Gleichgewicht und Ungleichgewicht – ein neues Verständnis von Unternehmen

Im Alltag ist von Einflussnahme, die tatsächlich vom Volk ausgeht, zu hören und ebenso wird diese Annahme bezweifelt. Im Folgenden trägt die Darstellung jener normal-alltäglichen Einflussnahme in Abgrenzung zu grundlegender Einflussnahme insbesondere dazu bei, deren  Möglichkeiten und Grenzen deutlich zu erfassen. Während anschließend die Grundzüge eines ausgeglichenen Unternehmens skizziert werden, stellt sich insgesamt die Frage, inwieweit sich ein ausgeglichenes Unternehmen umsetzen und realisieren lässt.

Das Spektrum normal-alltäglicher Einflussnahme umfasst neben Problemen, Krisen und Missständen die gesamte Vielschichtigkeit des Alltäglichen. Mitunter finden sich spezielle Gewichtungen bzw. Übergewichtungen in politischen, religiösen und insbesondere radikalen Auslegungen. Während autoritäre Praktiken Fanatismus und Dogmatismus begünstigen, wirkt sich Einflussnahme einzelner Interessenverbände und insbesondere politischer Einfluss nachhaltig auf das Alltagsleben aus. Die Folgen von staatlicher Überregulation sind historisch dokumentiert. Mitunter gelingt es speziellen Politikern und Stars sich auch im Show- und Werbebusiness zu produzieren. Während über Zuständigkeiten immer wieder diskutiert wird und Verantwortlichkeiten weitergereicht werden, wird der öffentliche Einfluss mitunter unterschätzt. Keineswegs ist die Person als solche und bestimmt keine einflussreiche Persönlichkeit mit einem passiven Konsumenten gleichzusetzen. Es bietet sich an, Trendentwicklungen und Modeerscheinungen als Wechselwirkungen zwischen Personen und beispielsweise Interessenverbänden zu verstehen. Ob tatsächlich irgendein Einfluss einer ganzen Generation oder Nation einen Stempel aufdrückt oder ob sich Menschen tatsächlich passiv in bereitgestellte Weltanschauungen einfügen, kann wesentlicher Teil einer einflussreichen, da lähmenden Schwarz-Weiß-Betrachtung sein. Betrachtungen werden geteilt, dienen als Identifikationsmöglichkeit und werden mitunter im Internet gepostet. Während die Einflussnahme und Besetzung von Ländern einer gewissen Legitimation bedarf, kann aus einem ausgerufenen Kriegszustand ein tatsächlicher Kriegszustand gemacht werden. Gewiss werden auch aktuelle Positionierungen bzw. sogenanntes Selbstverständnis von Gruppen und auch Nationen von spezifischen Wahrnehmungen und politischen Weltanschauungen geprägt. Übergewichtung von speziellen Interessen und Idealen überhaupt wirkt sich zu Lasten des Erlebens aus und Bodenständigkeit wird eingebüßt. Maximale Einflussnahme durch die sogenannte Gleichschaltung politischer Systeme stellt das allgemeine Verständnis auf den Kopf. Der moralisch-juristische Einfluss von Gesellschaft und Justiz beschließt über den angemessenen und endgültigen Umgang mit Kriegsverbrechern und den Nutznießern des Ungleichgewichts. Als Produzent allgemeiner Rahmengebung und diskursiver Auslegungen stellt spezielle, persönliche und auch kollektive Einflussnahme insgesamt das öffentliche und zugleich den Alltag gestaltende Verständnis dar (u.a. Schlagwort „öffentliche Meinung“, „Norm“, „Kolonialismus“). 

