I Teil: ALLGEMEINE DARSTELLUNG

01 Knappe Übersichtsdarstellung

02 Weltweite Ungerechtigkeit – allgemeines Verständnis

03 Der grundlegende Ansatz von Marogal

04 Das klassische Verständnis von Handel (1-4)

05 Neuer Focus: Grundlegende Zusammenhänge

06 Das Ungleichgewicht als Grund für Ungerechtigkeit

07 Handel, ein natürlicher Prozess

08 Politisch-staatliche Interventionen: Nutzen und Grenzen

09 Das allgemeine Verständnis von Handel: Ungleichgewicht

10 Blinde Flecken des klassische Verständnis von Handel: Ethik

11 Ungleiche Gewinnverteilung und fragliche Einkommensverteilung / Spezielle Kritikpunkte

12 Das Prinzip der Gewinnmaximierung / ein spezieller Kritikpunkt

13 Risikokapitalanlagen, Spekulationsgeschäfte und Geschäftsführung / spezielle Kritikpunkte

14 Alltäglicher Umgang mit „grundlegenden Einsichten“: Das muss es nicht gewesen sein

15 Ganzheitliches Verstehen 16 Gleichgewicht und Ungleichgewicht –

     ein neues Verständnis von Unternehmen

17 Keine halben Sachen: Die neuen Grundlagen werden in der Satzung verankert

18 Nicht genutzte Möglichkeiten: Festschreibungen und Einblicknahme in die Satzung

19 Gut gemeintes und entbehrliches Engagement sozialer Initiativen: Bitte Klartext

20 Das Prinzip der Einflussnahme und Unternehmenspolitik: Bitte offen und ehrlich

21 Die Möglichkeiten der Satzung: Eindeutige Stellungnahme

22 Natürliche Grenzen von Initiativen: Grundlegende Veränderung und Reichweite

22.1 Der Umfang einer Initiative

22.2 Reichweiten einer Initiative

23 Um was es tatsächlich geht: Allgemeine Situation in der Gegenwart & Handlungsalternativen

     und Mitmachen & eine neue Lebenspraxis

23.1 Allgemeine Situation in der Gegenwart

23.2 Die aktuelle Situation im Alltag: Ohne Alternative

23.3 Die tatsächliche Veränderung

23.4 Eine neue Lebenspraxis

23.5 Die erste Alternative in der Praxis

 


II TEIL: WAS IST Marogal

01 Was Marogal nicht ist!

02 Marogal als Siegel

03 Drei Säulen

04 Marogal als Synthese

05 Integration von unterschiedlichen Reichweiten

06 Der Weg


I Teil: ALLGEMEINE DARSTELLUNG

01 Übersichtsdarstellung

Der Weg von Marogal ist der Weg einer tatsächlichen Veränderung. Insgesamt wird auf den Abbau jenes Ungleichgewichts abgezielt, welches allgemein als „Schere zwischen Arm und Reich“ bezeichnet wird. Hierzulande und weltweit werden einzelne Menschen und Gesellschaften nachhaltig beeinflusst. Während ein geringer Teil Vermögen und gigantischen Einfluss vergrößert, verliert gleichzeitig die breite Masse.

 

Die hier skizzierte grundlegende Einflussnahme bzw. der von Marogal angestrebte Abbau des Ungleichgewichts unterscheidet sich von politischem Engagement und üblicher Gestaltung des Alltags. Allgemein stellen beispielsweise faire Entlohnung, Auslegung von Arbeitsbedingungen, Rechtsprechung und die Umsetzung von Alltagspraktiken keine unmittelbaren Ziele jener grundlegenden Einflussnahme dar. Vielmehr wird eine „ausgeglichene“ Ausgangssituation und damit die Möglichkeit der Umsetzung dieser Ziele begünstigt. Erforderliche Einflussmöglichkeiten und wirtschaftliche Kreisläufe sind immer schon vorhanden und bleiben als solche auch längerfristig unverändert. Über parteipolitische und nationale Grenzen hinweg wird ausschließlich mit legitimen und legalen Mitteln innerhalb des erforderlichen juristischen Rahmens gewirkt.


Der hier skizzierte Weg zeichnet sich durch die Umsetzung einer alternativen Handlungsmöglichkeit aus. Erstmals wird es durch die konkrete Realisierung eines und dann weiterer Produkte eine Wahlmöglichkeit geben, die nicht weiter das Ungleichgewicht bedient. Die Besonderheit liegt schlicht und einfach in der Regelung der Arbeitsbedingungen und insbesondere der Festlegung der Verwendungszwecke der Gewinne. Einerseits werden diese Bestimmungen von den entsprechenden Unternehmen in der allgemein einsehbaren Satzung des Unternehmens festgehalten. Andererseits tragen diese, nunmehr festgelegten Bestimmungen, nicht weiter zum Ausbau sondern zum Abbau des Ungleichgewichts bei.
Zudem wird die tatsächliche Umsetzung jener Bestimmungen durch die Möglichkeit der öffentlichen Einsichtnahme in Geschäftsbücher und Satzung gewährleistet.

Während die Festlegungen der Bestimmungen das Hauptanliegen von Marogal darstellen, öffnen sich insgesamt vielschichtige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Umsetzung überhaupt und beispielsweise die Umsetzung angemessener Arbeitsbedingen und gerechte Entlohnung im Sinne aller Angestellten und Mitarbeiter ist Angelegenheit des Unternehmens. Erstmals sind allumfassende ethische Betrachtungen und die tatsächliche Umsetzung von ethischen Standards möglich. Gewinne, Gesellschafter und Gesellschaft bzw. Gemeinschaft rücken näher zusammen. Das Unternehmen zeichnet sich durch die Auswahl aus, wie künftig mit Gewinnen verfahren wird.

Als Verwendungszwecke bieten sich insbesondere freie und soziale Projektförderungen an. Längerfristig ist von veränderten Bezügen aller Mitarbeiter zum Unternehmen und einer insgesamt veränderten Ausrichtung des Unternehmens auszugehen.

 

Die praktische Einflussnahme von Marogal begrenzt sich auf die Realisierung von Produkten. Darüber hinaus öffnen sich neue Betrachtungsweisen und Zugänge. Während allgemein gezielt vorgenommene Perspektivenwechsel zwar Vielschichtigkeit bzw. Komplexität der Inhalte hervorheben (1 erweitere Betrachtung), erweitert die Frage nach basalen Grundlagen (2 neue Betrachtung) insgesamt den Fokus: die neue Betrachtung der Inhalte gewinnt eine gänzlich neue Dimension. Die nunmehr erweiterte Betrachtung rückt die gegenwärtige Ausgangssituation ins Zentrum und unterstreicht die Notwendigkeit von grundlegenden Veränderungen. Sie lädt ein Konsumzwang, Wettbewerb, Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit und diverse alltägliche Auslegungen neu zu verstehen. Kritisch werden u.a. Abhängigkeitsbeziehungen von Gewinnmaximierung unterschieden und folgende fünf bedeutende Veränderungen durch Marogal im Haupttext herausgearbeitet:

 

  • Erstmals gibt es eine gangbare Alternative, bei der nicht das Ungleichgewicht bedient wird. Erstmals haben Menschen die Möglichkeit, sich gegen das Ungleichgewicht zu entscheiden und auch entsprechend zu handeln.
  • Minimal- und Maximallöhne, faire Löhne an sich und gerechte Arbeitsbedingungen sind endgültig gesichert.
  • Erwirtschaftete Gewinne kommen jetzt der Allgemeinheit zu Gute.
    Unternehmen streben zukünftig spezielle Ziele an, die in den neuen Grundsätzen des Unternehmens verankert sind.
  • Der Fokus neuer Betrachtungen ist auf grundlegende Einflussfaktoren gerichtet.
  • Real umsetzbare Handlungswege tragen schrittweise zum Abbau des Ungleichgewichts und mannigfacher,
    anschließender Folgeprobleme bei.
  • Erstmals wird das Ungleichgewicht längerfristig und nachhaltig abgebaut.


Am Anfang des Weges steht die Entscheidung gegen jene Missstände und gegen nachhaltige Beeinflussung. Veränderungen sind dann in Gang gebracht, wenn ein erstes und dann weitere Produkte umgesetzt und sich entsprechendes Kaufverhalten einzelner Mensch eingestellt hat. Während Stück für Stück ausgeglichener Handel Wirklichkeit wird, wird das Ungleichgewicht nicht weiterhin als „normal“ verstanden. Marogal ist eine Einladung, die zum freiwilligen Mitmachen führen kann. Direkt oder vielleicht auch weniger offensichtlich, sind wir alle vom Ungleichgewicht betroffen. Angesprochen sind wir alle. Schließlich ist der Abbau des Ungleichgewichts und anschließender Ungerechtigkeit Anliegen der Gemeinschaft.

02 Weltweite Ungerechtigkeit – allgemeines Verständnis

Abhängigkeit und Ausbeutung in Arbeit und Beruf oder beispielsweise Misshandlung und Unterdrückung in zwischenmenschlichen Beziehungen stellen – nicht anders als die vielschichtigen Folgen von Kapitalismus und Monopolismus – unterschiedliche Formen von Ungerechtigkeit und Verbrechen dar.


Vielfältige Ausformungen und Gesichter von Ungerechtigkeit finden sich seit den Anfängen des Abendlandes. Ungerechtigkeit und Verbrechen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte einzelner Länder und Nationen. Als solche immer wieder unterschiedlich wahrgenommen, werden Ungerechtigkeit und Verbrechen immer schon weltweit bekämpft. Friedlicher Widerstand, Ohnmacht und bewaffneter Kampf haben ebenso Narben zurückgelassen wie auch Verbundenheit erzeugt. Formen und Inhalte der Auseinandersetzungen haben sich gewandelt oder sind gleich geblieben. Gleich geblieben sind – sowohl heute als auch damals – die Ausgangssituationen, in denen sich engagierte Menschen und Freiheitskämpfer befinden. In den Vorstellungen eines friedlichen Miteinanders haben Ungerechtigkeit und Verbrechen keinen Platz.


Heute versteht sich das Weltsozialforum als „ein Instrument zur Förderung der Konvergenz von menschlichen Energien und Lösungen für die Schaffung einer anderen Welt“. Betreffend des Selbstverständnisses und speziellen Positionierungen sind Ziele bezüglich Arbeit und Handel damals wie auch heute insgesamt gleich und lassen sich wie folgt skizzieren:

 

1. Erhalt von Qualität (Massenabfertigung)
2. Stabilität des regionalen Handels
3. Keine Risiken durch Spekulationsgeschäfte
4. Faire Einkommen / Arbeitsbedingungen
5. Loslösung aus Abhängigkeiten / entsprechende Marktstrukturen
6. Kein Mensch soll über den anderen herrschen
7. Keine Ausbeutung von Menschen

 

In der medialen Welt der Gegenwart protestieren Menschen gegen Not und Ungerechtigkeit. Meist wird friedlicher Widerstand geleistet. Einzelne Vorfälle wecken zeitnah das Interesse einer breiten Öffentlichkeit. Manchen speziellen Einzelfällen fällt längerfristig eine symbolische Bedeutung zu. Mahnmale und Denkmäler erinnern, das kollektive Gedächtnis verbindet Menschen über Ländergrenzen und Generationen hinweg.
Jahrhunderte nach der Aufklärung engagieren sich immer mehr Menschen und leisten praktische Hilfe. Statt Ungerechtigkeit und Verbrechen distanziert zu bekämpfen, werden vor Ort Menschen unterstützt. Aktiv wird gegen Ungerechtigkeit vorgegangen. Es besteht kein Zweifel, dass sich Verbrechen und auch Ungerechtigkeit nicht wiederholen dürfen. Gegen jegliche Form von Ungerechtigkeit wird ein Zeichen gesetzt. Gleichzeitig wird die rechtskräftige Verankerung der demokratischen Rahmenbedingungen von Demokraten/Innen bis hin zu Freiheitskämpfer/Innen verteidigt. Auch wenn sich jene Bewegung(en) nicht als einheitliche Bewegung versteht, gibt es gute Gründe, den Zusammenschluss von kleinen und größeren Gemeinschaften als wahrscheinlich größten Erfolg zu verstehen: als gemeinsame Identität. Das Erleben des Ungleichgewichts und das gemeinsame
Engagement verbindet heute wie damals Menschen. Solange Ungerechtigkeit und Verbrechen weiter Bestand haben, sind die gemeinsamen Ziele nicht erreicht.


Der Ansatz von Marogal rückt nicht Ungerechtigkeit und Verbrechen ins Zentrum, sondern zielt auf alltägliche und zugleich als normal verstandene Praktiken ab. Im Alltag stellen Gehälter von Chefmanagern und begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten nichts Außergewöhnliches dar. Auch die unbeantwortete Frage, wer überhaupt von der Globalisierung profitiert, und der Umstand, dass eine einzelne Person an einem Tag mehr als ein Angestellter in einem Jahr verdient, gehören dazu. Der Fokus wird vom Kampf gegen Ungerechtigkeit abgewandt. Unabhängig von üblichem Engagement und Hilfsaktionen werden alltägliche und grundlegende Missstände fokussiert. Hier wird nicht auf Ungerechtigkeit und Verbrechen gezeigt. Hier wird ein tatsächliches Ungleichgewicht thematisiert, das als Ungleichgewicht unhinterfragt besteht und immer schon als normal verstanden wird. Tatsächlich haben sich Menschen an ungleiche Verteilung von Gewinnen und Einflüssen gewöhnt. Marogal fragt kritisch weshalb sich das Engagement auf den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Verbrechen begrenzt. Im Streben nach Gerechtigkeit und anderen hohen Werten kämpfen und bekämpfen sich mitunter Nationen, Religionen, Andersgläubige, Konservative, Unterdrücker, Unterdrückte, Terroristen, Minderheiten, Ausländer, Männer und Frauen, während allerdings das grundlegende Ungleichgewicht unangefochten bestehen bleibt.

 

03 Der grundlegende Ansatz von Marogal

Allgemein setzt Marogal bei Gründen und Hintergründen an und fragt nach den Wurzeln von sowohl Ausbeutung, Misshandlung als auch Unterdrückung. Obwohl sich Ausdrucksformen von Ungerechtigkeit und Verbrechen vielfältig unterscheiden, zeigen sich mitunter gleiche Gründe. Indem diese grundlegenden Zusammenhänge beeinflusst werden, vollziehen sich gleichzeitig weitreichende Veränderungen. Jene grundlegenden Zusammenhänge stellen das Herzstück des weltweiten Handels dar. In diesen Abweichungen von natürlichen Handelsprozessen finden sich Gründe für Ungerechtigkeit und Verbrechen. Anhand von relevanten politischen, wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Aspekten wird ein
Überblick über die aktuelle Situation gegeben. Als Arbeitsgrundlage dient das im Folgenden herausgearbeitete Verständnis von Handel, das als klassisch bezeichnet wird. Entscheidende Grundzüge finden sich unverändert im aktuellen Handel wieder. Während sich in historischen Prozessen Rahmenbedingungen geändert und globale Handelsrechte durchgesetzt haben, haben sich Wirtschaft und Ökonomie zu Wissenschaften entwickelt. Jene grundlegenden, im Folgenden näher dargestellten Zusammenhänge werden nicht zum Inhalt des allgemeinen Interesses. Heute wie gestern wird Alltag dadurch geprägt, dass jene Zusammenhänge nicht wahrgenommen werden.

04 Das klassische Verständnis von Handel 1-4

1  Ungleiche Verteilung als Charakteristika des klassisches Verständnisses von Handel

Charakteristisch für das klassische Verständnis von Handel ist die einseitige Aufteilung von Gewinnen bzw. die ungleiche Verteilung von Einfluss und Vermögen.

 

Die ungleiche Verteilung von Gewinnen ist normaler Teil gängiger Praxis und findet allgemein nicht weiter Beachtung. Über die erwirtschaften Gewinne verfügen lediglich Gesellschafter und Unternehmer. Die Gewinne werden jedoch von allen Mitarbeitern erwirtschaftet. In der Satzung des Unternehmens werden Gesellschafter benannt und ihr Einfluss und Status festgehalten. In der
Unternehmensstruktur können für beispielsweise ranghöchste Manager eine Sonderstellung und ein spezielles Einkommen vorgesehen sein. Meist begünstigen jene Regelungen diese wenigen Nutznießer, die anders als übliche Angestellte und Mitarbeiter einen Sonderstatus haben. Deren Funktion ist es, zugewiesene Aufgaben zu erledigen und zum Ausbau der Gewinne ihren Teil beizutragen. Die eigentliche Profitabwicklung vollzieht sich im Hintergrund – jenseits des Einflussbereichs und hinter den Rücken der tatsächlichen Produzenten der Gewinne.

 

Nach dem Verständnis von Unternehmern und Managern sind Risikoinvestitionen einerseits notwendig und andererseits geht dies mit belastender Übernahme von Verantwortung einher. Diesen werden spezielle Fähigkeiten, Leistungen und Talente abverlangt, die zugleich außergewöhnliche Gehälter begründen.


Mitunter werden Investitionen zur Gewinnmaximierung als notwendig verstanden. Im Falle der, an die Finanzkrise 2007 anschließende, Wirtschaftskrise musste mitunter die breite Masse für die Schäden aufkommen.

 

 

2 Gewinnmaximierung und andere Strategien
Das Streben nach Gewinnmaximierung kommt primär dem Einfluss von Unternehmern und Managern zu Gute. Gewinnmaximierung dominiert als komplexes Funktionsprinzip weitestgehend die Arbeitswelt und wirkt sich auf das alltägliche Leben aus. Da nahezu alle beruflichen Handlungsprozesse entsprechend ausgelegt sind, ist auch vom Diktat der Gewinnmaximierung die Rede. Erfolgsund Leistungsdruck prägen einen Dauerzustand, der mit einem final-funktionalen Bewusstseinszustand assoziiert wird. Fortwährendes Streben nach Aufgabenerfüllung bedeutet, das nächste Ziel bereits dann anzupeilen, wenn vorangehende Handlungsschritte aktuell noch abgeschlossen werden. Ebenso funktional sind meist auch Unternehmensstrukturen entsprechend dem Prinzip der Gewinnmaximierung ausgerichtet.

 

Andere Unternehmen werden als Konkurrenz auf dem Markt verstanden.

