, außen vor. Hingegen wird die Welt der Arbeiter und Angestellten detailliert zum Inhalt gemacht. Während die herausgearbeiteten Vorhaben auch seitens der Unternehmer gepriesen werden, sind von vornherein grundlegende Veränderungen ausgeschlossen. Solange auch weiterhin grundlegende Facetten des Handels nicht einbezogen werden, können Verbesserungen lediglich versprochen werden.

 

Grundlegendes Verstehen liefert Hinweise, wessen Interessen und mitunter Machtansprüche bedient werden. Durch Festschreibungen in der Satzung sind grundlegende Weichenstellung und andere grundlegenden Veränderungen möglich, die derzeit weder wahrgenommen noch realisiert werden.  Die Reichweite von Interventionen misst sich letztlich an den tatsächlichen Veränderungsmöglichkeiten grundlegender Zusammenhänge. Ethische Grauzonen, Grauzonen des Qualitätsmanagements und der Aus- und Weiterbildung sollten der Vergangenheit angehören.

 

Ganzheitliches Verständnis legt es nahe zu realisieren, dass insbesondere das Verfassen  der Satzung rechtlich verankerte Angelegenheit des Unternehmens und nicht Angelegenheit der Politik ist. Gestaltung des Unternehmens ist und bleibt weiterhin Angelegenheit des Unternehmens. Hingegen stellt das Kaufverhalten der Menschen die eigentliche Einflussmöglichkeit dar. Das Kaufverhalten hat, wenn auch indirekten, so aber nachhaltigen  Einfluss auf die Gestaltung des Unternehmens. Durch die Einflussnahme auf die Inhalte der grundlegenden Satzung wird längerfristig mehr als lediglich ein Zeichen gesetzt. In der Satzung kann der Grundstein für ein allgemeines Gleichgewicht gelegt werden. Aktuell ist diese Möglichkeit der Mitgestaltung des Unternehmens gegeben, allerdings noch nicht gelebter Teil des Alltags, Normalität. Während der erforderliche juristische Rahmen gegeben ist, kann Einflussnahme durch Kaufverhalten weder verhindert noch untersagt werden.

 

Konkreter Ansatzpunkt ist die Satzung eines Unternehmens. Grundlegend geht es darum, in der Satzung im Sinne des ganzheitlichen Verständnisses von Handel faire, ethisch-moralisch und sozial vertretbare Arbeitsbedingungen und einen verbindenden Kanon ethischer Grundwerte festzuschreiben. Der Grundeintrag trägt die Handschrift aller Beteiligten, auch künftiger Mitarbeiter. Relevante Rahmenbedingungen sowie die Verteilung von Gewinnen werden bei der Gründung des Unternehmens in die Satzungen aufgenommen. Verantwortungsbewusstes Handeln nimmt im Selbstverständnis des Unternehmens eine zentrale Position ein.  In der Satzung spiegelt sich das ganzheitlich ausgerichtete Selbstbewusstsein des Unternehmens. Eindeutige und einsehbare Positionierungen gehen mit Absagen an riskante Unternehmensstrategien einher. Folgende Ansatzpunkte werden in der Satzung eines Unternehmens freiwillig festgelegt:  

  • Selbstverständnis des Unternehmens 
  • Investition der Gewinne / Regulierung der Gewinnverteilung
  • Kontrolle der Ausgaben  
  • Möglichkeiten der Einsichtnahme 
  • Arbeits- und Handelsbedingungen
  • Unternehmensgestaltung 
  • Regelung von Gehältern
  • Offenlegung der Finanzbücher 
  • Zugänglichkeit und öffentliche Einsichtnahme von weitreichenden Entscheidungen
  • Abbau von Risiken und einhergehender Verantwortung
  • Selbstregulation der Strukturen des Unternehmens, usw.