Während normal-alltägliche Einflussnahme länderübergreifend und global ist, bietet sich allgemein die Unterteilung in diskursive Inhalte (A Rahmen / allgemein diskursive Auslegungen) und Gestaltung von Alltagspraktiken an (B Gestaltung / Allgemeinverständnis). Insbesondere bietet sich dies zur kritischen Auseinandersetzung mit Einflussnahme insgesamt an. Jene diskursiven Inhalte schließen insbesondere prägende, zuvörderst christlich-platonische Einflüsse in den Anfängen des Abendlandes unterwegs zur Globalisierung ein. Mit der Ausweitung des Einflussbereichs geht die Abgrenzung des Kulturkreises einher. Schlagworte sind „gemeinsame Werte / Ideale“ bzw. ferner „Idealismus“, Trennung von „Innen“ und „Außen“ bzw. „Gut“ und „Böse“ und eine einhergehende Dynamik (A1). Zudem vollziehen sich politisch-juristische Auslegungen, insbesondere durch die juristische Verfassung (A2). Die Gestaltung von Alltagspraktiken vollzieht sich hingegen durch die Auslegung von Lebenszusammenhängen. Während sich weitestgehend ein mehrheitlich getragenes Verständnis von Alltagspraktiken abzeichnet, differenziert sich Alltagsgestaltung mitunter regional unabhängig aus (B). 

 

Ein kritischer Zugang könnte beispielsweise bei anfänglicher, diskursiver Prägung ansetzen. Während in den Anfängen einer Kultur Ausgrenzung mit der Erhebung des Geistigen über Bedürfnisse einhergeht, ist die Aktualität der Einflussnahme Jahrhunderte später fraglich.  

 

Möglichkeiten und Aufgaben normal-alltäglicher Einflussnahme fordern eine kritische Herangehensweise ein. Die Hauptaufgabe von Rahmengebung und Gestaltung stellt die Auslegung der Ausgangssituation dar. Dabei schließen politisches Engagement und alltägliches Gestalten zwar an das grundlegende Ungleichgewicht an, aber die Art und Weise des Engagements und der Gestaltung (A/B) ist keineswegs eine notwendige oder abgeleitete Folge des grundlegenden Ungleichgewichts. Während faktisch im Anschluss an die Ausgangssituation die Umsetzung der bestmöglichen aller Welten möglich ist, existiert jene eine, tatsächlich realisierte Variante. Gleichzeitig erschöpft sich das Engagement weitestgehend im Kampf gegen Ungerechtigkeit. In diesem stellen diskursive Praktiken oder systemimmanente Fehler und Missstände Ansatzpunkte dar. Die Aktualität der alltäglichen Ereignisse und die Komplexität der Anforderungen und Verpflichtungen trägt zur Überbewertung von Folgeproblemen und zur Abnahme der Einflussmöglichkeiten bei.   

 

Entgegen jener normal-alltäglichen Einflussnahme bewirkt das klassische Verständnis von Handel grundlegende Veränderungen, so dass die Ausgangssituation immer schon aus dem Gleichgewicht gebracht ist. Jenes folgenschwere Ungleichgewicht beeinflusst alle Menschen auf gänzlich unterschiedliche Weise. Nutznießer nutzen vergleichbar mit Trittbrettfahrern ihre Möglichkeiten, indem sie über Gewinne und einhergehenden Einfluss verfügen. Obwohl die Folge, dass mit Geld oder Arbeitskräften Geld gemacht werden kann, nicht zwangsläufig ist, wird dies allerdings als „normal“ empfunden. 

Entscheidend für das Verständnis von Einflussnahme ist, dass sich jener „Eingriff“ sowohl durch grundlegende als auch normal-alltägliche Einflussnahme auszeichnet. Sowohl der prägende Einfluss des Ungleichgewichts, als auch Engagement und Gestaltung spezieller Vertretungen, Parteien und Positionierungen zeichnen den „Eingriff“ aus. Jene speziellen, wirtschaftlichen Ausformungen gehen auf beide Einflussquellen zurück. 

 

Während normal-alltägliche Einflussnahme das grundlegende Ungleichgewicht nicht erreicht oder gar beeinflussen kann, sind Analyse des Ungleichgewichts, Analysen jener Schere zwischen Arm und Reich begrenzt. Auch die Reichweite systemischer Zugänge geht lediglich mit der Reichweite jenes normal-alltäglichen Einflusses einher. Jene begrenzten Inhalte müssen nicht ausschließlich die Inhalte der öffentlichen Diskussion darstellen. Insbesondere die öffentliche Diskussion sollte und muss keineswegs ähnlich begrenzt sein. Sehr wohl kann das klassische Verständnis von Handel diskutiert und das grundlegende Ungleichgewicht Inhalte von öffentlichen Diskussionen sein. Aktuell stellt sich die Frage, inwieweit es sich die öffentliche Diskussion leisten kann, auch weiterhin über folgenschweres Ungleichgewicht und grundlegende Abhängigkeit hinwegzusehen. Ein stabiles Gleichgewicht geht mit natürlichen Bedürfnissen des Menschen, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit einher und steht weiterhin aus.  