 

Weitestgehend sehen Unternehmensstrukturen eine spezielle Trennung, Gliederung und isolierte Abwicklung von einzelnen Arbeits- und Produktionsschritten vor. Produktion und Vertrieb, sowie einzelne Abteilungen in voneinander losgelöste Einheiten getrennt. Die Abgrenzung spezieller Arbeitsschritte ist ebenso wie differenzierte berufliche Spezialisierung normal. Begrenzt ist ebenfalls die Einfluss- und Handlungsreichweite einzelner Mitarbeiter. Spezialisten fokussieren in unterschiedlichen Arbeitsbereichen ihre spezifischen Teilbereiche. Außerhalb des Zuständigkeitsbereichs verkümmern naheliegende Fragen sowie komplexe Einsichtnahmen und das Verstehen von grundlegenden Zusammenhängen. Problemanalysen suchen anhand von
Störungsmodellen nach Erklärungen für unzureichende Erträge.
In spezifischen Arbeitsbereichen werden sowohl Antworten, als auch Verantwortliche gesucht und gefunden. Konsequent werden im Teilbereich Probleme behoben.

Systemische Darstellungen bilden das defizitäre Wirtschaften einer Abteilung und Folgen für das ganze Unternehmen ab. Ebenso überzeugend wie die Folgen, welche der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt für unser Wetter hat, werden detailliert die Auswirkungen eines kleines Defekts oder Versagens dargestellt.


Im Rahmen des Qualitätsmanagements ermöglichen DIN- und andere Normenkataloge die Umsetzung aktueller und bewährter Qualitätskriterien. Selbstbeobachtungsprogramme, Zielerreichungsskalen und Weiterbildung tragen zur Qualitätssicherung bei. Exakt ermittelte und überprüfbare Informationen liefern Hinweise über die Funktionalität von Arbeitsprogrammen. Weiterbildungsnachweise, Umsetzung von Qualitätsstandards, Transparenz jeglicher Arbeitsschritte und Qualitätsmanagement
sind (ausschließlich) für Angestellte und Arbeiter vorgesehen. Nicht vorgesehen ist die Einsichtnahme in Finanzbücher und das Offenlegen grundlegender Bezüge.


Ausbildung heute besticht durch die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten. Die Untergliederung der Lerninhalte in einzelne Module macht die Ausbildung als solche kompakt und übersichtlich. Ebenso transparent und einsehbar ist die Organisation der Aufgaben. In einer vernetzten Welt ist der Wechsel von Studien- und Ausbildungsorten ebenso wie der Austausch einzelner Angestellter in andere Filialen, möglich.

 

Ein Experte ist ein Experte in einem isolierten Teilbereich. Allgemein wird Wissen in Fakultäten, Wissenschafts- und alltägliche Bereiche aufgeteilt. Auch im sogenannten Allgemeinwissen steht spezifisches Faktenwissen im Vordergrund. In Berufs- und Arbeitswelt ist es normal „den Fokus auf das Detail zu richten“. Allgemeinverbindliche Anwendungspraktiken postulieren weder Wahrheiten noch wird Richtigkeit garantiert. Für einzelne Personen liegt es nahe mitzumachen. Zusammenarbeit im Team gewinnt mitunter spielerische Züge. Die neue Leichtigkeit hat wenig mit früherer Anpassung gemein. Wenn von operationalisierten Arbeitsprozessen und der Perfektion der Produktion die Rede ist, haben Sorge und andere Störungsfaktoren keinen Platz. Vielmehr beflügeln Dynamik, mentale Ausgeglichenheit und andere Konzepte und Inhalte dazu, auch im Alltag das möglichst Beste rauszuholen. Ein wissenschaftlich geprägtes Verständnis legt es nahe, über Inhalte jenseits der abgesteckten Welt besser zu schweigen.

 

 

3 Einfluss des weltweiten Handels, politische Einflussnahme: Der Mensch der Gegenwart
In der Gegenwart entspricht der weltweite Handel dem klassischen Verständnis von Handel. Nicht vom klassischen Verständnis von Handel zu trennen ist die ungleiche Verteilung von Gewinnen und Einflüssen. Weltweit wird natürlicher Handel verhindert und grundlegend jegliches menschliche Leben beeinflusst und beschnitten.
Das klassische Verständnis von Handel beruht auf jener Abhängigkeitsbeziehung, die sich wie ein rotes Band durch die Geschichte zieht. Trotz demokratischer Ansätze in der Gegenwart übt ein kleiner Anteil der Weltbevölkerung nachhaltigen Einfluss auf die große Mehrheit aus. Die Abhängigkeitsbeziehung ist insbesondere als Beziehung zwischen Herr und Knecht bekannt geworden (vgl. Friedrich Hegel und Thomas Müntzer).
Seit den sechziger Jahren und den letzten Jahren kommt es zu verändertem und mitunter zunehmendem politischen Einfluss. Aktuell geht der Umgang mit dem Thema „Terrorismus“ allgemein mit Verunsicherung einher. Mehrfach wird der Wunsch nach verstärkter politischer Einflussnahme und Sicherheit laut. Wertedebatten werden ebenso eingefordert wie auch der Ruf nach Gerechtigkeit zu vernehmen ist. Die Vorzüge und mitunter die Notwendigkeit des Ausbaus politischer Handlungsmöglichkeiten werden in der medialen Öffentlichkeit diskutiert. „Vermögens-“ und
Transaktionssteuer“ sind ebenso wie „regulierender Staat“ Schlagworte.

 

 

4 Freiwilligkeit, Einfluss, Interessen – Einfluss des einzelnen Menschen
Täglich nimmt jede Einzelperson am Handel teil. „Am Handel teilnehmen“ bedeutet, die Möglichkeiten anzunehmen, die vom klassischen Handelsmodell bereitgestellt sind. Tatsächlich ist lediglich die Möglichkeit, das Ungleichgewicht zu unterstützen gegeben. Alternative Handlungsmöglichkeiten existieren nicht. Es ist einerseits unumgänglich, freiwillig mitzumachen, und andererseits ist es unumgänglich, durch das Mitmachen das Ungleichgewicht zu fördern. Aktueller Handel und das klassische Verständnis von Handel werden damit permanent und damit von jedem legitimiert. Während die Normalität unhinterfragt bleibt, wird eine theoretische Abhängigkeitsbeziehung längst postuliert.
Das Spektrum jener einzelnen, mitunter sich in Parteien positionierenden Menschen, umfasst u.a. die aktuelle Verunsicherung als auch das Erleben der Ungerechtigkeit. Kollektive und einzelne Vorstellungen reichen von einer (mitunter Sicherheit) einfordernden Haltung bis zum engagierten Widerstand und Kampf. Verunsicherung und Erleben des Ungleichgewichts verleihen Menschen das Gefühl, unschuldig falsch behandelt zu werden. Während am einen Ende des politischen Spektrums mehr Unterstützung eingefordert wird, werden Themen und Inhalte eindeutiger umrissen. Indem der eigene Standpunkt gegen das andere Ende des Spektrums vertreten wird, wird der anhaltende politische Austausch aufrechterhalten. Obwohl das Engagement derselben Person weitestgehend politisch ist, sind sowohl Ungleichgewicht als auch Ungerechtigkeit und Verbrechen in großen Teilen jedoch Folgen des Handels. Wiederum nimmt dieselbe Person an eben jenem unhinterfragten Handel teil. Die einhergehende Tragik, dass die Person durch die Teilnahme am Handel das Ungleichgewicht fördert, wird meist nicht erkannt. Mitunter ist auch Leistungsdenken im Alltag mit dem Kampf gegen Ungerechtigkeit in der Welt vereinbar. Mitunter macht tägliche Arbeit zufrieden, die – als Pflicht und seltener als Quell von Stress verstanden – gewöhnlich auch nicht hinterfragt wird. Von Interesse ist der Protest gegen Ungerechtigkeit und Verbrechen.


Keineswegs mangelt es den einzelnen Wissenschaften an kritischen und wissenschaftlich fundierten Ansätzen. In der Praxis wird engagiert gegen Datenmissbrauch durch Soziale Netzwerke Widerstand erhoben und Gewerkschaften kämpfen für verbesserte Arbeitsrechte. Die Liste der einzelnen Ansatzpunkte ließe sich problemlos weiter ausführen. Während sich Widerstand und Engagement innerhalb der einzelnen Themenbereiche vollziehen, bleiben themenübergreifende, gemeinsame Grundlagen unbeachtet. Mitunter gelingt es, staatlich-politische Einflüsse zu vergrößern, die Welt sicherer zu gestalten oder neu definierte Werte umzusetzen. Von der Politik wird mehr Sicherheit oder (kämpfend) erweiterter Einfluss gefordert: Insgesamt wird innerhalb der Abhängigkeitsbeziehung nicht nach den Gründen für die Abhängigkeitsbeziehung gefragt. An der grundlegenden
Ungerechtigkeit ändert sich infolgedessen nichts.

 

Mediale Darstellungen stellen detaillierte Informationen bereit und versuchen mitunter den vielfältigsten Perspektiven gerecht zu werden. Insbesondere bei der Berichterstattung von Nachrichten wird bei den einzelnen Themen ein Experte oder Politiker zur Seite gestellt. Tageszeitungen und andere Medien berichten regelmäßig und liefern einen aktuellen Überblick über weltweite Konflikte und Auseinandersetzungen. Nachrichten aus aller Welt und neueste Ereignisse werden thematisch angeschlossen. Mitunter beziehen sich Inhalte innerhalb sich vage abzeichnender Zyklen aufeinander. Neben diesen Zeiträume prägenden aktuellen Themenkomplexen ist Berichterstattung und das Wirken der Politiker auf die Wahlperioden ausgerichtet. Insgesamt werden die wichtigsten Veränderungen und Fakten zusammengetragen und an die Geschichtsschreibung angeschlossen. Aktualität und historische Bezugnahme bringt fortlaufend einen Diskurs und unterschiedlichste Positionierungen hervor, indem die Ausgangssituationen unhinterfragt Bestätigung finden.


Themen in der medial-gesellschaftlichen Welt und eigene Themen sind problemlos miteinander kompatibel. Mitunter zeichnet sich der Wechsel vom einen zum anderen Thema, das geschickte Einwerfen von speziellen Themen und das gezielte Einlassen und Analysieren in ausgewählte Themen durch Leichtigkeit und besondere Stärke aus. Die einzelne Person grenzt sich „selbstsicher“ gegenüber unerwünschten Inhalten und Gefühlen ab, bzw. legt persönliche Themen und sich als Persönlichkeit unzweideutig fest. Innerhalb der Interessengrenzen wird Sinn festgemacht. Gemeinsame Inhalte und entsprechendes „Verstehen“ bzw. Begreifen haben sich bewährt, sind historisch gewachsen.

05 Neuer Focus: Grundlegende Zusammenhänge

Insgesamt wird in der wechselnden Fülle von Themen alles Mögliche, aber nicht das Verständnis von Handel fokussiert. Sehr wohl wird jedoch festgestellt, dass sich am Status quo nichts ändert. Einige Menschen fühlen, dass sich die globale Situation sogar noch verschlechtert. An der Tatsache, dass lediglich jene wenigen Nutznießer profitieren, zweifelt niemand. Überdies ist es nicht erstaunlich, dass Sicherheit einfordernde Menschen keine Abhängigkeitsbeziehungen infrage stellen. Einhergehend mit dem Wunsch nach Anpassung stehen Sicherheitsforderungen jeglicher Art im öffentlichen Austausch dem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Verbrechen gegenüber. Zwischen Mitmachen und Kampf bewegt sich der mengenmäßig größte Bevölkerungsteil in der Dynamik zwischen den Polen verstrickt. Insgesamt wird die allumfassende Abhängigkeit aufrechterhalten.

 

Jenseits derartiger Positionierungen und politischer Grenzen richtet sich Marogal an das gesamte Spektrum. Unabhängig von Inhalten und Gesinnungen werden beide – also sowohl jene, die sich mehr Sicherheit vom Ausbau politischer Einflussnahme erhoffen, als auch jene, die sich gegen Ungerechtigkeit und Verbrechen engagieren – angesprochen. All diese und auch alle anderen sind eingeladen. Komplexe Themen und politische Inhalte bleiben auf dem Weg von Marogal unverändert und haben dann eine Bedeutung, wenn es darum geht in die Fülle der Themen einzutauchen. Hier werden grundlegende Bezüge fokussiert, müssen fokussiert werden. Unabhängig vom persönlichen Glauben wird der Mensch zum Verstehen des Ungleichgewichts eingeladen.

06 Das Ungleichgewicht als Grund für Ungerechtigkeit

Verstehen der gegenwärtigen Situation heißt, bei jenem Ungleichgewicht anzusetzen, das der Kluft zwischen Arm und Reich zu Grunde liegt. Sowohl diese Kluft als auch Engagement und Widerstand sind Teil der Geschichte, reichen bis zu den Anfängen des Abendlandes und weiter zurück. Bis zum heutigen Tag vergrößert sich die Kluft stetig weiter, während Widerstand und Engagement dagegen anhalten. Auf Konfliktlösungen folgen neue Auseinandersetzungen.
Die Quantität des zugrundeliegenden Ungleichgewichts und damit die Komplexität der Folgen nehmen bei jeglichem Handel zu. Das Ungleichgewicht ist das aus der alltäglichen Gewinnverteilung resultierende Ungleichgewicht der Vermögen und des Einflusses. Die tatsächlichen Ausmaße des Ungleichgewichts sind gigantisch, erstrecken sich weltweit über die Grenzen des Handels und sind kaum zu überschätzen. Die Auswirkungen des Ungleichgewichts betreffen alle Menschen, doch lediglich „jene Wenigen“ sind Nutznießer. Das Ungleichgewicht als grundlegendes Phänomen ist im klassischen Verständnis von Handel angelegt.

 

Immer schon war Ungerechtigkeit von Interesse. Das Engagement und der Kampf gegen Ungerechtigkeit sind in Geschichtsbücher eingegangen und verbinden Menschen heute ebenso wie früher. Bis in die Gegenwart hinein wird den Folgen des Ungleichgewichts und nicht dem Ungleichgewicht Beachtung geschenkt. Ohne grundlegende Änderungen besteht weiterhin der
aufrechterhaltende Einfluss des Ungleichgewichts. Jeglicher Produktkauf bringt auch das Einlassen auf jene Abhängigkeitsbeziehung mit sich und damit das stumme Legitimieren jener fatalen Relation. Während die Abhängigkeitsbeziehung als solche seit eh und je unverändert bleibt, werden Handel und Alltag in der Gegenwart in einem nunmehr komplexen juristischen und politischen System verstanden.
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sind ebenso wie aktuelle ethische Standards etabliert. Allerdings schließen Interesse und der moralisch-ethische Diskurs grundlegende Fragen nach der Regelung der Gewinnverteilung oder beispielsweise nach dem Einfluss der Unternehmensführung nicht ein.

Allgemein hat sich bis zum heutigen Tag keine komplexe Wirtschaftsethik etabliert, die als solche ihren Namen verdient. Notwendigerweise müssten alle und insbesondere auch grundlegende Bereiche der Wirtschaft erfasst werden. Neben der theoretischen Ausarbeitung ist eine ebenso verbindliche wie auch allumfassende Umsetzung in der Praxis angezeigt. Bis dato imponiert im Alltag das Ungleichgewicht aus Sicht von Marogal als ein weißer Fleck auf einer lückenhaften Landkarte. Die Darstellung der Gründe von Ungerechtigkeit und Verbrechen ist nicht vorgesehen und findet nicht zufällig allgemein im Alltag keine Aufmerksamkeit. Allenfalls in Krisenzeiten werden öffentliche Aufmerksamkeit und Sorge angestoßen, nämlich dann, wenn gesellschaftliche Werte von allgemeinem Interesse verletzt sind. Vielfältige Gesichter und Formen von Ungerechtigkeit und Verbrechen werden wahrgenommen. Auf aktuelle Konflikte wird ebenso Einfluss genommen, wie am anderen Ende des
politischen Spektrums Forderungen nach Sicherheit gestellt werden. In Krisenzeiten wirken sich die Folgen des grundlegenden Ungleichgewichts aus, ohne als direkte Auslöser in Erscheinung zu treten.


„Der grundlegende Ansatz“ versteht vielfältigste aktuelle Krisen und Probleme auf regionaler und internationaler Ebene als Folgeprobleme des Ungleichgewichts bzw. es wird von einem unmittelbaren Zusammenhang oder indirekten Bezug ausgegangen. Jene Ungerechtigkeit ist die Folge des Ungleichgewichts. All jene den Alltag und das Leben negativ beeinflussenden und determinierenden Ungerechtigkeiten, werden nicht als Ursache verstanden, sondern im Zusammenhang des grundlegenden Ungleichgewichts gesehen.
So werden etwa Ausländer- wie Frauenfeindlichkeit nicht als isoliertes Phänomen/isolierte Phänomene verstanden. Ansätze von Konfliktlösungen finden sich sowohl innerhalb der jeweiligen Thematik als auch in grundlegenden Zusammenhängen. Das sich ausweitende Ungleichgewicht wirkt sich auf den Einzelnen im Alltag aus. Politischwirtschaftliche Rahmenbedingungen und damit die Lebenswelt als solche werden A) indirekt und direkt durch materiellen Einfluss und B) durch psychisch-funktionale Folgen beeinflusst:


A) Die materiellen Einflüsse wirken sich insbesondere auf die ohnehin wirtschaftlich am schwächsten gestellten Menschen aus. Während weltweit die Menge aller Lebensmittel den Bedarf an Lebensmitteln deckt, in Ländern wie Deutschland insgesamt im Durchschnitt ein gutes Lebensniveau für alle gegeben sein könnte, sieht die tatsächliche Lebenssituation
erheblich schlechter aus. Während die Angestellten in Produktion und Vertrieb für das Gesamtunternehmen unersetzlich sind, verlieren sie bei zunehmenden Gewinnen und werden ärmer.
B) Mit dem Ungleichgewicht gehen komplexe, psychisch-funktionale Folgen einher. Die Arbeitswelt steht im Zeichen der Gewinnmaximierung. Permanenter Stress, der Druck des „Stets-präsent-sein-Müssens“, des „Hochleistungen-liefern-Müssens“ und der Zwang des „Final-funktional-ausgerichtet-sein-Müssens“ nehmen zu. Der Einfluss jenes „wirtschaftlichen Gesamtpakets“ nimmt auch im Alltagsbereich zu und wirkt sich nachhaltig auf die politische Praxis aus.


Das Ungleichgewicht ist Nährboden für weitere Ungerechtigkeit und zunehmenden Wohlstand jener wenigen Nutznießer. Diese machen nicht zufällig das Ungleichgewicht nicht zum Thema. Ansonsten stellt sich die Frage, warum nicht nach dem Ungleichgewicht gefragt wird. Grundlegendes Verstehen der Ursprungsgeschichte des Ungleichgewichts steht an und ist für den Aufbau einer Handlungsalternative erforderlich.


