Gutgemeintes und entbehrliches Engagement sozialer Initiativen: Bitte Klartext

Einerseits wird von einem Unternehmen oder einer Initiative ein Image gepflegt. Für gewisse Werte, Lifestyle und spezielle Inhalte steht ein Produkt oder eine Initiative offiziell ein. Das Image wird in der Öffentlichkeit präsentiert und stellt eine Art Aushängeschild dar. Das Image sorgt für Aufmerksamkeit und ist Inhalt von Marketingstrategien. Andererseits genießen Produktion und Vertrieb des Unternehmens meist kein öffentliches Interesse. Darüber hinaus werden die Gestaltung des Unternehmens und auch dessen Umgang mit Gewinnen kaum öffentlich thematisiert. 

Der Umgang mit Produkt und Image einerseits und Gestaltung und grundlegender Ausrichtung eines Unternehmens andererseits ist grundlegend anders. Während in der Öffentlichkeit ethisch-soziale und sonstige Werte vertreten werden, werden diese nicht unbedingt ebenso in der Gestaltung einiger Unternehmen umgesetzt. Nach außen hin wecken Imagepflege und mitunter Werbekampagnen Interesse und sorgen für positive Eindrücke. 

 

Solange es Anliegen der Menschen ist, ein Ungleichgewicht von Marketingstrategien und tatsächlicher Gestaltung eines Unternehmens nicht zu wollen, gilt es nachzufragen. Im öffentlichen Gespräch können sowohl die Abweichungen jener hervorgehobenen Inhalte und Werte als auch Unternehmensalltag thematisiert werden. Nicht anders als beim „Wolf im Schafspelz“ wird eine Scheinidentität verkörpert und die tatsächliche Gesinnung verdeckt. Nach außen hin sind Unternehmen und vermeintlich gemeinnützige Initiative entsprechend des positiven Images positiv aufgestellt. Zugleich sind Arbeitsbedingungen, Gestaltung und Ausrichtung des Unternehmens desolat. An den Verantwortlichen liegt es zu erklären, warum sich aufgrund der Wirksamkeit in der Öffentlichkeit ein schillerndes Image zu nutze gemacht wird und auf diese Weise wirtschaftliche Interessen vorgetrieben werden. Soziales, ökologisches und sonstiges, ehrenamtliches Engagement vieler Menschen ist Mittel zum Zweck, so dass Verkaufszahlen maximiert werden. Als Konsument ist der Mensch wirtschaftlichen Interessen untergeordnet, während in der öffentlichen Diskussion Interessen und Vorstellungen bedient werden. Möglichkeiten, Arbeitsbedingungen in der Satzung zu regeln, werden nicht genutzt. Während sich die Initiative durch das Engagement vieler guter Seelen präsentiert, fließen Gewinne jenseits der Einsichtnahme in andere Kanäle. Trotz der tatsächlichen Verschönerung der Welt, Umweltschutz und Ausbau von Gerechtigkeit, wird jenes Ungleichgewicht ausgebaut, das nicht zufällig bereits in der Geschäftsidee angelegt ist