 

Der erweiterte Fokus auf Alltag und die bis dato unhinterfragte Ausgangssituation stellt keinen Gegenentwurf dar. Selbst wenn sich die öffentliche Diskussion öffnet und grundlegende Zusammenhänge eingeschlossen werden, wird auch künftig die Analyse von speziellen Bereichen durchgeführt. Die üblichen Ansätze setzen buchstäblich bei den Folgen des Ungleichgewichts an, so dass jene dialektischen und anderen Verfahren theoretische Idealvorstellungen hervorbringen. Hingegen basieren die im Folgenden skizzierten Darstellungen von Grundzügen eines ausgeglichenen Unternehmens auf einer veränderten bzw. ausgeglichenen Ausgangssituation. Gleichgewicht wird auch hier – nicht anders als häufig auch im Alltags- und im wissenschaftlichen Diskurs – in Zusammenhang mit „Natur“ gestellt. Vergleichbar mit sogenannten „natürlichen Produkten“ oder einem „natürlichen Zustand“ fällt auch dem Gleichgewicht eine positive Bedeutung zu. Die üblichen Betrachtungen kreisen in einer Geschichte jener Begrifflichkeiten, die zugleich die Geschichte des Ungleichgewichts ist. Erklärungen oder gar Definitionen sind meist an spezielle Verwendungszecke gebunden. Im Folgenden wird von exakten Definitionsversuchen abgesehen. Jenseits des „Eingriffs“ werden Freiräume und Möglichkeiten jener ausgeglichenen Unternehmen angedeutet. Menschen die ihre Einflussmöglichkeiten wahrnehmen.

 


Ein neues Verständnis von Unternehmen
„Noch nicht“: Aktuelles Verständnis von Arbeit
Aktuelle Unternehmen zeichnen sich durch jenes „Noch-Nicht“, das Nichtumsetzen von gegebenen Möglichkeiten aus. Während Einkommen und Umgang mit Gewinnen noch nicht in der Satzung des Unternehmens festgehalten werden, kommen auch andere einfach umzusetzende Verfahren nicht zum Einsatz. Allgemein wird die Möglichkeit, grundlegende Regelungen in der Satzung zu verankern, noch nicht umgesetzt. Während Marktbedingungen und Marktstrategien der Konkurrenz für die Unternehmensplanung entscheidend sind, basieren Marktbeobachtung und Gewinnmaximierung auf quantitativ-funktionalen Methoden.


Normal
Auch für zukünftige Unternehmen besteht weiterhin die Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten. Auch weiterhin zeichnet sich ökonomische Zielsetzung durch Rentabilität, Unternehmenssicherung und Fortbestand aus. Während Wirtschaftlichkeit von realer Nachfrage und Verkauf abhängt, halten sich Nachfrage und Produktion die Waage. Auch weiterhin tragen entsprechend koordinierte Handlungsabläufe und organisierte Zeitplanungsprozesse zum Fortbestand und der Entwicklung des Unternehmens bei. Die Aufgabe der Organisation und Personalwirtschaft wird es sein, nach Zielbestimmung, Planung und Entscheidung für eine angemessene Ausführung der geplanten Maßnahmen zu sorgen. Grundsätze der Zielbestimmung, allgemeine Handlungsabläufe und sonstige anderen Prozesse bleiben unverändert.


Allgemein Unternehmen – Einleitung neue Unternehmen
Die folgenden Überlegungen stellen mögliche Veränderungen dar. Jene zukünftigen Unternehmen unterscheiden sich von heutigen Unternehmen nicht wesentlich. Heutige Unternehmen zeichnen sich durch Übergewichtungen und Prägungen aus, jenen Folgen der grundlegenden Einflussnahme („Eingriff“). Entsprechend ist von verändertem Konkurrenzverhalten und neu ausgerichteten Unternehmen auszugehen. Wie ein Unternehmen konkret aussehen wird und wie sich zukünftige von heutigen Unternehmen unterscheiden werden, hängt entscheidend von der Einflussnahme von Gesellschaftern und Geschäftsführung ab.  