Ausgangspunkt für Kritik und Verständnis – sowohl der aktuellen Situation als auch der Vergangenheit – ist der Ursprung des Ungleichgewichts. Notwendigerweise dürfen weder Ungleichgewicht noch Abhängigkeitsbeziehung weiter bedient werden. Die Einsicht in den Zusammenhang von Handel, Ungleichgewicht und Ungerechtigkeit ist der mögliche Anfang vom Ende der Abhängigkeitsbeziehung.
Weiterhin ist die Gestaltung des juristisch-politischen Rahmens notwendig. Gleichzeitig wird endlich die grundlegende Ausgangssituation aufgedeckt. Für eine bessere Welt kämpfen, muss nicht heißen, sich träumend als engagierte Person in die Waagschale zu werfen oder sich theoretisch in Themen zu verlieren. Solange grundlegende Zusammenhänge unberührt bleiben, sind Widerlegungsversuche sowie Streben nach neuen Lösungsmöglichkeiten und das Ausbessern von Teilproblemen wenig
erfolgreich.
Weder allgemeine Erklärungen noch weitere Analysen der Folgen des Ungleichgewichts erreichen die grundlegenden Zusammenhänge.
Eine geschickt formulierte Frage, eine weitere Debatte und gar die Einnahme einer Gegenposition sind die Weiterführung der Abhängigkeitsbeziehung. Bei der weiteren Fortsetzung macht Marogal nicht mit.


Gegenwärtig prägen Vorschläge, Erneuerungen und Einflussverschiebungen als Antworten auf vielschichtige Ausprägungen der Ungerechtigkeit Alltag, Medien und wissenschaftliche Analysen. Marogal fragt nicht nach dieser Normalität. Weder das klassische Verständnis von Handel noch verdeckte Gründe werden weiter analysiert. Damit es praktisch und grundlegend vorangehen kann, braucht der einzelne Mensch überhaupt erst einmal ein schlichtes Verständnis des Ungleichgewichts.
So kann entscheidende Unzulänglichkeit des bisherigen Vorgehens nicht weiter übersehen werden und wird stattdessen aufgedeckt. Es bedarf nicht viel, um das Ungleichgewicht zu verstehen und es dann gemeinsam in ein Gleichgewicht umzuwandeln. Das klassische Handelsverständnis ist eines unter vielen und kann verändert werden. Die Mehrheit der Menschen hat nicht weiterhin unter den Folgen des einen Verständnisses zu leiden.
Handel als solcher und insbesondere ein ganzheitliches Verständnis von Handel in natürlichen Handelssituationen ist Ausgangspunkt und Ansatzpunkt von Veränderungen.

07 Handel, ein natürlicher Prozess

Handel ist jene Form des Austauschs, der sich als gegenseitiges Übereinkommen in ethisch-moralisch ausgelegten Handelsräumen vollzieht. Dabei umfasst ganzheitliches Verständnis von Handel als multidisziplinärer Ansatz jegliche Facetten des Übereinkommens und der Handelsräume. Neben wirtschaftlichen Aspekten haben ebenso soziale, moralische und ethische Aspekte eine Bedeutung. Meist auf persönliche Interessen beruhende Willkür wird ebenso als ein störendes Ungleichgewicht erfasst und kritisch markiert. Spielformen des Handels betreffen u.a. die Dauer des Handlungsprozesses, die Beziehung der Handelspartner und die hervorgerufene Wirkung des Produktes. Wenn ausgeprägte Spielformen die natürliche Handelssituation verdecken, liegt eine spezielle Variante des Handels vor. Charakteristische und bedeutungsvolle Spielformen prägen die neue Variation des Handels. Meist beeinträchtigt ein spezielles Interesse die natürliche Handlungssituation. Sehr oft besteht dieses spezielle Interesse im Streben nach größtmöglicher Macht. Über den Handel hinaus wird das allgemeine (natürliche) Gleichgewicht zugunsten eines speziellen (Interessen bedingten) Ungleichgewichts eingetauscht.  

 

Jene speziellen Interessen und Spielformen wirken sich weitläufig und mitunter manipulativ aus. Anders als in der natürlichen Handelssituation geht die Wirkung des Produkts nicht vom tatsächlichen Gebrauch des Produkts aus.

Handel heißt, dass sich Handelspartner aufeinander beziehen. In der natürlichen Handelssituation wird ein temporäres Beziehungsarrangement eingegangen. Für die Dauer dieses Arrangements organisieren und ergänzen sich zu zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Die zwecks des Austauschs eingegangene Beziehung löst sich wie auch die beiden Seiten mit dem vollzogenen Handel auf. Freier Handel umfasst in der natürlichen Handelssituation sowohl den Austauschprozess als auch die Produktwahl. Unabhängig von jeglichen Bezogenheiten wird frei ein Produkt gewählt. Darüber hinaus hat das Einlassen weder weiterreichende Folgen, geschweige denn, dass das allgemeine Gleichgewicht nachhaltig beeinträchtigt würde.

 

Die natürliche Handlungssituation zeichnet sich durch ein ursprüngliches Gleichgewicht aus. Auf der einen Seite stehen menschliche Bedürfnisse und auf der anderen Seite allgemein erforderliche Tätigkeiten bzw. Arbeit  als Grundlage von Bedürfnisbefriedigung überhaupt. Auf diese Weise sind die Beteiligten in den Prozess auf gleiche Art eingebunden, ohne grundlegend verbunden zu sein. Beim Handel halten sich erledigte Arbeit in Form des Erlöses für den Arbeitsaufwand und für die Abgabe erhaltene Gewinne die Waage. Nutznießer sind beide Seiten gleicherweise, die an und für sich im Leben gleich und unabhängig aufgestellt sind. Sowohl die Gesamtausrichtung der Arbeit als auch alltäglicher Sinn entsprechen grundlegend dem Wohlempfinden und den menschlichen Bedürfnissen, die im Wesentlichen in der Natur des Menschen liegen.  Einfluss und bisweilen Manipulation, aufgrund wirtschaftlicher Anliegen anderer sind sekundär und mitunter bedeutungslos.

 

Von der Gründung bis zur Auflösung des Unternehmens hat das Zusammenspiel von Produktion, Angebot und Verkauf Bestand, das zugleich Wirtschaftlichkeit ausmacht. Wirtschaftliche Aspekte sind Aspekte unter anderen. Gegen eingebüßte Wirtschaftlichkeit kann eingewirkt werden, soweit dies grundlegende Rahmenbedingungen zulassen. Längerfristig beeinträchtigtes Zusammenspiel und unzureichende Nachfrage leiten die notwendige Auflösung des Unternehmens ein.

8 Politisch-staatliche Interventionen: Nutzen und Grenzen

Erweiterter Einfluss von Staat und Politik – Vermögens- und Transaktionssteuer
Staatlicher Einfluss nimmt durch die Einführung einer Vermögenssteuer zu. Für die „gleiche“ und „gerechte“ Verteilung der Steuergelder ist der Staat verantwortlich. Indem bürgerliche Anliegen übertragen  werden, übt der Staat eine regulierende Funktion innerhalb der zudem bestehenden, alten Abhängigkeitsbeziehung aus. Fortan sind die einzelnen Personen in der „doppelten Abhängigkeit“ verstärkt auf den Staat angewiesen bzw. brauchen diesen. Die komplexen Verwaltungsvorgänge, die die Besteuerung durch eine Transaktionssteuer mit zur Folge hat, bedeuten eine erweiterte staatliche Einflussnahme. Auch die weitreichende Beeinflussung natürlicher Handlungsprozesse und der erforderliche Realisierungs- und Durchführungsaufwand stellen die Umsetzung in Frage.  


Staatliche Interventionen als sekundäre Eingriffe
Steuerliche Interventionen haben den Charakter einer Nachbesserung. Fehler und Probleme werden nicht grundlegend behoben, sondern bestenfalls werden Missstände durch politische Interventionen oberflächlich überbrückt. Derartige politische Interventionen wirken sich ggf. regulierend aus, unterbinden das Ungleichgewicht aber nicht grundlegend. Weiterhin bleiben Funktionsweise des Ungleichgewichts und Abhängigkeitsbeziehung bestehen. Wesentliche Veränderungen bleiben aus.


Fragliche Ausweitung politischer Machtzunahme und notwendige Achtsamkeit
Statt tatsächlich und grundlegend Änderungen umzusetzen, fällt es leichter, in alten Konflikten nach Lösungen zu suchen. Die Entwicklungen sind spätestens dann bedenklich, wenn sich staatliche Einflussnahme in den Alltag ausweitet. Während in der Vergangenheit primär physische Not erlebt wurde, trägt heute die Bedrohung durch Terrorismus dazu bei, derart ungewöhnliche Schritte einzufordern. Mitunter wird dann erst nachträglich die Einflussnahme des regulierenden Staats als negativ empfunden. Der Blick in die Geschichte liefert Beispiele für derartigen Ausbau staatlicher Einflussnahme. Zunächst wurde von allumfassenden und vom Staat bereitgestellten Lösungen ausgegangen. Weitreichende Folgen und der Ausbau von  machen allemal nachdenklich. Aus gutem Grund gilt es, politische Interventionsmöglichkeiten und Reichweiten des Staates begrenzt zu halten. In der Geschichte haben namhafte Stimmen vor der Zunahme staatlicher Einflüsse und vor Leichtgläubigkeit gewarnt und sich für mehr Bodenständigkeit ausgesprochen. Notwendigerweise wird einem totalitären bzw. extrem einflussreichen Staat eine Absage erteilt. Durch die Regulierung von Besitzverteilung und Selbstbestimmungsrechten von sowohl Individuum als auch Unternehmen übt der Staat bereits totalitätstendierenden Einfluss aus.


Einflussnahme und natürliche Grenzen: Politik und Alltag
Eine zentrale politische Aufgabe ist die Gewährleistung gesetzlicher Rahmenvorgaben. Auf diesem rechtlichen Fundament fußt der Alltag. Die Beschädigung des Zusammenspiels aus Legislative, Judikative und Exekutive weckt das Interesse aller. In Krisen stehen politische Interessen und der Fortbestand jener Grundpfeiler im Vordergrund. Verlässliche Rahmengebung ist zuvörderst die Aufgabe der Politik, nicht aber die Sorge um allgemeine Ängste. Es gilt, politische Mehrheiten und jegliche Vorstellungen zu respektieren. Die Lösung von Problemen ist nicht von federführenden Ängsten zu erwarten. Vielmehr trägt Erleben im Alltag zum Abbau von Ängsten und somit zur verminderten Annahme von Problemen bei. Ebenso bringt der gelebte Alltag – und nicht etwa engagierte Politiker – Werte, Ideale, Glauben und Interessen hervor. Bedürfnisbefriedigung ist, nicht weniger als der Umgang mit Ängsten, Inhalt des Alltags. Menschlichkeit ist keine politische Kategorie und lässt sich nicht als Wert ausdrücken. Ebenso handelt politisches Denken im Sinne menschlicher Anliegen und Bedürfnisse, ohne diese gänzlich verstehen zu können. Wenn es überhaupt sinnvoll ist, von der  Politik zu sprechen, dann sollte es Aufgabe dieser Politik sein - wenn die zentrale Aufgabe, einen alltäglichen Handlungsrahmen zu gewähren, erfüllt ist - sich unsichtbar zu machen. Politik ist Mittel zum Zweck und macht, wofür sie vorgesehen ist.


Grundlegende Veränderungen jenseits politischer Interventionen
Um das Ungleichgewicht grundlegend beeinflussen zu können, stehen keine geeigneten und vertretbaren politischen Mittel zur Verfügung. Marogal weist auf die Zusammenhänge von Grundlagen des Ungleichgewichts und Besitzverteilung/Selbstbestimmung hin. Diese liegen außerhalb der üblichen politischen Einflussbereiche. Die Einflussnahme auf das Ungleichgewicht ist solange keine Aufgabe der Politik, wie am üblichen Verständnis von Politik festgehalten wird. Auch wenn tatsächliche Mehrheiten politische Interventionen einfordern, bleiben sekundär greifende Regulierungen durch Steuern und übergreifende Regelwerke weiterhin fraglich. Kommen zum bereits bestehendem Ungleichgewichtig neue Abhängigkeiten sind (grundlegende) Lösungen  nicht in Aussicht. Auch wenn Beteiligte in ihren freundlichen Darstellungen von ihrem Wirken überzeugt sind, gilt es, tatsächliche Reichweiten und Folgen einzuschätzen. Dabei gilt es, die „Überbrückung eines Problems“ von „grundlegenden Veränderungen“ zu unterschieden. Gestaltende und auch präventive Regulation verändert das Ungleichgewicht nicht. 

Grundlegende Veränderungen vollziehen sich jenseits politischer Auseinandersetzungen. Tatsächlich sind bei der Einflussnahme auf das Ungleichgewicht weder Kämpfe oder Gewalt, noch die Einnahme einer speziellen politischen Position erforderlich. Unabhängig von politischen Gesinnungen verbinden sich Menschen über die Grenzen einzelner Themen und Parteien hinweg gegen das Ungleichgewicht.

09 Das allgemeine Verständnis von Handel: Ungleichgewicht

Ungleichgewicht und das klassische Verständnis von Handel sind nicht voneinander zu trennen. Im Zentrum des klassischen Verständnisses von Handel bzw. des weltweiten Handels steht das Ungleichgewicht. Historische Prozesse haben das klassische Verständnis von Handel als das heute weltweit einzige und zugleich unhinterfragte Verständnis von Handel hervorgebracht. Allgemein wirkt sich das klassische Verständnis von Handel als Teil der Normalität auf das Wohl aller aus. Da allerdings die problematischen  Grundlagen von Handel unbeachtet bleiben, ist es möglich, dass insgesamt lediglich wenige Nutznießer profitieren. Während das Ungleichgewicht unbeachtet bleibt, reichen die Einflüsse des Ungleichgewichts weit über das Arrangement hinaus. Offensichtlich sind Ungerechtigkeit und Verbrechen. Meist indirekt wirken sich hingegen die Machtansprüche der wenigen Nutznießer in Form von diskursiver Einflussnahme aus. Während in der Geschichte des Abendlandes das Streben nach Idealen eine Rolle spielte, stellen heute im Alltag Werbe- und Marketingstrategien Identifikationsmöglichkeiten bereit. Auf Entwicklungsverläufe wird ebenso Einfluss genommen, wie insgesamt natürliche und menschliche Bedürfnisse verdeckt werden.

10 Blinde Flecken des klassischen Verständnisses von Handel – Ethik

Ganzheitliches Verständnis von Handel zeichnet sich durch die Integration aller Facetten des Handels aus. Da jegliche Facetten Beachtung finden, wird unethischer Handel als solcher erkannt und kann ausgeschlossen werden. Handel wird insgesamt als Gesamtprozess und zugleich als Teil des Alltags verstanden. 

Die staatlich-rechtliche Einflussnahme verändert sich, insbesondere seit den 60er Jahren. Entscheidende Einflussnahmen auf Gesetze sind politischen Veränderungen zu verdanken. In mitunter bis dahin wenig beachteten Lebensbereichen kommt es zu veränderten und neuen gesetzlichen Regelungen. Privat- und Eherechte werden verändert und Gleichstellungsrechte ausgebaut. Ausgangspunkt ist das Engagement von Menschen, die öffentliches Interesse wecken. In der Gegenwart vollziehen sich das gesamte Alltagsleben und der gesamte Handel in einem ausgebauten, komplexen juristischen Rahmen.  

Während Handel insgesamt rechtsstaatlicher Kontrolle unterliegt, steht ein ganzheitliches Verständnis von Handel aus. Diverse Facetten des Handels stellen ethische Grauzonen dar. Dies betrifft nicht die Aufgabengebiete der Angestellten, die sich durch transparente Darstellung auszeichnet. Sowohl firmenintern als auch in die Öffentlichkeit getragen, werden die Tätigkeiten der Angestellten in einen besonderen Fokus gerückt und kontrolliert. Allerdings werden relevante Facetten des Handels der Einsichtnahme entzogen. Auf diese Weise ist die Möglichkeit ethisch-moralisch zu beurteilen insgesamt unterbunden. Sowohl die Einsichtnahme in die Festlegung  der Gewinne als auch die Einsichtnahme in die komplexen Tätigkeiten der Geschäftsführung werden wohlweislich verschleiert oder gar verhindert. Während diese Facetten des Handels juristischer Gesetzgebung unterliegen, bestehen unabhängig davon trotzdem jene ethischen Grauzonen. Die grundlegende Ausrichtung des Unternehmens stellt also einen ethisch-moralischen blinden Fleck dar.  

 

Meinungsfreiheit stellt das Herzstück der Demokratie dar, die als solche im Dienste des menschlichen Lebens steht. Handlungsfreiheit stellt das Herzstück menschlichen Lebens überhaupt dar. Nehmen Politik und Staat auf die Gestaltung des Lebens oder eines Unternehmens Einfluss, wird die Handlungsfreiheit durch Überregulation beschnitten. Grundlegend werden Freiheiten bedroht.  Die Gestaltung eines Unternehmens ist weder eine politische noch eine Frage gesetzlicher Regelungen. Lediglich ein totalitärer Staat maßt es sich an, Unternehmensstrategien zu regulieren und Unternehmen zu gestalten. Verbote unerwünschter Handlungen stellen Eingriffe und Überregulation dar. Der Staat verfügt autoritär und mitunter absolut über die Auslegung von Gut und Böse. Das Selbstverständnis des Staats vollzieht insgesamt eine grundlegende Erweiterung. Auch bis dato lediglich von Diktatoren, Monarchen und religiösen Oberhäuptern ausgeübte Einflussnahme wird zur Angelegenheit des Staates. Zusammenfassend greift der Staat in Meinungs- und Handlungsfreiheiten ein. Derartige Eingriffe in alltägliche Gestaltungsprozesse unterbinden natürliches Erkunden, Ausprobieren und ebenso menschliche Entwicklung.

Kein politischer Konsens hat Menschen zu diktieren, was sie innerhalb des juristischen Rahmens  zu tun haben. Moralisch-ethische Selbstbestimmung und Handlungs- und Meinungsfreiheit sind Rechte jedes einzelnen Menschen. Politisch und juristisch gesehen ist die Entscheidung für unpopuläre, vermeintlich „nicht erwünschte“ Unternehmensgestaltung legitim. Weder haben Anbieter die Pflicht, ethisch wertvolle und wünschenswerte Angebote und Produkte anzubieten, noch werden Alltags- und Handelsräume durch öffentlich-staatlichen Einfluss gestaltet. Es ist keine politische, pädagogische oder überhaupt von öffentlicher Hand zu leistende Aufgabe, Verhaltens- und Handlungsvorschriften zu erteilen. Anlegen von Gewinnen, Organisation, Strukturierung und Gestaltung des Unternehmens ist Sache der Unternehmer.  

