Handel, ein natürlicher Prozess

Handel ist jene Form des Austauschs, der sich als gegenseitiges Übereinkommen in ethisch-moralisch ausgelegten Handelsräumen vollzieht. Dabei umfasst ganzheitliches Verständnis von Handel als multidisziplinärer Ansatz jegliche Facetten des Übereinkommens und der Handelsräume. Neben wirtschaftlichen Aspekten haben ebenso soziale, moralische und ethische Aspekte eine Bedeutung. Meist auf persönliche Interessen beruhende Willkür wird ebenso als ein störendes Ungleichgewicht erfasst und kritisch markiert. Spielformen des Handels betreffen u.a. die Dauer des Handlungsprozesses, die Beziehung der Handelspartner und die hervorgerufene Wirkung des Produktes. Wenn ausgeprägte Spielformen die natürliche Handelssituation verdecken, liegt eine spezielle Variante des Handels vor. Charakteristische und bedeutungsvolle Spielformen prägen die neue Variation des Handels. Meist beeinträchtigt ein spezielles Interesse die natürliche Handlungssituation. Sehr oft besteht dieses spezielle Interesse im Streben nach größtmöglicher Macht. Über den Handel hinaus wird das allgemeine (natürliche) Gleichgewicht zugunsten eines speziellen (Interessen bedingten) Ungleichgewichts eingetauscht.  

 

Jene speziellen Interessen und Spielformen wirken sich weitläufig und mitunter manipulativ aus. Anders als in der natürlichen Handelssituation geht die Wirkung des Produkts nicht vom tatsächlichen Gebrauch des Produkts aus.

Handel heißt, dass sich Handelspartner aufeinander beziehen. In der natürlichen Handelssituation wird ein temporäres Beziehungsarrangement eingegangen. Für die Dauer dieses Arrangements organisieren und ergänzen sich zu zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Die zwecks des Austauschs eingegangene Beziehung löst sich wie auch die beiden Seiten mit dem vollzogenen Handel auf. Freier Handel umfasst in der natürlichen Handelssituation sowohl den Austauschprozess als auch die Produktwahl. Unabhängig von jeglichen Bezogenheiten wird frei ein Produkt gewählt. Darüber hinaus hat das Einlassen weder weiterreichende Folgen, geschweige denn, dass das allgemeine Gleichgewicht nachhaltig beeinträchtigt würde.

 

Die natürliche Handlungssituation zeichnet sich durch ein ursprüngliches Gleichgewicht aus. Auf der einen Seite stehen menschliche Bedürfnisse und auf der anderen Seite allgemein erforderliche Tätigkeiten bzw. Arbeit  als Grundlage von Bedürfnisbefriedigung überhaupt. Auf diese Weise sind die Beteiligten in den Prozess auf gleiche Art eingebunden, ohne grundlegend verbunden zu sein. Beim Handel halten sich erledigte Arbeit in Form des Erlöses für den Arbeitsaufwand und für die Abgabe erhaltene Gewinne die Waage. Nutznießer sind beide Seiten gleicherweise, die an und für sich im Leben gleich und unabhängig aufgestellt sind. Sowohl die Gesamtausrichtung der Arbeit als auch alltäglicher Sinn entsprechen grundlegend dem Wohlempfinden und den menschlichen Bedürfnissen, die im Wesentlichen in der Natur des Menschen liegen.  Einfluss und bisweilen Manipulation, aufgrund wirtschaftlicher Anliegen anderer sind sekundär und mitunter bedeutungslos.

 

Von der Gründung bis zur Auflösung des Unternehmens hat das Zusammenspiel von Produktion, Angebot und Verkauf Bestand, das zugleich Wirtschaftlichkeit ausmacht. Wirtschaftliche Aspekte sind Aspekte unter anderen. Gegen eingebüßte Wirtschaftlichkeit kann eingewirkt werden, soweit dies grundlegende Rahmenbedingungen zulassen. Längerfristig beeinträchtigtes Zusammenspiel und unzureichende Nachfrage leiten die notwendige Auflösung des Unternehmens ein.