Das ausgeglichene Unternehmen sticht durch ungewohnte Festlegung der Gewinne hervor. Insgesamt zeichnet sich eine veränderte Steuerung des Gesamtunternehmens ab. Jegliche Entscheidungsprozesse basieren auf fundierten Einsichten und ganzheitlichem Verständnis, das sich wiederum durch differenzierte und vielschichtige Verstehensprozesse auszeichnet. Die Integration jeglicher Facetten des Handels wird erfüllt, und tatsächlich werden ethische Standards umgesetzt. 


Handel
Solange die längst gegebenen Möglichkeiten eines ganzheitlich transparenten Unternehmens und erweiterter Betrachtungen ungenutzt bleiben, wird erst die Zukunft zeigen, was Handel noch sein kann. Indem die Ausgangssituation von Einflüssen befreit und als Grundform verstanden wird, stehen unterschiedlichste Möglichkeiten der Auslegung offen. Während zwischenmenschliche Interaktionsgestaltung keineswegs von einem übergeordneten Prinzip dominiert wird, basiert das einhergehende Beziehungsarrangement eigentlich auf Unabhängigkeit. Für die Dauer des Handlungsprozesses treten die beiden Seiten in einen ergänzenden Bezug zueinander. Jene ausgeglichene Beziehung löst sich nach dem erfolgten Handel. Insgesamt halten sich Verkauf und Kauf die Waage. Die kaufende Seite hat entsprechend gezahlt und die Seite des Verkaufs wurde entsprechend entlohnt.


Gewinne
Das neue Unternehmen basiert auf grundlegenden Festlegungen, die von Anbeginn in der Satzung verankert sind. Insbesondere das Öffentlich- und Transparentmachen von Firmeneinnahmen, Ausgaben und insbesondere Angaben zum Umgang mit Gewinnen neben anderen entsprechenden Unternehmensinformationen ist erforderlich und gewollt. 

Die Ausrichtung und Bestimmung des Unternehmens findet in der speziellen Festlegung der Gewinne Ausdruck. Unter Gewinnen werden jene Überschüsse verstanden, die keinen individuellen oder sonstigen Interessen unterliegen und mit denen entsprechend den Festschreibungen in der Satzung verfahren wird. Von Überschuss ist erst dann die Rede, wenn erforderliche Investitionen zur Sicherstellung der Qualität des Produktes und der Qualität der Arbeitsplätze geleistet wurden. Im Sinne der externen Kooperation können Gewinne auch zur Förderung neuer Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip in der Wachstumsphase festgelegt werden.

Gewinne stellen das Ergebnis gemeinsam erbrachter Arbeit dar und demzufolge ein Gemeinschaftsprodukt aller Beteiligten. Wie mit jenem Allgemeingut verfahren wird, wird auch zukünftig bei der Gründung des Unternehmens festgelegt. Ein ausgeglichenes Unternehmen wird den allgemeinen Vorstellungen aller gerecht. In diesem Verständnis der Auslegung der Gewinne finden sich auch die Interessen der Käufer und Angestellten wieder. Entsprechend handelt es sich hierbei um eine Festlegung eines Allgemeingutes, das keineswegs mit staatlichen Einnahmen oder dem Staatshaushalt verwechselt werden sollte.  


Unternehmensziele
Die Festschreibung der Gewinne bringt Verschiebungen bzw. grundlegende Veränderungen der Konzeption der Unternehmensziele mit sich. Letztlich stellen diese Veränderungen nichts anderes als den Abbau des „Eingriffs“ dar. Bei der Gründung des Unternehmens ist die Regulation des Einflusses der Gesellschafter allein durch die Gesellschafter selbst möglich. Zudem ist es freigestellt, sich nicht als Aktiengesellschaft festzulegen und sich vom Shareholder-Konzept zu distanzieren. Das festgeschriebene Fundament ist die Entscheidung für ein ausgeglichenes Unternehmen, die Grundlage für ethisches Handeln.