 

In der fortschrittlichen Welt wird auf ungerechte Handlungen gezeigt. Ethisch-moralische Wertvorstellungen sind zur Hand und mitunter wird Regulierung eingefordert. Es liegt nicht an der Politik, anzuordnen, sondern es ist Sache der Menschen, zu verstehen: Ungerechtigkeit und Handel, die Ungerechtigkeit, die sich durch die Geschichte aller Länder zieht, und seit jeher die fragliche Gestaltung von Handel, sind nicht voneinander zu trennen. Während die grundlegenden Fragen nach dem Ungleichgewicht nicht gestellt bleiben, können Menschen sich entscheiden, öffentlich Missstände zu hinterfragen. Allerdings ändert sich nichts, wenn ethisch-moralische Fragen grundlegend thematisiert und blinde Flecken lediglich zum Thema gemacht werden. Extreme Folgen des Ungleichgewichts als auch Ungleichgewicht und Abhängigkeitsbeziehung werden nicht weiter akzeptiert. Erforderlich ist es, im alltäglichen Leben praktisch dagegen vorzugehen.  

 

Während sich in der Geschichte Demokratie und Rechtsstaat etabliert haben, hat sich jener für die freie Gestaltung erforderliche, tragfähige juristische Rahmen entfaltet. Die Gestaltung des Lebens umfasst zugleich eine relevante Einflussmöglichkeit. Heute gilt es, sowohl den Rahmen zu schützen, als auch in diesem Rahmen Einflussmöglichkeiten und Handlungsräume zu nutzen sowie Unternehmen und Leben zu gestalten. Das Engagement in politischen Auseinandersetzungen und die Einflussmöglichkeiten des Alltags sind nicht voneinander zu trennen. Derzeit werden Einflussmöglichkeiten auf fragliche Unternehmensgestaltung und sonstige Praktiken allgemein zu wenig genutzt. Erst wenn jene blinden Flecken grundlegend hinterfragt werden, können Handlungsmöglichkeiten zukünftig genutzt werden. Ganzheitliches Gestalten heißt, sowohl Produkte ökologisch und fair zu bewerten, als auch grundlegend Ausrichtung und Gestaltung des Unternehmens zu hinterfragen. Verstehen und durch die gelebte Entscheidung gestalten. Während bereits allgemeine Standards an einzelne Produkte angelegt werden, stellt die  grundlegende Gestaltung des Unternehmens weiterhin eine Grauzone dar.

11 Ungleiche Gewinnverteilung und fragliche Einkommensverteilung / Spezielle Kritikpunkte

Die Absage an fragliche Variationen des Handels betrifft insbesondere die Verteilung der Gewinne eines Unternehmens. Weitestgehend entziehen sich die Regelungen jeglicher Einsichtnahme.  Auch diese Regelungen bewegen sich in ethischen Grauzonen, da weder die Frage nach der Art  und Weise „Wie?“ noch insbesondere die Frage „Wer?“ über Einflüsse verfügt, Inhalt ethisch-moralischer Betrachtung werden.   

 

Weder Gehälter und Einfluss der Gesellschafter werden nach oben noch die Gehälter der Angestellten nach unten begrenzt. Grundlos werden relevante Grenzen nicht gesetzt und Möglichkeiten für fairen Umgang nicht genutzt.

12 Das Prinzip der Gewinnmaximierung / ein spezieller Kritikpunkt

Heute kann es sich zwar kein Unternehmen leisten, nicht zumindest von wahrem Genuss,  Natürlichkeit oder fairem Handel zu sprechen. Für Teile der Allgemeinheit stehen Firmen längst als Garant für guten Geschmack. Während jene und ähnliche Wertvorstellungen (vordergründig?) bedient werden, wird die Logik des Handels insgesamt auf gänzlich andere Weise geprägt. Das Prinzip der Gewinnmaximierung wirkt sich nachhaltig auf den gesamten Handel aus. Bunter Facettenreichtum wird durch jene eindimensionale Ausrichtung unterbunden. Dem Handel wird durch die aufgesetzte Funktionalität ein folgenschwerer Stempel aufgedrückt. Im Arbeitsalltag stellen einhergehender Stress und Druck für die Mitarbeiter den Dauer- und Normalzustand dar. 

 

Maximierung von Gewinnen kann ebenso zum Prinzip erhoben wie auch wieder als solches aufgehoben werden. Auch diese komplexe Einflussnahme ist weder notwendig, noch allgemein nützlich oder gar natürlich. Grundlegende Betrachtungen legen es nahe, dass Gewinnmaximierung, ähnlich wie das Verständnis des Menschen als Krone der Schöpfung, nicht mehr so recht passen. Sowohl auf Seiten der Arbeitgeber als auch auf Seiten der Arbeitnehmer werden menschliche Bedürfnisse verdeckt. Längerfristig wird weder die Optimierung von Arbeitsprozessen noch die final-funktionale Ausrichtung der Arbeit Bestand haben können, solange menschliche Bedürfnisse missachtet werden.

13 Risikokapitalanlagen, Spekulationsgeschäfte und Geschäftsführung / Spezielle Kritikpunkte

Allgemein werden Risiko- und Spekulationsgeschäfte diskutiert. Oft wird als konkretes Beispiel die jüngste Wirtschaftskrise aufgeführt, demzufolge die Allgemeinheit für die wirtschaftlichen Schäden von Risikokapitalanlagen und Spekulationsgeschäften aufkam. Das tatsächliche Risiko durch allgemeine Gelder abgesichert. Eine Absage an derartige Praktiken verhindert, dass es überhaupt zur Übernahme von Verantwortung durch die Unternehmensführung kommt. Nutznießer von derartigen Geschäften sind in erster Linie jene Wenigen, während sich zudem die Kluft zwischen diesen und den Angestellten vergrößert. Werden im Allgemeinen und im Interesse des Unternehmens Risiko und Spekulationsgeschäfte eingestellt, ist auch der Abbau von Belastung eine Nebenfolge.  

 

Bis in die Gegenwart hinein ist die Tätigkeit von führenden Unternehmern und Managern nicht Teil des allgemeinen Qualitätsmanagements und entzieht sich der Möglichkeit allgemeiner Einsichtnahme. Insgesamt stellt die Tätigkeit von Unternehmern, wie auch die Arbeitsbedingungen der Angestellten einen blinden Flecken auf der ansonsten weitestgehend  transparenten Karte des Unternehmens dar. Wenn diese im Sinne des Unternehmens tatsächlich erstmals ins Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt wird, bieten sich vielfältige, sinnvolle Veränderungen an. 

Werden allgemeine Einflussmöglichkeiten und zukünftige Gestaltung eines Unternehmens entsprechend umgesetzt, finden auch der Einfluss weniger Einzelner und ebenso entsprechende Gehälter Grenzen.  

 

Auch wird sich zeigen, dass die betriebswirtschaftliche Tätigkeit im Gesamtunternehmen eine unter vielen anderen Tätigkeiten ist. Entsprechend den tatsächlichen Tätigkeiten fällt diesen nunmehr Angestellten im Gestaltungsprozess eine informierende und verwaltende, insgesamt zuspielende Arbeit zu. Weitreichende Entscheidungen müssen nicht weiterhin unzugänglich „im stillen Kämmerlein“ getroffen werden. Dabei spielt ethisch-moralische Verträglichkeit eine bedeutende Rolle, ohne zugleich Inhalt allgemeiner juristischer Regelungen und Vorschriften zu sein. Während das Ungleichgewicht nicht weiter bedient wird, steht vielmehr das Team im Einklang mit natürlichen menschlichen Anliegen. Viele gute Gründe legen es nahe, jegliche Entscheidungen und Entscheidungsprozesse als gemeinsame Aufgabe zu verstehen. Gewinnmaximierung mit einhergehenden quantitativen Zielen gehören der Vergangenheit an. Im Zentrum jeglichen Qualitätsmanagements und der Unternehmensplanung stehen die Qualität des Produktes und die Gestaltung des Unternehmens.

14 Alltäglicher Umgang mit „grundlegenden Einsichten“: Das muss es nicht gewesen sein

Politiker weisen medienwirksam auf überhöhte Managergehälter hin, während die Schieflage der Gehälter insgesamt längst bekannt ist. Spätestens seit der letzten Wirtschaftskrise wird über die Folgen von Risikoinvestitionen für die Allgemeinbevölkerung gesprochen. Das Empfinden und Leiden in der Lebens- und beruflichen Situation wird durch das Bild des Arbeitnehmers als austauschbares Rädchen in einem System greifbar gemacht. Heute wie damals ist die Rede vom „kleinen Mann“, welcher irgendwie passiv ausgeliefert wirkt und dem der Prozess gemacht wird. Obwohl im Alltag fragliche Weltanschauungen, Handlungs- und Verhaltensanweisungen angeboten und fragliche Informationspolitik betrieben wird, werden diese grundlegenden Einsichten nicht verdeckt. Allgemeine Missstände sind kein Geheimnis. 

 

Missstände und Alltagssituation der Menschen sind ebenso wie grundlegende Zusammenhänge nicht wirklich Inhalte der Wissenschaften. Die Möglichkeiten einzelner Wissenschaften sind einerseits diesbezüglich begrenzt, da Wissenschaften „anders“ arbeiten. Zudem stehen anderen Forschungsprojekten andere finanzielle Mittel zur Verfügung bzw. ist von anderen wirtschaftlichen Prioritäten auszugehen.  

Einerseits ist die Reichweite der jeweiligen Informationsverarbeitung in entsprechenden wissenschaftlichen Teilbereichen begrenzt. Grundlegende Einsichten können weder hinreichend erfasst noch angemessen verarbeitet werden. Weder das Verstehen des Menschen im Alltag noch dessen Sorgen sind Inhalte einer Wissenschaft. Komplexe Inhalte reichen über den Tellerrand einzelner Wissensbereiche hinaus. Andererseits kann der Mensch nicht als Objekt einer einzelnen Wissenschaft gefasst werden. Als Arbeitnehmer in seinem Berufssystem dargestellt oder als eigener Personal Fitnessmanager begriffen, werden lediglich einzelne Facetten erfasst. Während die Person als Konsument von Selbstmanagement und Selbstfindungskursen in diverse Rollen schlüpft, bleibt der Mensch im Ganzen unberührt.

Jene Inhalte und Facetten der Wirklichkeit, die von „besonderen“ bzw. wirtschaftlichen Interessen sind, werden in der Gegenwart von wissenschaftlicher Forschung aufgegriffen. Diverse andere Facetten, darunter auch jene ethisch-grauen Flecken, werden weitestgehend ausgeschlossen. Insgesamt kann der Einfluss von wirtschaftlichen Eigeninteressen auf wissenschaftliche Praktiken und Informationspolitik nicht eindeutig benannt werden. Antworten auf mitunter noch nicht gestellte Fragen werden ebenso gegeben wie Handlungsmöglichkeiten zur Seite gestellt. Das Prinzip der Gewinnmaximierung räumt derartigen Fragestellungen und den Sorgen der Menschen insofern eine Bedeutung ein, da mitunter Informationen zum Geschäftemachen beitragen.   

 

Im Alltag werden Menschen zu Angehörigen einer Minderheit gemacht, Personen kämpfen als Verfechter von Gerechtigkeit und Menschenrechten oder versuchen als kritische Leser der Tageszeitung Überblick zu haben. Mit Aufgaben und mitunter Sorgen beschäftigt, sind sie nicht anders als im Berufsleben auch im Privatleben mehr oder weniger an Pflichten gebunden. Nach Zielen strebend gilt es, die eigene Position zu überblicken. Während Bewertungen erforderlich sind, müssen Bilanzen gezogen und Pläne umgesetzt werden. Neben alltäglichen Informationen werden auch jene grundlegenden Einsichten „verarbeitet“.  

 

Die Schnittstelle bzw. der Berührungspunkt von Individuum und angebotener Ware sind persönliche Vorstellungswelten. Die Informationen werden genutzt und mitunter meint die Person diese zu brauchen. Verfügbares Wissen und bereitgestellte Handlungspraktiken haben zugleich anleitenden als auch (rück-)versichernden Charakter. Insgesamt stellt das Gestalten der Spiel- bzw. Vorstellungsräume eine persönliche Angelegenheit dar. Die einhergehende narrative Identität hängt nicht selten sowohl mit Berechnen und rationalem Kalkül zusammen, als sich zugleich auch eine kontrollierende Sorge findet. Die Gestaltung des Alltags und der Person ist nicht von  Angeboten und angebotenen Praktiken zu trennen. Mitunter beeinflussen sogenannte „wissenschaftlich-erwiesene“ oder als solche gepriesene Tatsachen den Alltag. Gezielt werden derartige Informationen und Mittel aufgegriffen. Erklärungen werden ebenso eingefordert und Experten in entsprechenden Teilbereichen gut angenommen wie andere Erklärungen und Experten abgelehnt. Solange neue Handlungspraktiken greifen, sind Information und Praktiken für die Person und den Anbieter gewinnbringend. Nicht selten werden sekundäre Folgeprobleme zum Thema gemacht während grundlegende Einsichten eingebüßt werden. Jenseits von grundlegenden Einsichten, Nöten und gar Sorgen funktionieren normale und insbesondere intellektuelle Praktiken. Die Abhängigkeitsbeziehung ist von grundlegender Bedeutung und zugleich für die Person nicht von  Interesse. Abgesehen von diesen „ärgerlichen“ Phasen im Alltag, wenn es einfach nicht so recht zusammenlaufen will, gelingt es der Person, sich nicht als Rädchen in einem System wahrzunehmen. 

 

Wie Personen mit grundlegenden Einsichten und Sorgen umgehen, unterscheidet sich erheblich. Manche Person meint beispielsweise, entsprechende Gesundheits-, Fitness- Wellness- und sonstige fraglichen Praktiken zu brauchen. Diese Person sorgt dafür, dass mit derartigen Praktiken der Alltag gänzlich eingerichtet ist. Ambitioniert werden Praktiken ausgebaut und grundlegende Einsichten rücken in weite Ferne. Mitunter strebt die Person mit federführender Sorge nach der Gewissheit, zumindest alles getan zu haben, und möchte entsprechend verstanden werden. Zwischen Stress und Belastung rückt grundlegendes Wohlempfinden nicht selten in die Ferne. Forderungen an andere nehmen zu. 

Andere Menschen treiben einfach Sport. Entsprechend unterscheiden sich Erleben von Ungerechtigkeit und Verbrechen und einhergehendes Engagement.   

 

Der Umgang mit grundlegenden Einsichten ist dann fraglich, wenn zum Einen ausschließlich spezielle Einsichten herausgepickt und zum anderen persönliche Bedeutungszuschreibungen die Wahrnehmungen einschränken. Derart (radikale) Anpassung an die Ordnung des eigenen Erfahrungsschatzes verdeckt schlichtweg grundlegende Einsichten. Durch das Empfinden von Ungerechtigkeit wird „etwas“ angestoßen. In der Person ist „etwas“ in Bewegung gekommen und nicht selten wird „persönliches Streben“ in Gang gesetzt. Entsprechend der persönlich und aktuell relevanten Themen ist der Wunsch mehr zu wissen und Interesse geweckt. Die Auswahl ausschließlich spezieller, zu den eigenen Vorstellungen passender Informationen ist selektiv. Während von der grundlegenden Einsicht wenig übrig bleibt, geht die Bedeutung der grundlegenden Einsichten verloren. Sinnerfassen und Verstehen werden durch weitere Anpassung an Wissensbereiche und angewandte Praktiken beeinträchtigt. In der Vergangenheit hat politisches Engagement u.a. zum Ausbau des tragfähigen juristischen Rahmens beigetragen. Deswegen stellt politisches Engagement meist auch jetzt die Handlungsoption erster Wahl dar. 

 

Eine besondere Situation stellen Krisen- und Notsituationen dar. Wenn Eifer und Unsicherheit den Alltag gestalten, wird nicht selten der Ruf nach Förderung größer. Charakteristisch für den in der Not geborenen Eifer sind dessen irrationale Züge. Teilweise sind dadurch begrenztes Verstehen und manche Missstände hausgemacht. Fragliche Theorien sind ebenso schnell zur Hand wie Anhänger gefunden und grundlegende Zusammenhänge überbrückt sind. Die Größe der Aufgaben lässt die eigenen Probleme klein und annehmbar erscheinen. Räume werden gebilligt und entsprechend der Vorurteile „bereinigt“. Gemeinsam herrscht die Überzeugung vor, dass es so und nicht anders laufen muss. Persönliche Inhalte werden in den Vordergrund gestellt. Mit Nachdruck wird zum Mitmachen aufgefordert. Im Namen der allgemein vertretenen Werte haben die anderen – gegen die spezielle Vorkehrungen zu treffen sind – draußen zu bleiben. Im Alltag und Berufsleben wird im großen Stil jener oberflächliche, nicht selten provokante Austausch gepflegt. Losgelöst von Grundlagen ist Sicherheit ein Gefühl in diesem Zustand (vgl. allgemein AfD).

15 Ganzheitliches Verstehen

Ganzheitliches Verstehen zeichnet sich als besondere Herangehensweise an Inhalte aus. Auf diese Weise liefern gängige Praktiken in Berufs- und Arbeitswelt Hinweise zum Verständnis der Aufrechterhaltung des Ungleichgewichts. Im Unterschied zu sowohl wirtschaftlich-ökonomischen als auch anderen spezifischen Herangehensweisen wird das Vorgehen nicht von speziellen Interessen geleitet. Auch allgemeine Betrachtungen sind von Bedeutung. Ganzheitliches Verstehen geht mit erweiterten Reichweiten einher. Gängige Praktiken in Berufs- und Arbeitswelt müssen nicht weiter isoliert voneinander betrachtet werden:  

  • Aktuelle Unternehmensstrukturen sehen Trennungen und Begrenzungen in abgetrennte Produktions- und Arbeitsabteilungen vor.
  • Tätigkeiten und Arbeitsinhalte werden von speziell ausgebildeten Arbeitskräften ausgeübt.  
  • Modularisierte Ausbildung und allgemeine Hinwendung zum Detail sind Standard. 
  • Faktenwissen ist gefragt und nimmt im Bildungsverständnis eine Schlüsselposition ein. 
  • Der Einfluss von Experten und Expertentum nimmt zu. 
  • Die Transparenz jeglicher Angestelltentätigkeiten wird eingefordert (Arbeitnehmerseite).
  • U.a. bleibt die Einsichtnahme in Finanzbücher und Tätigkeiten der Unternehmensführung verwehrt. 
  • Weiterbildung und Qualitätsmanagement sind ausschließlich für Angestellte und Arbeiter vorgesehen.
  • Extrabehandlung der Unternehmensführung und der Verweis auf Verantwortung. 

 

Ganzheitliches Verstehen unterscheidet sich von üblichen Herangehensweisen bzw. es werden die üblichen Grenzen alltäglicher Inhalte überschritten. Ziele werden nicht direkt angestrebt, sondern Voraussetzungen und insbesondere Grundlagen fällt die Aufmerksamkeit zu. Diese Herangehensweise macht es zum anderen erforderlich, dass alle oder grundlegende entsprechende Facetten einbezogen werden. Grundlegende Einsichten und alle relevanten Facetten des Handels sind erforderlich, um das Ungleichgewicht erfassen zu können. Erst abschließend werden Ungerechtigkeit und Verbrechen als Folge verstanden. 

 

Am Schicksal von aktuell einberufenen Ethikkommissionen zeigt sich, dass grundlegendes Verstehen auf zwei wesentlichen Aspekten basiert. Einerseits bedarf es der Fähigkeit zu verstehen, sich weder in Interessen und der Welt zu verlieren. Zudem bedarf es grundlegender Einsichtnahme, um ein Unternehmen überhaupt im Ganzen wahrnehmen zu können. Auch als Mitglieder von Kommissionen sind Personen an Interessen, persönliches Streben und Sorgen gebunden. Notwendigerweise muss eine Ethikkommission auch dann scheitern, wenn entscheidende Facetten nicht einbezogen werden. Erst wenn insgesamt keine ethisch-moralischen Flecken auf der Karte des Gesamtunternehmens mehr vorhanden sind, macht das Einberufen derartiger Untersuchungsorgane Sinn. Da aktuell allenfalls Produktion und Vertrieb zum Inhalt der Untersuchung gemacht werden, macht der Versuch, ethisch-moralische Standards umzusetzen, als solcher keinen Sinn. 

 

Alltägliche Auseinandersetzungen und Kämpfe zielen engagiert direkt auf die Abschaffung von  Ungerechtigkeit ab. Ganzheitliches Verstehen bedeutet, sowohl jene Inhalte von Diskussionen, Nachrichten als auch Themenkomplexe und Ungerechtigkeit als Folgen von grundlegenden Missständen zu verstehen.

Entsprechend der alltäglichen Herangehensweise erregen die Folgen von grundlegenden Missständen und nicht die grundlegenden Missstände selbst immer wieder die Gemüter. Allgemein spielt sich Leben innerhalb dieser Folgen des Ungleichgewichts ab. Personen sind ebenso den Folgen ausgesetzt, wie es in der Welt keinen Ort frei von den Folgen des Ungleichgewichts gibt. Der Wunsch nach umgehenden Veränderungen und das Streben nach Zielen ist verbreitet. Von diesen Zielen ausgehend, ist grundlegendes Hinterfragen kaum möglich. Auf rationale Analysen und Bestandsaufnahmen folgen bereits Veränderungswege. Dabei wird auf bewährte Vorstellungen, Wissen und Praktiken zurückgegriffen. Insgesamt werden Zukunftspläne keineswegs unbeholfen entworfen. Während die Ausrichtung der Veränderungsstrebungen konkret auf „etwas“ abzielt, finden jedoch grundlegende, der aktuellen Situation vorangehende Zusammenhänge, nicht anders als bei dialektischen Prozessen, keine Beachtung. 

 

In entsprechenden Situationen sind die Personen vorab aufeinander bezogen. Grundlegende Abhängigkeitsbeziehungen legen Personen und Situation dergestalt aus, dass anschließend für den Träger der Rolle bereits das Schicksal vorbestimmt ist. Auf diese Weise profitiert der größte Teil der Menschen von dem Ungleichgewicht nicht und nimmt trotzdem das Los an. Indem nicht mehr nach der grundlegenden Beziehung gefragt wird, sondern mitempfunden wird, ist bereits grundlegendes Verstehen unmöglich. Die Person nimmt das Rennen, ohne zu fragen, wer da eigentlich gegeneinander antritt, an. Schließlich wird mit den anderen mitempfunden und zugleich hoffnungslos gegen die vorprogrammierte und nunmehr erlebte Ungerechtigkeit gekämpft. Durch diese vorangegangenen Weichenstellungen ist die grundlegende Ebene bereits verloren. die grundlegende Ebene ist  verloren. Mitempfindend sind vergleichbare Beispiele von ähnlichen Vorfällen gefunden.  

 

Auch ein Perspektivwechsel reicht nicht über die angenommene Abhängigkeitsbeziehung hinaus. Kein Plan, keine Technik oder Handlung kann überhaupt zur Veränderung der angenommenen Identifikation beitragen. Das grundlegende Ungleichgewicht gestaltet den Alltag, der sich ausschließlich in den daraus folgenden Erlebnissen abspielt. In den Grenzen vollzieht sich wissenschaftliche Praxis und ist auch jene vermeintlich wissenschaftliche Objektivität begrenzt.

Entsprechend seiner Vorstellungen und Erklärungen fühlt sich der, immer schon mit diesen Umständen konfrontierte, Mensch verstanden. Indem Verhaltensmuster und Schemata besser verstanden werden, trägt das Wissen zur Verbesserung von Behandlungspraktiken bei. Menschen werden für ein Leben in jener Ungerechtigkeit fit gemacht. Solange das grundlegende Ungleichgewicht nicht verändert wird, profitieren insgesamt die wenigen Nutznießer von derartiger Optimierung.

Insbesondere das Prinzip der Gewinnmaximierung versetzt die gesamte Arbeitswelt in einen Zustand von Stress und Druck. Statt das Grundprinzip zu hinterfragen, werden Programme konstruiert, die das Erlernen des Umgangs mit Stress erleichtern. Derartige öffentliche Themen schlagen Wellen, ohne der Situation und dem Prinzip der Gewinnmaximierung auf den Grund zu gehen. Abertausenden Stimmen wird Raum zur sogenannten Selbstdarstellung gegeben. Betroffene und Interessierte interviewen sich gegenseitig. Wenn es gelingt, alle Arbeiter der Welt zu vereinen, kreisen engagierte Forderungen um Folgeprobleme, deren Lösung jenen Wenigen gar in die Hände spielt. Solange grundlegendes Verstehen außen vor bleibt, unterstreicht auch diese  Positionierung die Abhängigkeitsbeziehung. Immer schon haben Menschen sich angepasst und für bessere Umstände gekämpft. Es ist an der Zeit, dass sich der Mensch an jene Umstände und Folgen des Ungleichgewichts nicht weiterhin anpassen sollte. Es ist an der Zeit, die Umstände grundlegend zu hinterfragen! 

 

Gänzlich anders vollzieht sich grundlegendes Verständnis, das Blick über den Tellerrand hinaus öffnet. Ausgangspunkt der Betrachtungen sind grundlegende Missstände und nicht die nachfolgenden vielen Gesichter der Ungerechtigkeit. Durch diese neue Betrachtung wird grundlegende Abhängigkeit, jene Kette um den Hals, wird ersichtlich. Diese neu gewonnene Einsicht kann nicht einfach abgelegt werden. Zugleich kommt dann kein Mensch mehr auf die Idee, die Abhängigkeit wieder auszublenden, und wird sich nicht erneut in der Kette von Zielen verlieren. Selbstverständlich wird jene entgegengesetzte „Ausrichtung“ beibehalten. Während einstiger Vorstellungs- und Gesprächsrahmen den wenigen Nutznießern entsprach, bekommt jetzt auch die Frage, ob es das bis dato gelebte Leben tatsächlich gewesen sein kann, eine neue Qualität. Weder Schicksal noch Los der Menschen und auch die Anzahl der wenigen Nutznießer sind zufällig. Während Mitleiden auch ein Einfügen in die Abhängigkeit bedeutet, wird jetzt andererseits festgestellt, dass die Gewinne als solche auch für den größten Teil mehr als ausreichend sind. 

 

Jene Einsichten und grundlegende „Ausrichtung“ verlieren sich nicht in den Inhalten bzw. weit verbreiteten und bereitgestellten Auslegungen. Das aktuelle Beispiel von Risiko- und Spekulations-geschäften verdeutlicht das Vorgehen. Von Interesse sind nicht die speziellen Inhalte, wenn entgegengesetzt gefragt wird. Herausgearbeitet wird jener eine, einzige Gesprächsrahmen, jene als einzige gültig etablierte Anschauung. Normalerweise ist auch hier die Verantwortungsübernahme entsprechend der Darstellung der Geschäftsführer Ausgangspunkt. Da grundlegende Zusammenhänge von diesen niemals zum Inhalt gemacht werden, sind diese in den alltäglichen Inhalten auch nicht zu finden. Entsprechend bewegen sich auch kontroverse oder oppositionelle Perspektiven in diesem einen Rahmen. Jegliche politische Ausrichtung stimmt dieser Betrachtungsweise zu. In üblichen Gesprächen über Risiko- und Spekulationsgeschäfte haben üblicherweise die Folgen der Risikobereitschaft Bedeutung. Dieser Normalität liegt das klassische Verständnis von Handel zu Grunde – das, für normal gehalten, nicht wirklich in Frage gestellt wird. Lediglich jener fragliche Ausschnitt der Gesamtsituation ist zur gesamten Welt bestimmt worden. Allein das Verständnis jener Wenigen ist maßgebend.

Risikobereite Entscheidungen der Geschäftsführung liegen dieser Wirklichkeit zu Grunde. Dieses fragliche Verhalten wird, wie andere Missstände, konsequent ausgeklammert und mitunter verleugnet. Im Alltag wird das natürliche Verständnis von Handel und die Betrachtung der Situation auf den Kopf gestellt: Von Arbeitnehmern wird erwartet zu lernen mit dem Risiko umzugehen. In den Medien verlieren Menschen dahingehend ihren Kopf, dass sie, nach ihren Zielen strebend, die eine Betrachtungsweise nicht in Frage stellen. 

 

Weder kann es eine Geschäftsführung untersagen, noch ist es allgemein verboten, die  Risikobereitschaft der Geschäftsführung zu hinterfragen. Solange die Menschen allerdings mitmachen, hat keine Geschäftsführung einen Grund, derartige Betrachtungen und Inhalte zu thematisieren. Allgemein stellt die Ungleichheit allerdings einen Grund dar, die Hintergründe unbedingt zu Inhalten der öffentlichen Diskussion zu machen. Grundlegendes Verständnis braucht keinen Zuspruch durch die Geschäftsführung und ist entgegen der Analysen der Risiko- bzw. Krisensituation ausgerichtet. Die Fragen nach Grundzusammenhängen stellen auch die Notwendigkeit des Risikos überhaupt in Frage. Kurzerhand wird die bis dato herausgehaltene Geschäftsführung als Inhalt in die Gespräche einbezogen. Hierbei handelt es sich  um entscheidende Facetten einer Gesamtbetrachtung.  Immer schon waren jene Welten, in denen sich Pläne, Ziel und auch Problemlösungsbestrebungen vollzogen haben, durch wirtschaftliche Interessen anderer ausgelegt. Die neuen, erweiterten Reichweiten öffnen diese grundlegende, für ganzheitliches und ethisches Verständnis relevanten Zusammenhänge. Bis dato war ein aktuelles Thema von eigenem und öffentlichem Interesse. Erweiterte Betrachtungen über jenen normalen, einzigen Gesprächsrahmen hinaus zeigen die Grenzen jener thematischen Herangehensweise an. Jenseits der lediglich thematisierten Oberfläche werden auch Eigeninteresse und Gewinnstreben einbezogen. 

 

Über die Grenzen betriebswirtschaftlicher Betrachtungen hinaus öffnet der erweiterte Fokus der Gesamtbetrachtung schließlich einen vernünftigen Gesprächsrahmen. Wirtschaftliche Betrachtungen stellen nur noch eine unter vielen Facetten einer ganzheitlichen Betrachtung dar. Jenseits dieser bisher insgesamt unzureichenden Betrachtung wird Verstehen überhaupt erst möglich. Dass grundlegende Informationen hingegen verschleiert werden, verhindert grundlegendes Verstehen. Indem lediglich spezielle Interessensbereiche und die Fokussierung von Leistungsaspekten begünstigt werden, hat sich ein einseitiges Verständnis von Handel durchgesetzt. Die Reproduktion des Ungleichgewichts findet keine Beachtung. Derartige Einflussnahme bewegt sich zwischen unzureichender Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, unzureichender Verantwortungsübernahme und Machtmissbrauch. Es gibt keinen Grund allgemeine Informationen über das Unternehmen zu verschleiern. Allgemein wird wesentliches und grundlegendes Verstehen mitunter verhindert. Die Satzung eines Unternehmens stellt den entscheidenden grauen Flecken auf der ethisch-moralischen Landkarte dar.

16 Gleichgewicht und Ungleichgewicht – ein neues Verständnis von Unternehmen

Im Alltag ist von Einflussnahme, die tatsächlich vom Volk ausgeht, zu hören und ebenso wird diese Annahme bezweifelt. Im Folgenden trägt die Darstellung jener normal-alltäglichen Einflussnahme in Abgrenzung zu grundlegender Einflussnahme insbesondere dazu bei, deren  Möglichkeiten und Grenzen deutlich zu erfassen. Während anschließend die Grundzüge eines ausgeglichenen Unternehmens skizziert werden, stellt sich insgesamt die Frage, inwieweit sich ein ausgeglichenes Unternehmen umsetzen und realisieren lässt.

Das Spektrum normal-alltäglicher Einflussnahme umfasst neben Problemen, Krisen und Missständen die gesamte Vielschichtigkeit des Alltäglichen. Mitunter finden sich spezielle Gewichtungen bzw. Übergewichtungen in politischen, religiösen und insbesondere radikalen Auslegungen. Während autoritäre Praktiken Fanatismus und Dogmatismus begünstigen, wirkt sich Einflussnahme einzelner Interessenverbände und insbesondere politischer Einfluss nachhaltig auf das Alltagsleben aus. Die Folgen von staatlicher Überregulation sind historisch dokumentiert. Mitunter gelingt es speziellen Politikern und Stars sich auch im Show- und Werbebusiness zu produzieren. Während über Zuständigkeiten immer wieder diskutiert wird und Verantwortlichkeiten weitergereicht werden, wird der öffentliche Einfluss mitunter unterschätzt. Keineswegs ist die Person als solche und bestimmt keine einflussreiche Persönlichkeit mit einem passiven Konsumenten gleichzusetzen. Es bietet sich an, Trendentwicklungen und Modeerscheinungen als Wechselwirkungen zwischen Personen und beispielsweise Interessenverbänden zu verstehen. Ob tatsächlich irgendein Einfluss einer ganzen Generation oder Nation einen Stempel aufdrückt oder ob sich Menschen tatsächlich passiv in bereitgestellte Weltanschauungen einfügen, kann wesentlicher Teil einer einflussreichen, da lähmenden Schwarz-Weiß-Betrachtung sein. Betrachtungen werden geteilt, dienen als Identifikationsmöglichkeit und werden mitunter im Internet gepostet. Während die Einflussnahme und Besetzung von Ländern einer gewissen Legitimation bedarf, kann aus einem ausgerufenen Kriegszustand ein tatsächlicher Kriegszustand gemacht werden. Gewiss werden auch aktuelle Positionierungen bzw. sogenanntes Selbstverständnis von Gruppen und auch Nationen von spezifischen Wahrnehmungen und politischen Weltanschauungen geprägt. Übergewichtung von speziellen Interessen und Idealen überhaupt wirkt sich zu Lasten des Erlebens aus und Bodenständigkeit wird eingebüßt. Maximale Einflussnahme durch die sogenannte Gleichschaltung politischer Systeme stellt das allgemeine Verständnis auf den Kopf. Der moralisch-juristische Einfluss von Gesellschaft und Justiz beschließt über den angemessenen und endgültigen Umgang mit Kriegsverbrechern und den Nutznießern des Ungleichgewichts. Als Produzent allgemeiner Rahmengebung und diskursiver Auslegungen stellt spezielle, persönliche und auch kollektive Einflussnahme insgesamt das öffentliche und zugleich den Alltag gestaltende Verständnis dar (u.a. Schlagwort „öffentliche Meinung“, „Norm“, „Kolonialismus“). 

Während normal-alltägliche Einflussnahme länderübergreifend und global ist, bietet sich allgemein die Unterteilung in diskursive Inhalte (A Rahmen / allgemein diskursive Auslegungen) und Gestaltung von Alltagspraktiken an (B Gestaltung / Allgemeinverständnis). Insbesondere bietet sich dies zur kritischen Auseinandersetzung mit Einflussnahme insgesamt an. Jene diskursiven Inhalte schließen insbesondere prägende, zuvörderst christlich-platonische Einflüsse in den Anfängen des Abendlandes unterwegs zur Globalisierung ein. Mit der Ausweitung des Einflussbereichs geht die Abgrenzung des Kulturkreises einher. Schlagworte sind „gemeinsame Werte / Ideale“ bzw. ferner „Idealismus“, Trennung von „Innen“ und „Außen“ bzw. „Gut“ und „Böse“ und eine einhergehende Dynamik (A1). Zudem vollziehen sich politisch-juristische Auslegungen, insbesondere durch die juristische Verfassung (A2). Die Gestaltung von Alltagspraktiken vollzieht sich hingegen durch die Auslegung von Lebenszusammenhängen. Während sich weitestgehend ein mehrheitlich getragenes Verständnis von Alltagspraktiken abzeichnet, differenziert sich Alltagsgestaltung mitunter regional unabhängig aus (B). 

 

Ein kritischer Zugang könnte beispielsweise bei anfänglicher, diskursiver Prägung ansetzen. Während in den Anfängen einer Kultur Ausgrenzung mit der Erhebung des Geistigen über Bedürfnisse einhergeht, ist die Aktualität der Einflussnahme Jahrhunderte später fraglich.  

 

Möglichkeiten und Aufgaben normal-alltäglicher Einflussnahme fordern eine kritische Herangehensweise ein. Die Hauptaufgabe von Rahmengebung und Gestaltung stellt die Auslegung der Ausgangssituation dar. Dabei schließen politisches Engagement und alltägliches Gestalten zwar an das grundlegende Ungleichgewicht an, aber die Art und Weise des Engagements und der Gestaltung (A/B) ist keineswegs eine notwendige oder abgeleitete Folge des grundlegenden Ungleichgewichts. Während faktisch im Anschluss an die Ausgangssituation die Umsetzung der bestmöglichen aller Welten möglich ist, existiert jene eine, tatsächlich realisierte Variante. Gleichzeitig erschöpft sich das Engagement weitestgehend im Kampf gegen Ungerechtigkeit. In diesem stellen diskursive Praktiken oder systemimmanente Fehler und Missstände Ansatzpunkte dar. Die Aktualität der alltäglichen Ereignisse und die Komplexität der Anforderungen und Verpflichtungen trägt zur Überbewertung von Folgeproblemen und zur Abnahme der Einflussmöglichkeiten bei.   