Durch Aufwertung und verstärkten Einfluss der Interessen der Käufer und Angestellten vollzieht sich eine Verschiebung der Unternehmensziele. Die neuen Unternehmensziele gehen mit der Bedeutungsabnahme strategischer Planung einher, während die Bedeutung von taktischer und insbesondere operativer Planung zunimmt und sich eine ausgeglichene Bewertungsgrundlage einstellt. Der Abbau des Ungleichgewichts trägt zur Aufwertung sozialer und öffentlicher Ziele bei: u.a. gute Arbeitsbedingungen, betriebliche Sozialleistungen, Arbeitsplatzsicherheit, Möglichkeiten der Weiterbildung und des Aufstiegs Arbeitszeitregelung, Arbeitsplatzgestaltung und Gestaltung der Arbeitsinhalte, Betriebsklima, Ressourcenschonung, Begrenzung von Schadstoffemissionen, Abfallvermeidung, Abfallrecycling, Forschungsprojekte usw.


Leitung bzw. Organisation des Unternehmens
Auch der Einflussbereich des Personenkreises, der für die Leitung bzw. Organisation des Unternehmens zuständig ist, ist festgelegt. Das neue Selbstverständnis geht mit den neuen Aufgaben der Vertretung des Unternehmens einher. Im Sinne des Gesamtunternehmens finden auch die Interessen und Ansprüche der Angestellten und Arbeiter Berücksichtigung. In der Aufgaben-Hierarchie hat die Behandlung von grundlegenden Missständen oberste Priorität. Gleichwertig ist die Organisation des Unternehmens durch die Vertreter des Unternehmens und die Gestaltung des Unternehmens. 

Die Ansprüche jener Vertreter stehen den Ansprüchen der sonstigen Angestellten und die Ansprüche der Angestellten den Ansprüchen der Vertreter in nichts nach (leistungsgerechte Entlohnung, motivierende Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit). Während das ausgeglichene Unternehmen insgesamt die Relativierung und den Abbau betrieblicher Hierarchien begünstigt, zeichnet sich die Zusammenarbeit von Vertretern und Angestellten durch Kooperation und abgestimmte Zusammenarbeit aus (vgl. Kooperativer Führungsstil). Arbeitnehmer nehmen am Prozess der Entscheidungsfindung teil. Wichtige organisatorische Notwendigkeiten und Knowhow ergänzen sich.  Die Gehälter von Vertretern, wie auch Gesellschaftern sind geregelt, unterliegen einer Maximalbegrenzung und orientieren sich an der tatsächlich erbrachten Tätigkeit. Insgesamt wird auf gerechte Entlohnung und geregeltes Arbeitsentgelt Wert gelegt. Der handlungsfähige Gesamtrahmen des Unternehmens wird durch allgemeine Kontrolle des unternehmerischen Handelns sichergestellt. In zukünftigen Unternehmen schließt jene transparente Einsichtnahme auch die Tätigkeit der Vertreter des Unternehmens ein, sodass eindimensionale Betrachtungen, individuelle Bereicherung und entsprechende Machtstrebungen rasch aufgedeckt werden. 

 

Erweitertes Verständnis von Effektivität
Ganzheitliches Verstehen trägt zu einem erweiterten Verständnis von Effektivität bei. In der mehrdimensionalen Betrachtung stellen auch wirtschaftliche Aspekte eine Dimension dar. Ein quantitatives Verständnis von Wirtschaftlichkeit erweist sich als unzureichend. Technische Abläufe werden nicht weiter isoliert betrachtet, sondern als Aufgabe verstanden, die von einem Menschen bewältigt werden. Primär müssen positiver Selbstwert, Kontrollerfahrungen, die Bedeutung der Arbeitsbeziehungen und positives Erleben allgemein gegeben sein, damit überhaupt (längerfristig) Effektivität möglich ist. Entgegen herkömmlichen, vom Prinzip der Gewinnmaximierung geprägten Betrachtungen, die ggf. mitunter anachronistisch dem aktuellen psychologisch, pädagogischen Forschungsstand trotzen, wird das erweiterte Verständnis dem ganzen Menschen gerecht. Ausschließliche Tätigkeiten innerhalb spezieller Teilausschnitte gehören der Vergangenheit an. Einfluss und Kontrolle über Handlungsprozesse, Zufriedenheit der Angestellten, Zusammenarbeit im Team mit ebenso zufriedenen Mitarbeitern, Zuspruch und entsprechende Bezahlung tragen zu weitaus mehr als verbesserter Arbeitsmotivation und einem guten Arbeitsklima bei. Entsprechend dem Verständnis der psychologischen Grundbedürfnisse wird insgesamt psychische Gesundheit gefördert (vgl. Stress, Burnout und Depression). Durch die Gestaltung von Arbeitsprozessen und Interaktionsverfahren wird auf Arbeitsbedingungen gezielt Einfluss genommen. Insgesamt werden die beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht der Mensch an die Arbeitsbedingungen angepasst. Unterm Strich ist von Zunahme der Zufriedenheit der Angestellten und allen Beteiligten auszugehen. 


Fundierte Grundaufstellung
Für ein erweitertes Unternehmen schließt es sich aus, dass Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Grundlegendes Verständnis legt unzweideutig nahe, dass es sich beim Umgang mit Arbeitsplätzen um gar kein Spiel handelt. Ergänzt sich die Einsicht mit einem halbwegs realistischen Gesamtverständnis, das der Bedeutung von Arbeit für u.a. Arbeitnehmer und deren Familien gerecht wird, stellt sich die Frage nicht, ob Risiken und Gefahren von entsprechenden Spekulationsgeschäften eingegangen werden sollten. Der mit der Spekulation einhergehende Zustand, nicht zu wissen, welches Ergebnis eintreten wird, wird allgemein dem Bereich der Fiktion und dem Spiel zugeordnet. Die fundierte Grundaufstellung des Unternehmens ist Garant dafür, dass Übergewichtungen und diverse, meist eindimensionale Betrachtungen als Probleme von Mitarbeitern erkannt werden. Insbesondere wenn es zu verzerrtem Wahrnehmen kommt, Geschäftswelt/Alltag und irrationale Fiktionen verschwimmen, werden entsprechende Hilfsmaßnahmen umgesetzt (vgl. egozentrische Machtansprüche und Selbstwertproblematik). Verantwortungsübernahme einer Person oder Gruppe, Umsetzungsversuche entsprechend konstruierter Machtapparate und sonstige Übergriffe werden unmittelbar wahrgenommen.


Das allgemeine Gleichgewicht und Qualitätsmerkmale
Ein ausgeglichenes Unternehmen gründet auf einer ebenso ausgeglichenen Ausgangssituation. Neben Gestaltung und Aufbau von Unternehmensstrukturen stellen die Pflege von interner und externer Kooperation sowie Zusammenarbeit Gestaltungsmöglichkeiten dar. Ein Unternehmen zeichnet sich durch die beiden Qualitätsmerkmale „Produktqualität“ und „Qualität der Arbeitsbedingungen“ aus. Das Produkt ist ein Produkt neben anderen Produkten. Durch spezielle Produktgestaltung wird das Produkt zu einem besonderen Produkt. Die Qualität des Produktes gibt dem Produkt einen spezifischen Wert. Die Qualität der Arbeitsplätze wird durch die Ausrichtung und Organisation des Unternehmens gewährleistet. Spezifische Arbeitsbedingungen sind in der Satzung festgehalten und werden umgesetzt.


Das Unternehmen insgesamt
Gute Gründe legen es nahe, durch Gestaltung und Organisation des Unternehmens ein ausgeglichenes Gesamtbild des Unternehmens umzusetzen und sich insgesamt in die Unternehmerlandschaft einzufügen. Während das Unternehmen grundlegend auf der Verbundenheit der Angestellten basiert, ist das gemeinsame Erleben Ausgangsbasis für die Umsetzung von Produktion, Vertrieb und jeglicher anderen Handlungsoptionen.

Zumindest vorstellbar ist ein aus der Region hervorgegangenes Unternehmen und zugleich auch die Zusammenfassung jener Umsetzungen, in denen Angestellte und Arbeiter Bedeutung und sich wiederfinden. Während der Mensch das Herzstück des Unternehmens ist, erzählt das Produkt, indem es an der Region teilhaben lässt, jene eine tatsächliche Geschichte. Im mehrdimensionalen und mehrperspektivischen Austausch brüsten sich auch in Zukunft einzelne Stimmen im Chor der vielen mit dem Produkt. Produkte werden aus der Heimat und in jene fabelhaften Erzählungen exportiert und ihre Geschichten immer größer. Für die meisten wird die eigentliche Qualität lediglich im Genuss zu haben sein.