 

Entgegen jener normal-alltäglichen Einflussnahme bewirkt das klassische Verständnis von Handel grundlegende Veränderungen, so dass die Ausgangssituation immer schon aus dem Gleichgewicht gebracht ist. Jenes folgenschwere Ungleichgewicht beeinflusst alle Menschen auf gänzlich unterschiedliche Weise. Nutznießer nutzen vergleichbar mit Trittbrettfahrern ihre Möglichkeiten, indem sie über Gewinne und einhergehenden Einfluss verfügen. Obwohl die Folge, dass mit Geld oder Arbeitskräften Geld gemacht werden kann, nicht zwangsläufig ist, wird dies allerdings als „normal“ empfunden. 

Entscheidend für das Verständnis von Einflussnahme ist, dass sich jener „Eingriff“ sowohl durch grundlegende als auch normal-alltägliche Einflussnahme auszeichnet. Sowohl der prägende Einfluss des Ungleichgewichts, als auch Engagement und Gestaltung spezieller Vertretungen, Parteien und Positionierungen zeichnen den „Eingriff“ aus. Jene speziellen, wirtschaftlichen Ausformungen gehen auf beide Einflussquellen zurück. 

 

Während normal-alltägliche Einflussnahme das grundlegende Ungleichgewicht nicht erreicht oder gar beeinflussen kann, sind Analyse des Ungleichgewichts, Analysen jener Schere zwischen Arm und Reich begrenzt. Auch die Reichweite systemischer Zugänge geht lediglich mit der Reichweite jenes normal-alltäglichen Einflusses einher. Jene begrenzten Inhalte müssen nicht ausschließlich die Inhalte der öffentlichen Diskussion darstellen. Insbesondere die öffentliche Diskussion sollte und muss keineswegs ähnlich begrenzt sein. Sehr wohl kann das klassische Verständnis von Handel diskutiert und das grundlegende Ungleichgewicht Inhalte von öffentlichen Diskussionen sein. Aktuell stellt sich die Frage, inwieweit es sich die öffentliche Diskussion leisten kann, auch weiterhin über folgenschweres Ungleichgewicht und grundlegende Abhängigkeit hinwegzusehen. Ein stabiles Gleichgewicht geht mit natürlichen Bedürfnissen des Menschen, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit einher und steht weiterhin aus.  

 

Der erweiterte Fokus auf Alltag und die bis dato unhinterfragte Ausgangssituation stellt keinen Gegenentwurf dar. Selbst wenn sich die öffentliche Diskussion öffnet und grundlegende Zusammenhänge eingeschlossen werden, wird auch künftig die Analyse von speziellen Bereichen durchgeführt. Die üblichen Ansätze setzen buchstäblich bei den Folgen des Ungleichgewichts an, so dass jene dialektischen und anderen Verfahren theoretische Idealvorstellungen hervorbringen. Hingegen basieren die im Folgenden skizzierten Darstellungen von Grundzügen eines ausgeglichenen Unternehmens auf einer veränderten bzw. ausgeglichenen Ausgangssituation. Gleichgewicht wird auch hier – nicht anders als häufig auch im Alltags- und im wissenschaftlichen Diskurs – in Zusammenhang mit „Natur“ gestellt. Vergleichbar mit sogenannten „natürlichen Produkten“ oder einem „natürlichen Zustand“ fällt auch dem Gleichgewicht eine positive Bedeutung zu. Die üblichen Betrachtungen kreisen in einer Geschichte jener Begrifflichkeiten, die zugleich die Geschichte des Ungleichgewichts ist. Erklärungen oder gar Definitionen sind meist an spezielle Verwendungszecke gebunden. Im Folgenden wird von exakten Definitionsversuchen abgesehen. Jenseits des „Eingriffs“ werden Freiräume und Möglichkeiten jener ausgeglichenen Unternehmen angedeutet. Menschen die ihre Einflussmöglichkeiten wahrnehmen.

 


Ein neues Verständnis von Unternehmen
„Noch nicht“: Aktuelles Verständnis von Arbeit
Aktuelle Unternehmen zeichnen sich durch jenes „Noch-Nicht“, das Nichtumsetzen von gegebenen Möglichkeiten aus. Während Einkommen und Umgang mit Gewinnen noch nicht in der Satzung des Unternehmens festgehalten werden, kommen auch andere einfach umzusetzende Verfahren nicht zum Einsatz. Allgemein wird die Möglichkeit, grundlegende Regelungen in der Satzung zu verankern, noch nicht umgesetzt. Während Marktbedingungen und Marktstrategien der Konkurrenz für die Unternehmensplanung entscheidend sind, basieren Marktbeobachtung und Gewinnmaximierung auf quantitativ-funktionalen Methoden.


Normal
Auch für zukünftige Unternehmen besteht weiterhin die Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten. Auch weiterhin zeichnet sich ökonomische Zielsetzung durch Rentabilität, Unternehmenssicherung und Fortbestand aus. Während Wirtschaftlichkeit von realer Nachfrage und Verkauf abhängt, halten sich Nachfrage und Produktion die Waage. Auch weiterhin tragen entsprechend koordinierte Handlungsabläufe und organisierte Zeitplanungsprozesse zum Fortbestand und der Entwicklung des Unternehmens bei. Die Aufgabe der Organisation und Personalwirtschaft wird es sein, nach Zielbestimmung, Planung und Entscheidung für eine angemessene Ausführung der geplanten Maßnahmen zu sorgen. Grundsätze der Zielbestimmung, allgemeine Handlungsabläufe und sonstige anderen Prozesse bleiben unverändert.


Allgemein Unternehmen – Einleitung neue Unternehmen
Die folgenden Überlegungen stellen mögliche Veränderungen dar. Jene zukünftigen Unternehmen unterscheiden sich von heutigen Unternehmen nicht wesentlich. Heutige Unternehmen zeichnen sich durch Übergewichtungen und Prägungen aus, jenen Folgen der grundlegenden Einflussnahme („Eingriff“). Entsprechend ist von verändertem Konkurrenzverhalten und neu ausgerichteten Unternehmen auszugehen. Wie ein Unternehmen konkret aussehen wird und wie sich zukünftige von heutigen Unternehmen unterscheiden werden, hängt entscheidend von der Einflussnahme von Gesellschaftern und Geschäftsführung ab.  

Das ausgeglichene Unternehmen sticht durch ungewohnte Festlegung der Gewinne hervor. Insgesamt zeichnet sich eine veränderte Steuerung des Gesamtunternehmens ab. Jegliche Entscheidungsprozesse basieren auf fundierten Einsichten und ganzheitlichem Verständnis, das sich wiederum durch differenzierte und vielschichtige Verstehensprozesse auszeichnet. Die Integration jeglicher Facetten des Handels wird erfüllt, und tatsächlich werden ethische Standards umgesetzt. 


Handel
Solange die längst gegebenen Möglichkeiten eines ganzheitlich transparenten Unternehmens und erweiterter Betrachtungen ungenutzt bleiben, wird erst die Zukunft zeigen, was Handel noch sein kann. Indem die Ausgangssituation von Einflüssen befreit und als Grundform verstanden wird, stehen unterschiedlichste Möglichkeiten der Auslegung offen. Während zwischenmenschliche Interaktionsgestaltung keineswegs von einem übergeordneten Prinzip dominiert wird, basiert das einhergehende Beziehungsarrangement eigentlich auf Unabhängigkeit. Für die Dauer des Handlungsprozesses treten die beiden Seiten in einen ergänzenden Bezug zueinander. Jene ausgeglichene Beziehung löst sich nach dem erfolgten Handel. Insgesamt halten sich Verkauf und Kauf die Waage. Die kaufende Seite hat entsprechend gezahlt und die Seite des Verkaufs wurde entsprechend entlohnt.


Gewinne
Das neue Unternehmen basiert auf grundlegenden Festlegungen, die von Anbeginn in der Satzung verankert sind. Insbesondere das Öffentlich- und Transparentmachen von Firmeneinnahmen, Ausgaben und insbesondere Angaben zum Umgang mit Gewinnen neben anderen entsprechenden Unternehmensinformationen ist erforderlich und gewollt. 

Die Ausrichtung und Bestimmung des Unternehmens findet in der speziellen Festlegung der Gewinne Ausdruck. Unter Gewinnen werden jene Überschüsse verstanden, die keinen individuellen oder sonstigen Interessen unterliegen und mit denen entsprechend den Festschreibungen in der Satzung verfahren wird. Von Überschuss ist erst dann die Rede, wenn erforderliche Investitionen zur Sicherstellung der Qualität des Produktes und der Qualität der Arbeitsplätze geleistet wurden. Im Sinne der externen Kooperation können Gewinne auch zur Förderung neuer Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip in der Wachstumsphase festgelegt werden.

Gewinne stellen das Ergebnis gemeinsam erbrachter Arbeit dar und demzufolge ein Gemeinschaftsprodukt aller Beteiligten. Wie mit jenem Allgemeingut verfahren wird, wird auch zukünftig bei der Gründung des Unternehmens festgelegt. Ein ausgeglichenes Unternehmen wird den allgemeinen Vorstellungen aller gerecht. In diesem Verständnis der Auslegung der Gewinne finden sich auch die Interessen der Käufer und Angestellten wieder. Entsprechend handelt es sich hierbei um eine Festlegung eines Allgemeingutes, das keineswegs mit staatlichen Einnahmen oder dem Staatshaushalt verwechselt werden sollte.  


Unternehmensziele
Die Festschreibung der Gewinne bringt Verschiebungen bzw. grundlegende Veränderungen der Konzeption der Unternehmensziele mit sich. Letztlich stellen diese Veränderungen nichts anderes als den Abbau des „Eingriffs“ dar. Bei der Gründung des Unternehmens ist die Regulation des Einflusses der Gesellschafter allein durch die Gesellschafter selbst möglich. Zudem ist es freigestellt, sich nicht als Aktiengesellschaft festzulegen und sich vom Shareholder-Konzept zu distanzieren. Das festgeschriebene Fundament ist die Entscheidung für ein ausgeglichenes Unternehmen, die Grundlage für ethisches Handeln.

Durch Aufwertung und verstärkten Einfluss der Interessen der Käufer und Angestellten vollzieht sich eine Verschiebung der Unternehmensziele. Die neuen Unternehmensziele gehen mit der Bedeutungsabnahme strategischer Planung einher, während die Bedeutung von taktischer und insbesondere operativer Planung zunimmt und sich eine ausgeglichene Bewertungsgrundlage einstellt. Der Abbau des Ungleichgewichts trägt zur Aufwertung sozialer und öffentlicher Ziele bei: u.a. gute Arbeitsbedingungen, betriebliche Sozialleistungen, Arbeitsplatzsicherheit, Möglichkeiten der Weiterbildung und des Aufstiegs Arbeitszeitregelung, Arbeitsplatzgestaltung und Gestaltung der Arbeitsinhalte, Betriebsklima, Ressourcenschonung, Begrenzung von Schadstoffemissionen, Abfallvermeidung, Abfallrecycling, Forschungsprojekte usw.


Leitung bzw. Organisation des Unternehmens
Auch der Einflussbereich des Personenkreises, der für die Leitung bzw. Organisation des Unternehmens zuständig ist, ist festgelegt. Das neue Selbstverständnis geht mit den neuen Aufgaben der Vertretung des Unternehmens einher. Im Sinne des Gesamtunternehmens finden auch die Interessen und Ansprüche der Angestellten und Arbeiter Berücksichtigung. In der Aufgaben-Hierarchie hat die Behandlung von grundlegenden Missständen oberste Priorität. Gleichwertig ist die Organisation des Unternehmens durch die Vertreter des Unternehmens und die Gestaltung des Unternehmens. 

Die Ansprüche jener Vertreter stehen den Ansprüchen der sonstigen Angestellten und die Ansprüche der Angestellten den Ansprüchen der Vertreter in nichts nach (leistungsgerechte Entlohnung, motivierende Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit). Während das ausgeglichene Unternehmen insgesamt die Relativierung und den Abbau betrieblicher Hierarchien begünstigt, zeichnet sich die Zusammenarbeit von Vertretern und Angestellten durch Kooperation und abgestimmte Zusammenarbeit aus (vgl. Kooperativer Führungsstil). Arbeitnehmer nehmen am Prozess der Entscheidungsfindung teil. Wichtige organisatorische Notwendigkeiten und Knowhow ergänzen sich.  Die Gehälter von Vertretern, wie auch Gesellschaftern sind geregelt, unterliegen einer Maximalbegrenzung und orientieren sich an der tatsächlich erbrachten Tätigkeit. Insgesamt wird auf gerechte Entlohnung und geregeltes Arbeitsentgelt Wert gelegt. Der handlungsfähige Gesamtrahmen des Unternehmens wird durch allgemeine Kontrolle des unternehmerischen Handelns sichergestellt. In zukünftigen Unternehmen schließt jene transparente Einsichtnahme auch die Tätigkeit der Vertreter des Unternehmens ein, sodass eindimensionale Betrachtungen, individuelle Bereicherung und entsprechende Machtstrebungen rasch aufgedeckt werden. 

 

Erweitertes Verständnis von Effektivität
Ganzheitliches Verstehen trägt zu einem erweiterten Verständnis von Effektivität bei. In der mehrdimensionalen Betrachtung stellen auch wirtschaftliche Aspekte eine Dimension dar. Ein quantitatives Verständnis von Wirtschaftlichkeit erweist sich als unzureichend. Technische Abläufe werden nicht weiter isoliert betrachtet, sondern als Aufgabe verstanden, die von einem Menschen bewältigt werden. Primär müssen positiver Selbstwert, Kontrollerfahrungen, die Bedeutung der Arbeitsbeziehungen und positives Erleben allgemein gegeben sein, damit überhaupt (längerfristig) Effektivität möglich ist. Entgegen herkömmlichen, vom Prinzip der Gewinnmaximierung geprägten Betrachtungen, die ggf. mitunter anachronistisch dem aktuellen psychologisch, pädagogischen Forschungsstand trotzen, wird das erweiterte Verständnis dem ganzen Menschen gerecht. Ausschließliche Tätigkeiten innerhalb spezieller Teilausschnitte gehören der Vergangenheit an. Einfluss und Kontrolle über Handlungsprozesse, Zufriedenheit der Angestellten, Zusammenarbeit im Team mit ebenso zufriedenen Mitarbeitern, Zuspruch und entsprechende Bezahlung tragen zu weitaus mehr als verbesserter Arbeitsmotivation und einem guten Arbeitsklima bei. Entsprechend dem Verständnis der psychologischen Grundbedürfnisse wird insgesamt psychische Gesundheit gefördert (vgl. Stress, Burnout und Depression). Durch die Gestaltung von Arbeitsprozessen und Interaktionsverfahren wird auf Arbeitsbedingungen gezielt Einfluss genommen. Insgesamt werden die beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht der Mensch an die Arbeitsbedingungen angepasst. Unterm Strich ist von Zunahme der Zufriedenheit der Angestellten und allen Beteiligten auszugehen. 


Fundierte Grundaufstellung
Für ein erweitertes Unternehmen schließt es sich aus, dass Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Grundlegendes Verständnis legt unzweideutig nahe, dass es sich beim Umgang mit Arbeitsplätzen um gar kein Spiel handelt. Ergänzt sich die Einsicht mit einem halbwegs realistischen Gesamtverständnis, das der Bedeutung von Arbeit für u.a. Arbeitnehmer und deren Familien gerecht wird, stellt sich die Frage nicht, ob Risiken und Gefahren von entsprechenden Spekulationsgeschäften eingegangen werden sollten. Der mit der Spekulation einhergehende Zustand, nicht zu wissen, welches Ergebnis eintreten wird, wird allgemein dem Bereich der Fiktion und dem Spiel zugeordnet. Die fundierte Grundaufstellung des Unternehmens ist Garant dafür, dass Übergewichtungen und diverse, meist eindimensionale Betrachtungen als Probleme von Mitarbeitern erkannt werden. Insbesondere wenn es zu verzerrtem Wahrnehmen kommt, Geschäftswelt/Alltag und irrationale Fiktionen verschwimmen, werden entsprechende Hilfsmaßnahmen umgesetzt (vgl. egozentrische Machtansprüche und Selbstwertproblematik). Verantwortungsübernahme einer Person oder Gruppe, Umsetzungsversuche entsprechend konstruierter Machtapparate und sonstige Übergriffe werden unmittelbar wahrgenommen.


Das allgemeine Gleichgewicht und Qualitätsmerkmale
Ein ausgeglichenes Unternehmen gründet auf einer ebenso ausgeglichenen Ausgangssituation. Neben Gestaltung und Aufbau von Unternehmensstrukturen stellen die Pflege von interner und externer Kooperation sowie Zusammenarbeit Gestaltungsmöglichkeiten dar. Ein Unternehmen zeichnet sich durch die beiden Qualitätsmerkmale „Produktqualität“ und „Qualität der Arbeitsbedingungen“ aus. Das Produkt ist ein Produkt neben anderen Produkten. Durch spezielle Produktgestaltung wird das Produkt zu einem besonderen Produkt. Die Qualität des Produktes gibt dem Produkt einen spezifischen Wert. Die Qualität der Arbeitsplätze wird durch die Ausrichtung und Organisation des Unternehmens gewährleistet. Spezifische Arbeitsbedingungen sind in der Satzung festgehalten und werden umgesetzt.


Das Unternehmen insgesamt
Gute Gründe legen es nahe, durch Gestaltung und Organisation des Unternehmens ein ausgeglichenes Gesamtbild des Unternehmens umzusetzen und sich insgesamt in die Unternehmerlandschaft einzufügen. Während das Unternehmen grundlegend auf der Verbundenheit der Angestellten basiert, ist das gemeinsame Erleben Ausgangsbasis für die Umsetzung von Produktion, Vertrieb und jeglicher anderen Handlungsoptionen.

Zumindest vorstellbar ist ein aus der Region hervorgegangenes Unternehmen und zugleich auch die Zusammenfassung jener Umsetzungen, in denen Angestellte und Arbeiter Bedeutung und sich wiederfinden. Während der Mensch das Herzstück des Unternehmens ist, erzählt das Produkt, indem es an der Region teilhaben lässt, jene eine tatsächliche Geschichte. Im mehrdimensionalen und mehrperspektivischen Austausch brüsten sich auch in Zukunft einzelne Stimmen im Chor der vielen mit dem Produkt. Produkte werden aus der Heimat und in jene fabelhaften Erzählungen exportiert und ihre Geschichten immer größer. Für die meisten wird die eigentliche Qualität lediglich im Genuss zu haben sein.

17 Keine halben Sachen: Die neuen Grundlagen werden in der Satzung verankert

Fakt ist, dass das Ungleichgewicht weltweit natürliche Handelssituationen direkt und Alltagsleben indirekt nachhaltig beschneidet. Entscheidend ist zudem, dass das Ungleichgewicht grundlegend  auf den Inhalten der Satzung des Unternehmens basiert. Allerdings sind diese „grundlegende Ebene“ und die Satzung als solche nicht Inhalt des öffentlichen Austausches. Allgemein werden Festschreibungen in der Satzung eines Unternehmens nicht hinterfragt. 

 

Derzeit werden Ethikräte und Ethikkommissionen einberufen. Die begrenzte Reichweite jener Interventionen erfasst nicht alle Facetten eines Unternehmens. Erneut bleiben jene grauen Flecken des Unternehmens, insbesondere die Satzung des Unternehmens und die Tätigkeiten der Unternehmensführung, außen vor. Hingegen wird die Welt der Arbeiter und Angestellten detailliert zum Inhalt gemacht. Während die herausgearbeiteten Vorhaben auch seitens der Unternehmer gepriesen werden, sind von vornherein grundlegende Veränderungen ausgeschlossen. Solange auch weiterhin grundlegende Facetten des Handels nicht einbezogen werden, können Verbesserungen lediglich versprochen werden.

 

Grundlegendes Verstehen liefert Hinweise, wessen Interessen und mitunter Machtansprüche bedient werden. Durch Festschreibungen in der Satzung sind grundlegende Weichenstellung und andere grundlegenden Veränderungen möglich, die derzeit weder wahrgenommen noch realisiert werden.  Die Reichweite von Interventionen misst sich letztlich an den tatsächlichen Veränderungsmöglichkeiten grundlegender Zusammenhänge. Ethische Grauzonen, Grauzonen des Qualitätsmanagements und der Aus- und Weiterbildung sollten der Vergangenheit angehören.

 

Ganzheitliches Verständnis legt es nahe zu realisieren, dass insbesondere das Verfassen  der Satzung rechtlich verankerte Angelegenheit des Unternehmens und nicht Angelegenheit der Politik ist. Gestaltung des Unternehmens ist und bleibt weiterhin Angelegenheit des Unternehmens. Hingegen stellt das Kaufverhalten der Menschen die eigentliche Einflussmöglichkeit dar. Das Kaufverhalten hat, wenn auch indirekten, so aber nachhaltigen  Einfluss auf die Gestaltung des Unternehmens. Durch die Einflussnahme auf die Inhalte der grundlegenden Satzung wird längerfristig mehr als lediglich ein Zeichen gesetzt. In der Satzung kann der Grundstein für ein allgemeines Gleichgewicht gelegt werden. Aktuell ist diese Möglichkeit der Mitgestaltung des Unternehmens gegeben, allerdings noch nicht gelebter Teil des Alltags, Normalität. Während der erforderliche juristische Rahmen gegeben ist, kann Einflussnahme durch Kaufverhalten weder verhindert noch untersagt werden.

 

Konkreter Ansatzpunkt ist die Satzung eines Unternehmens. Grundlegend geht es darum, in der Satzung im Sinne des ganzheitlichen Verständnisses von Handel faire, ethisch-moralisch und sozial vertretbare Arbeitsbedingungen und einen verbindenden Kanon ethischer Grundwerte festzuschreiben. Der Grundeintrag trägt die Handschrift aller Beteiligten, auch künftiger Mitarbeiter. Relevante Rahmenbedingungen sowie die Verteilung von Gewinnen werden bei der Gründung des Unternehmens in die Satzungen aufgenommen. Verantwortungsbewusstes Handeln nimmt im Selbstverständnis des Unternehmens eine zentrale Position ein.  In der Satzung spiegelt sich das ganzheitlich ausgerichtete Selbstbewusstsein des Unternehmens. Eindeutige und einsehbare Positionierungen gehen mit Absagen an riskante Unternehmensstrategien einher. Folgende Ansatzpunkte werden in der Satzung eines Unternehmens freiwillig festgelegt:  

  • Selbstverständnis des Unternehmens 
  • Investition der Gewinne / Regulierung der Gewinnverteilung
  • Kontrolle der Ausgaben  
  • Möglichkeiten der Einsichtnahme 
  • Arbeits- und Handelsbedingungen
  • Unternehmensgestaltung 
  • Regelung von Gehältern
  • Offenlegung der Finanzbücher 
  • Zugänglichkeit und öffentliche Einsichtnahme von weitreichenden Entscheidungen
  • Abbau von Risiken und einhergehender Verantwortung
  • Selbstregulation der Strukturen des Unternehmens, usw.

18 Nicht genutzte Möglichkeiten: Festschreibungen und Einsichtnahme in die Satzung

Die Satzung eines Unternehmens hat grundlegende, richtungsweisende Bedeutung und wird in der Regel sorgsam unter Verschluss gehalten. Aktuell wird die Satzung eines Unternehmens als solche nicht in der öffentlichen Diskussion thematisiert. Dieser Umstand lässt sich durchaus ändern.  

 

Allgemein besteht die bahnbrechende Möglichkeit, sich von Anbeginn mit der Gründung eines Unternehmens in der Satzung von extremen und unethischen Rahmenbedingungen zu distanzieren. Jedes Unternehmen kann sich für oder gegen ethisch-moralische Gestaltung entscheiden. Gleichzeitig können Menschen fragen, warum diese wünschenswerte Möglichkeit (nicht nur unerfahrene) Manager bewusst nicht umsetzen. Insbesondere soziale Initiativen können durch die Offenlegung der eigenen Satzung die eigene soziale Ausrichtung auf diese Weise belegen und die eigene Seriosität unzweideutig unterstreichen. Wenn allerdings von einem Unternehmen und einer vermeintlich sozialen Einrichtung die Einsichtnahme in die Satzungen verwehrt wird, kann dies zum Inhalt öffentlicher Gespräche gemacht werden.

19 Gutgemeintes und entbehrliches Engagement sozialer Initiativen: Bitte Klartext

Einerseits wird von einem Unternehmen oder einer Initiative ein Image gepflegt. Für gewisse Werte, Lifestyle und spezielle Inhalte steht ein Produkt oder eine Initiative offiziell ein. Das Image wird in der Öffentlichkeit präsentiert und stellt eine Art Aushängeschild dar. Das Image sorgt für Aufmerksamkeit und ist Inhalt von Marketingstrategien. Andererseits genießen Produktion und Vertrieb des Unternehmens meist kein öffentliches Interesse. Darüber hinaus werden die Gestaltung des Unternehmens und auch dessen Umgang mit Gewinnen kaum öffentlich thematisiert. 

Der Umgang mit Produkt und Image einerseits und Gestaltung und grundlegender Ausrichtung eines Unternehmens andererseits ist grundlegend anders. Während in der Öffentlichkeit ethisch-soziale und sonstige Werte vertreten werden, werden diese nicht unbedingt ebenso in der Gestaltung einiger Unternehmen umgesetzt. Nach außen hin wecken Imagepflege und mitunter Werbekampagnen Interesse und sorgen für positive Eindrücke. 

 

Solange es Anliegen der Menschen ist, ein Ungleichgewicht von Marketingstrategien und tatsächlicher Gestaltung eines Unternehmens nicht zu wollen, gilt es nachzufragen. Im öffentlichen Gespräch können sowohl die Abweichungen jener hervorgehobenen Inhalte und Werte als auch Unternehmensalltag thematisiert werden. Nicht anders als beim „Wolf im Schafspelz“ wird eine Scheinidentität verkörpert und die tatsächliche Gesinnung verdeckt. Nach außen hin sind Unternehmen und vermeintlich gemeinnützige Initiative entsprechend des positiven Images positiv aufgestellt. Zugleich sind Arbeitsbedingungen, Gestaltung und Ausrichtung des Unternehmens desolat. An den Verantwortlichen liegt es zu erklären, warum sich aufgrund der Wirksamkeit in der Öffentlichkeit ein schillerndes Image zu nutze gemacht wird und auf diese Weise wirtschaftliche Interessen vorgetrieben werden. Soziales, ökologisches und sonstiges, ehrenamtliches Engagement vieler Menschen ist Mittel zum Zweck, so dass Verkaufszahlen maximiert werden. Als Konsument ist der Mensch wirtschaftlichen Interessen untergeordnet, während in der öffentlichen Diskussion Interessen und Vorstellungen bedient werden. Möglichkeiten, Arbeitsbedingungen in der Satzung zu regeln, werden nicht genutzt. Während sich die Initiative durch das Engagement vieler guter Seelen präsentiert, fließen Gewinne jenseits der Einsichtnahme in andere Kanäle. Trotz der tatsächlichen Verschönerung der Welt, Umweltschutz und Ausbau von Gerechtigkeit, wird jenes Ungleichgewicht ausgebaut, das nicht zufällig bereits in der Geschäftsidee angelegt ist

20 Das Prinzip der Einflussnahme und Unternehmenspolitik: Bitte offen und ehrlich

Soziale Initiativen und wirtschaftliche Bereicherung sind nicht vereinbar. Wenn wirtschaftliche Bereicherung durch Einsichtnahme in die Satzung ausgeschlossen ist, sollte überhaupt erst von einer sozialen Initiative gesprochen werden. Dann ist jener wirtschaftlichen Bereicherung unter dem Deckmantel sozialer Wohltätigkeit ein Ende bereitet. Die in der Satzung festgehaltene Unternehmenspolitik einer sozialen Initiative ist u.a. dann relevant, wenn eine Initiative als Anteilnehmer an Unternehmen auftritt. 

 

In diesem Fall werden vom Anteilnehmer an Unternehmen und Tochterunternehmen wirtschaftliche Einflüsse gesichert. Das Prinzip der Einflussnahme ist dann effektiv, wenn eigener Einfluss grundlegend in der Satzung des neuen Unternehmens festgeschrieben wird. Jenseits vom demokratischen Selbstverständnis eines Unternehmens sichert 50-prozentiges Mitspracherecht Einfluss bis in alle Zukunft. Die gezielte Einflussnahme durch die gesicherte Teilhabe an anderen Unternehmen ist mehr als lediglich ein Fuß in der Tür. Wenn die vermeintlich soziale Initiative die Einsichtnahme in die eigene Satzung verwehrt, liegt es an Menschen, dies und ihre Anliegen öffentlich zu thematisieren.

 

Ganzheitliches Verstehen legt nahe, dass derartige Einflussnahmen zur Kontrolle neuer Initiativen nicht einmal notwendig sind. Beim Aufbau neuer sozialer Initiativen gibt es keine guten Gründe für derartige Abhängigkeiten und weitreichenden Folgen. Stattdessen belegt eine soziale Initiative im eigenen Interesse durch Einblick in die Satzungen, dass ihrerseits keine wirtschaftlichen Interessen vorliegen.

21 Die Möglichkeiten der Satzung – Eindeutige Stellungnahme von Marogal

Dass aktuelle Satzungen das Ungleichgewicht fundieren, ist keineswegs eine Notwendigkeit. Vielmehr stellt die Aufnahme entsprechender Regelungen in die Satzung eine ausgezeichnete Möglichkeit dar. Problemlos und einfach kann der Grundstein für eine konstruktive Zukunftsentwicklung gelegt werden. Stehen tatsächlich sozial-ethische Anliegen im Vordergrund, so werden diese grundlegend in der Satzung aufgenommen. Das tragfähige Fundament ist auf diese Wiese zugleich rechtlich begründet. Neben öffentlicher Einsichtnahme bedarf es keiner zusätzlichen Kontrolle und externer, fraglicher Einflussnahme. Aufgabe des Staates ist es, für die Gewährleistung der Inhalte in der Satzung einzustehen. Hingegen liegt es an den Menschen, ihre Anliegen zu formulieren und durch ihren Einfluss in den Satzungen zu verankern. Erst wenn die Satzung eines Unternehmens (oder einer Initiative) zum Inhalt wird, sind Verstehen und grundlegende Veränderungen möglich.

22 Natürliche Grenzen von Initiativen: Grundlegende Veränderung und Reichweite

22.1 Der Umfang einer Initiative

Bei der Umsetzung von sozial-ethischen Zielen sind Umfang und insbesondere Reichweite einer Initiative relevant. Der Umfang einer Initiative kann sich auf die Anzahl der engagierten Menschen oder auch der zur Verfügung stehenden Gelder beziehen. Mitunter sind zehntausende Menschen bei Demonstrationen auf der Straße, Parteien und weltweite Verbindungen zählen Millionen von Mitgliedern und mitunter werden Milliarden von Euro in sozial-ethische Förderprogramme investiert. Der Umfang einer Initiative bedingt auch Nachhaltigkeit und längerfristigen Einfluss. Auszuschließen ist allerdings nicht, dass eine Initiative mit großem Umfang insgesamt zum Ausbau des Ungleichgewichts beiträgt. Mitunter vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich. Am Ungleichgewicht hat die Initiative nichts verändert, während darum herum konstruktiv auf alles Mögliche eingewirkt wird. Womöglich werden Folgen von grundlegenden Missständen aus unterschiedlichsten Perspektiven dargestellt und Mitempfinden trägt zum Gefühl der Erleichterung bei. Vielleicht sind tatsächlich Bäume im Regenwald gepflanzt worden. Das Dilemma jener Initiativen zeichnet sich nicht dadurch aus, dass kein oder zu wenig sozial-ökologischer Einfluss ausgeübt wird. Der Initiative fehlt überhaupt die Möglichkeit, auf das allgemeine Ungleichgewicht Einfluss zu nehmen. Unverändert hat das alte Ungleichgewicht weiterhin Bestand. 

 

22.2 Reichweiten einer Initiative

Reichweite und Umfang einer Initiative sind keineswegs das Gleiche. Die Reichweite bezieht sich zunächst auf das Potenzial einen Kontext zu verstehen und schließlich darauf, diesen durch Einflussnahme zu verändern. Die Reichweite einer Initiative sagt etwas über die tatsächlichen Veränderungsmöglichkeiten einer Initiative aus. Anders als bei Umfang steht bei Reichweiten eher ein qualitativer Aspekt im Vordergrund. Reichweiten, die nicht über Folgeprobleme und Interessen hinausreichen, sich also in speziellen Facetten des Ganzen bewegen ohne grundlegende Zusammenhänge erreichen zu können, werden als geringe Reichweiten bezeichnet. Initiativen mit maximalen Reichweiten haben überhaupt erst das Potenzial, grundlegende Veränderungen zu erzielen. Notwendigerweise setzt der Erfolg einer Initiative voraus, dass die Reichweiten der Komplexität des Problems gerecht werden. Der tatsächliche Einfluss einer Initiative und Bewegung ist nicht von deren Reichweiten zu trennen. Erweiterte Reichweiten ermöglichen es, tatsächlich bei den Gründen jener Missstände anzusetzen. 

 

Reichweiten einer Initiative und Bewegung stehen in engem Zusammenhang mit dem Menschen und dessen Reichweiten. Während das Engagement eines Menschen umfangreich sein kann, zeugen Reichweiten unabhängig von quantitativen Aspekten davon, inwieweit sich jener tatsächlich einlassen kann. Jenes Engagement gleicht sowohl einer persönlichen als auch einer individuellen Auseinandersetzung. Während ein Mensch Mut aufbringt, um aus alltäglichen Gefahren zu treten, wird in dieser Bewegung eine Distanz zurückgelegt bzw. die eigene Reichweite ausgebaut. Einzelne und Generationen von Menschen formulieren Fragen. Während die Fragen zunächst direkt und keineswegs grundlegend sein können, sind die Menschen bereits in ihrer Stimmung, die jetzt eine unbekümmerte Aufbruchsstimmung ist, verbunden. Während Menschen, jene freien Geister, das eigene Zuhause zurücklassen, wachsen sie über sich hinaus. Bereits jetzt sind eigene Vorstellungen größer geworden, indem nunmehr in der als Ganzes erscheinenden Welt auf Missstände gezeigt wird. Die Aussagekraft der Reichweiten ist von großer Bedeutung, da die Menge der Kritik- und Ansatzmöglichkeiten groß und mitunter schwer zu überschauen ist. Während es leicht ist, alles in Frage zu stellen, fällt es schwer, überhaupt einen Überblick zu gewinnen. 

 

Solange weltpolitische Zusammenhänge nicht aus den Augen gelassen werden, profitieren wieder jene wenigen Einflussreichen. Engagierte Menschen verschwenden Potenzial und Lebenszeit mit Folgeproblemen. Es gilt konsequent und ehrlich weiterzumachen, indem beispielsweise auch kritisch nach staatlicher Einflussnahme und Geheimdiensten als solchen gefragt wird. Auch wenn sich Betrachtungshorizont bzw. die individuelle Reichweite vergrößern, heißt dies keineswegs, dass jene neuen „Inhalte“ negativ bewertet oder gar abgelehnt werden. Ganz im Gegenteil trägt die Erweiterung auch zur Neubewertung einst noch überragender Wünsche und Ideale bei.   

 

Allerdings tragen Stress, Pflichten und Aufgaben in Alltag und Berufswelt dazu bei, dass Reichweiten sich nicht wirklich entfalten können. Während die geringe verfügbare Zeit Antworten einfordert und es verhindert eigene Fragen zu stellen, stellen aktuelle Lebenspraktiken irgendwelche Antworten zur Verfügung. Mitunter gleicht die gegenwärtige Lebenssituation einer anhaltenden Konfrontation. Trotz alledem gibt bereits ein kritischer Umgang mit Informationen und Medien, ebenso eine bereits im Fragen angezeigte Positionierung, die niemals in der Stellungnahme verdeckte Stimmung Aufschluss. Immer wieder lässt sich, mitunter über die Grenzen der Partei hinweg, auf entsprechende Veränderungswünsche und entsprechende Reichweiten schließen. Zunächst erschüttern jene „Abgründe von Politik und Wirtschaft“, wenn mitunter sinnlose Investitionen von staatlichen Geldern ausgemacht werden. Es ist menschlich, sich mit den Opfern zu solidarisieren und mitzuempfinden, sich gemeinsam auszutauschen. Tatsächliche Veränderung setzt voraus, neben dem Empfinden jener Abgründe die grundlegenden Zusammenhänge und damit die Veränderungsmöglichkeiten erweiterter Reichweiten nicht zu verlieren.   

 

Erweiterte Reichweiten setzen in gewisser Weise Perspektivwechsel voraus. Die Gegenwart als solche erfährt durch die Vielschichtigkeit eine Erweiterung. Neben politischen und wirtschaftlichen stellen jetzt auch wissenschaftliche Zugänge einen unter vielen anderen dar. Entgegen der Richtung von Analysen zum Detail hin finden mehrere Stimmen Gehör. Durch Perspektivwechsel und indem diversen Zugängen Eingang zum Gespräch geöffnet wird, öffnet sich ein komplexes Verständnis der Gegenwart. Alltag und Leben haben jenseits der einzelnen Bereiche der Wissenschaften viele Gesichter. Über die eigenen Perspektiven hinaus sehend werden Menschen wahrgenommen. 

 

Die Möglichkeit gemeinsam nicht die Folgen, sondern die grundlegenden Missstände zu verstehen ist gegeben, allerdings durch die Perspektivenvielfalt an sich noch nicht getan. Einerseits ist es erforderlich, dass die Gemeinschaft mitempfindend den Opfern in Krisen und Notsituationen unterstützend zur Seite springt. Über Glaubens- und Vorstellungsgrenzen hinweg stellt sich gemeinschaftliches Mitempfinden ein. Mitempfinden meint nicht, die eigenen Vorstellungen in die andere Person und die Situation zu legen, sondern die Perspektive des Menschen gegenüber zu verstehen. Eigentlich gilt es, die gemeinsame Grundstimmung zu teilen, sich auszutauschen und zu akzeptieren, dass die Geschichte und Gefühle des Menschen gegenüber andere und nicht die eigenen sind. Andererseits ist es ebenso erforderlich, dass sich nicht das gesamte Engagement in Aktivitäten in der Welt verliert. Grundlegende Einsichten dürfen nicht aus den Augen verloren werden.  Betreffend Perspektivwechseln trägt die Fähigkeit des grundlegenden Verstehens zur Erweiterung der Reichweiten bei. Perspektivenwechsel stellen dann den Eintritt in diese (sogenannte post-moderne) Welt der Gegenwart dar, wenn der Mensch nicht im Glauben an die eine, die eigene, die abendländische Wahrheit stehenbleibt. Erst dann erscheinen Grundlagen als nichts Festes. Möglichkeiten der Veränderung können überhaupt erst verstanden werden.  

 

Ganzheitliches Verstehen heißt auch, dem Umfang und der Komplexität der Inhalte überhaupt gerecht zu werden. Tatsächlich gibt es gute Gründe aus der Geschichte zu lernen. Auch der Versuch, aus der Geschichte und überhaupt lernen zu können, macht es erforderlich, nicht in entscheidenden Situationen und Positionierungen stehen zu bleiben. Indem einhergehende Gefühle angenommen werden, kann dann die volle Reichweite des Verstehens umgesetzt werden. Auf diese Weise gelingt es, Hinweise frühzeitig wahrzunehmen. Rechtzeitig können Ausbau von Korruption, despotische Herrschaftssysteme, allgemeine Unzufriedenheit und andere fraglichen Praktiken und Entwicklungen erkannt und abgewandt werden. Zudem gilt es zu erkennen, dass über diese konstruktive Einflussnahme Veränderungen der grundlegenden Missstände erforderlich sind. Auch wenn aus  der Geschichte gelernt wird, wird auf diesem Wege das Ungleichgewicht nicht abgebaut. Eine Gesamtsituation kann erst dann verstanden werden, wenn Folgen und Auswirkungen von grundlegenden Zusammenhängen unterschieden werden können. 

Es ist wichtig, dass der Einfluss von Staatsgewalt und insbesondere Polizei sich rechtens vollzieht. Einerseits sollten Missstände staatlich-polizeilichen Handels verändert werden und zugleich sollte das Ungleichgewicht nicht aus den Augen verloren werden.

Immer wieder gelingt es Menschen mit entsprechender Reichweite eine komplexe Situation zu erfassen. In der Krise und Not wird Schmerz und Wut angenommen und über den Tellerrand hinweg die Abhängigkeitsbeziehung und das Ungleichgewicht wahrgenommen.

Wenn das Ungleichgewicht und die weltweite wirtschaftliche Einflussnahme als grundlegend verstanden werden, ist weitreichende Einflussnahme der Menschen erforderlich. Immer wieder sind Menschen in der Geschichte gemeinsam auf die Straße gegangen.

Einflussnahme, Aktionen und Demonstrationen, die auf politische Änderungen abzielen, sich von veränderter Politik Antworten erhoffen oder einfach gegen die Politik gerichtet sind, haben eine begrenzte und womöglich nicht die erforderliche Reichweite.

Gegenwärtig stellt sich die Frage, inwieweit Reichweiten von Demonstrationen und anderen Initiativen überhaupt grundlegende Veränderungen erzielen können. Das weltweite Ungleichgewicht wird mitunter lediglich gestaltet und gleichzeitig erhalten und ausgebaut.  Kritisch sollte gefragt werden, welche Initiative aufgrund ihrer geringer Reichweite letztlich nicht doch das Ungleichgewicht bedient. Menschen sind engagiert, finden zu Demonstrationen und Veranstaltungen zusammen. Wenn sich trotz Einflussnahme auf die Politik das Ungleichgewicht in der Gegenwart weiter vergrößert, das Ungleichgewicht und nicht die Politik als grundlegend herauskristallisiert hat, dann sind unbedingt Veränderungen mit grundlegender Reichweite erforderlich. Notwendigerweise müssen eine Initiative, Engagement und Veränderung auf grundlegende Handelskreisläufe und Abhängigkeitsbeziehungen Einfluss nehmen. Tatsächlich beeinflussen ausschließlich derart grundlegende Veränderungen die Struktur und die Dynamik des Ungleichgewichts. Grundlegende Veränderungen erfordern maximale Reichweiten einer Initiative.

23 Um was es tatsächlich geht: Allgemeine Situation in der Gegenwart & Handlungsalternativen und Mitmachen & eine neue Lebenspraxis

Allgemeine Situation in der Gegenwart

Die Gegenwart zeichnet sich allgemein durch diverse „Auffälligkeiten“ aus, die in den Medien und im öffentlichen Gespräch präsent sind, jedoch nicht weiter hinterfragt werden. Werden diese „Auffälligkeiten“ konkret thematisiert, dann rufen diese sehr wohl Verwunderung aus.  Es ist normal, ein Produkt zu kaufen und keine Informationen betreffend der Gestaltung des Unternehmens und dem Verbleib der Gewinne zu haben. Über den größten Anteil des weltweiten Kapitals verfügen weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung. Während die Besteuerung dieser immer wieder thematisiert wird, entziehen sich die Geschäfte jeglicher öffentlicher Einsichtnahme. Normal ist zudem der nachhaltige Einfluss auf Wirtschaft und Politik. Ebenso normal ist es, dass mit Geld und der Arbeitskraft anderer Geld gemacht wird. Da auf diese Weise Gewinne erzielt werden, gilt die Funktionsweise der Praktiken als bestätigt. Gewinne und tatsächlich erbrachter Arbeitsaufwand werden nicht in Verbindung gebracht. Fragezeichen werden weggewischt, da der Erfolg für sich spricht. Da Angestellte gegen Bezahlung freiwillig für „jene Wenigen“ arbeiten, wird von Gerechtigkeit gesprochen. 

 

23.1 Die aktuelle Situation im Alltag: Ohne Alternative

Während selektive, wirtschaftliche Betrachtungsweisen eine unter vielen Betrachtungsweisen darstellen, bleiben die Erfolge des Engagements fraglich, bzw. nimmt das weltweite Ungleichgewicht zu. Im Alltag werden jene „Auffälligkeiten“ so lange für Normalität gehalten, solange Reichweiten von Initiativen und Verstehen sich weiter in oberflächlichen Folgeproblemen verlieren. Die dargestellten „Auffälligkeiten“ finden dann Beachtung, wenn grundlegende Zusammenhänge eingesehen werden. Zweifelsohne stehen Kaufen und Einkaufen im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Entscheidend ist, dass aktuell jegliches Produkt das Ungleichgewicht bedient. Kaufen ist somit an die Wahl des Ungleichgewichts und die Annahme der allgemeinen Situation gebunden. Aktuell heißt Kaufen „Ja“ zum Ungleichgewicht zu sagen, da eine Entscheidung gegen das Ungleichgewicht nicht möglich ist. Eine Person hat die Wahl, sich für oder gegen ein Produkt zu entscheiden. Auch wenn ein unliebes Produkt durch den Nichtkauf abgelehnt werden kann, gibt es keine Alternative. Ohne Alternative bleibt lediglich die Möglichkeit, sich wieder in die normale Abhängigkeit zu fügen. Aktuelle Kaufsituationen halten keine alternative Kaufmöglichkeit bereit. 

 

23.2 Die tatsächliche Veränderung

Tatsächlich treten Menschen (noch) nicht aus jenen Abhängigkeiten und bringen (noch) nicht ihre Einflussmöglichkeiten in den Alltag ein. 

Initiativen und Anstöße für tatsächliche Veränderung gehen nicht von Unternehmen aus und sind auch nicht von diesen zu erwarten. Auch weiterhin ist jedem Unternehmen die Gestaltung des Unternehmens freigestellt. Allgemeinen Wunschvorstellungen muss keineswegs entsprochen werden. Ebenso ist es die Angelegenheit eines jeden Menschen, frei über die eigenen wirtschaftlichen Mittel zu verfügen und beim Einkaufen eine Auswahl zu treffen. 

In dieser Auswahl liegt zugleich die Möglichkeit der Mitbestimmung. Menschen können sich gegen Produkte und zugleich auch gegen Unternehmen entscheiden. Aktuell werden Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten kaum genutzt. Für Unternehmen gibt es keinen Grund, ethisch-moralische Wunschvorstellungen auch in der Satzung festzuschreiben. Indem Einflüsse und Möglichkeiten umgesetzt werden, wird Alltag vom Kopf auf die Füße gestellt. Wirtschaftliches Engagement steht im Dienste des Menschen und nicht anders herum. 

Tatsächliche Veränderung vollzieht sich dann, wenn das Verständnis der Menschen zur Sprache kommt. Sehr wohl finden Menschen durch ihr allgemeines Kaufverhalten Gehör. Voraussetzung sind alternative Angebote, die jenes Verständnis verkörpern. Das neue Produkt stellt jene tatsächliche Handlungsalternative dar. Mit dem Kauf des Produktes haben Menschen die Möglichkeit aus der Abhängigkeit zu treten. Mit dem Kauf des Produktes wird keine Abhängigkeit eingegangen. Jenseits von angebotenen Ideologien und Werbeslogans, wird eindeutig den Inhalten der Satzung des Unternehmens zugestimmt. Produkt und Unternehmen und Mensch sind nicht voneinander zu trennen. Aktiv sagen Menschen „Nein“ zur fraglichen Gewinnverteilung und zum Ungleichgewicht. Unternehmen fühlen sich für moralisch-ethische Gestaltung verantwortlich. Graue Flecken auf der ethisch-moralischen Landkarte des Unternehmens und überzogene Managergehälter wird sich kein Unternehmen mehr leisten können. Menschen machen einfach nicht mehr mit. Das Kaufverhalten übt Einfluss auf Unternehmen aus. Gute Gründe verhindern willkürliche Gestaltung eines Unternehmens. Moralisch-ethische Grauzonen lösen sich auf. Während der Kaufeinfluss sich konstruktiv auf grundlegende Gestaltung von Unternehmen auswirkt, richten sich jetzt die Angebote tatsächlich nach der Nachfrage.  

 

23.4 Eine neue Lebenspraxis

In der Vergangenheit haben sich Menschen an Idealen und Vorstellungen orientiert. Historische Entwicklungen leiteten sich aus einer mitunter speziell ausgelegten Geschichtsauffassung ab.  Hier wird weder von einem absoluten Standpunkten ausgegangen, noch sind final-teleologische oder idealistisch-vorstellende Zugänge erforderlich. Lediglich wird nach der Veränderbarkeit jener als normal verstandenen Praktiken gefragt. Abgeklopft werden jene, in der Vergangenheit erforderlichen und eingespielten Zugänge, Beeinträchtigungen durch quasi anachronistische Praktiken. Während einst die Keule in der Steinzeit für gewisse Ordnung gesorgt hat und heute der Vergangenheit angehört, liegt es heute an den Menschen ihren Alltag zu gestalten und unerwünschtes Verhalten und Streben auszuschließen. 

Produkt und Unternehmen werden als jene Einheit wahrgenommen, die Produkt und Unternehmen immer schon darstellen. Endlich wird das gesamte Unternehmen mit all seinen Facetten transparent gestaltet. Keine Sonderbehandlungen für niemanden. Offene Einsichtnahme in Satzungen belegen, dass hier tatsächlich erwünschte Unternehmensgestaltung gelebt wird, menschliche Arbeitsbedingungen umgesetzt werden. Die Unternehmen müssen nicht, Unternehmen wollen sich als Teil des Ganzen verstehen. All die Unannehmlichkeiten und Verhüllungen gehören der Vergangenheit an, sind nicht einmal mehr vorstellbar. Faktisch ist es möglich, Gewinne zur Seite zu schaffen – praktisch nicht mehr möglich. Geld mit Geld machen, Spekulationsgeschäfte und dergleichen sind als No-Go nicht verboten, da die breite Masse einfach nicht mitspielt. Bedeutung hat hingegen die tatsächlich vollzogene Arbeit, sowie die Gestaltung von Haushalt und Alltag, nicht weniger als die Anliegen der Menschen.     

 

23.5 Die erste Alternative in der Praxis

Jetzt geht es ein für alle mal darum, entsprechende Konsequenzen zu ziehen und Handlungs-alternativen zu schaffen. 

Unter Handlungsalternative wird jenes Produkt verstanden, das nicht das Ungleichgewicht fördert. Eine derartige Alternative mündet als eine freie Wahlmöglichkeit weder in die  Abhängigkeits-beziehung, noch muss zwangsweise durch den Kauf zur aktuellen Situation „Ja“ gesagt werden. Indem das klassische Verständnis von Handel eine Abfuhr erfährt, lässt sich der Mensch auch nicht auf die normale Abhängigkeitsbeziehung ein. Jene Alternativen sind notwendig, um aus der Abhängigkeit der normalen Situation selbstbestimmt neue Lebenspraktiken zu eröffnen. 

Mit der Alternative können sich Menschen erstmals sowohl gegen das Ungleichgewicht entscheiden, als auch dagegen handeln. Herzstück der alternativen Handlungsmöglichkeit sind die Festschreibungen in der Satzung des Unternehmens und insbesondere die Regelung der Gewinne eines Unternehmens. Indem Gewinne nicht weiterhin ungleich verteilt werden, vollziehen sich  grundlegende Veränderungen. Das Ungleichgewicht wird historisch und grundlegend verstanden und hat nicht weiter Bestand. Gelingt es einem Unternehmen, richtungsweisend eine derartige Handlungsalternative umzusetzen, wird das Produkt als Produkt nach dem Marogal-Prinzip bezeichnet.


24 Was Marogal nicht ist

Kein Kampf – In der Vergangenheit kam es immer wieder zu politischen Auseinandersetzungen und Kämpfen. Wir kämpfen nicht. Auf friedlichem Weg haben wir den Kampf zurückgelassen, brauchen jene Gegner und Feindbilder nicht, die ihrerseits von unserer Kaufkraft und unserem Mitwirken abhängen. Es steht jedem frei zu kämpfen oder dies nicht zu tun.

 

Keine Gewalt – Gewalt hat viele Menschen das Leben gekostet, ist weder nötig noch von uns erwünscht. Wir urteilen nicht über die Ausübung von Gewalt.

 

Keine Handlungen gegen Gesetze – In der Vergangenheit haben Menschen für Gerechtigkeit und Gesetze gekämpft. Wir halten uns an Gesetze und „Spielregeln“, bewegen uns im juristischen Rahmen und sind auf jene Gesetze angewiesen. Es ist nicht unser Auftrag, für die Befolgung der Gesetze zu sorgen.

 

Keine „neuen Gesetze“ – Veränderungen und Gestalten von Alltag und Berufspraxis bedürfen immer wieder Gesetzesänderungen. Insgesamt sind bereits alle erforderlichen gesetzlichen Grundlagen gegeben, um Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip umzusetzen. Es ist nicht unser Anliegen, neue Gesetze einzufordern. 

 

Kein Gegenentwurf – In der Vergangenheit war es immer wieder erforderlich, sich gegen Diktaturen und Unrecht zu stellen. Wir entwerfen keine Gegenposition gegen „etwas“, noch tragen wir direkt zur politischen Gestaltung des Alltags bei. Es steht jedem Menschen frei, sich politisch zu engagieren.  

 

Kein Streben nach gemeinsamem Eigentum – In Vergangenheit und Gegenwart kämpfen Menschen für die Abschaffung von Besitz und Eigentum. Insgesamt stehen wir u.a. auch kommunistischen Wegen kritisch gegenüber. Es liegt nicht an uns, über eine Gesellschaft zu urteilen, in der auf der Grundlage des gemeinsamen Eigentums an Produktionsmitteln gemeinschaftlich geplant und produziert wird. 

 

Keine Enteignungen – Neben gemeinschaftlichen Produktionsplänen und dem Streben, Kapitalisten zu enteignen, organisieren sich Millionen von Menschen für die Abschaffung des Kapitalismus und für den Kommunismus. Wir haben begonnen, uns friedlich aus jener Abhängigkeit zu bewegen, die offenbar die Grundlage jenes Kapitalismus darstellt. Stück für Stück wird folglich jener „sogenannte“ Kapitalismus der Vergangenheit angehören. 

 

Keine Zwischenschritte – Unterwegs zum Kommunismus mag für jene der Sozialismus als die Errichtung der politischen Macht der Lohnarbeiter einen Zwischenschritt darstellen. Wir sind weder unterwegs zum Kommunismus noch zu irgendetwas anderem – glauben an keine Zwischenschritte noch sonstigen Ideale. Unser praktischer Ansatz verfolgt keine abstrakten Ziele und Metapläne. Es liegt nicht an uns, über andere Wege zu urteilen.

 

Keine Endziele / Kein weiterer Idealismus – Politische und andere Weltanschauungen mögen einen Plan und einen Endzweck in der Geschichte erkennen. Wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden und setzen jene für die Veränderung notwendigen Schritte um. Es liegt nicht an uns zu beurteilen, ob Marx Hegel vom Himmel auf die Erde gestellt hat. 

 

Keine Ideologie oder Glauben – Ideologien und Glauben haben immer wieder Menschen zu unterschiedlichsten Handlungen beflügelt. Von uns erzielte Veränderungen haben mit Idealvorstellungen und Idealen nichts zu tun, sie sind im Hier und Jetzt – in diesem Leben – erlebbar. Es liegt am einzelnen Mensch, zu glauben und sich Ideologien zu verschreiben. 

 

Keine Glaubenskriege in Vorstellungswelten – Inhalte von Religionen und Weltanschauungen spielen keine Rolle und bleiben unberührt. Vielmehr kann jeder und jede mitmachen und sich für Grundlagen einsetzen, die jene Vielfalten ermöglichen.

 

Keine Aufteilung in Klassen, Rassen und Geschlechter – In der Vergangenheit wurden Klassen-kämpfe ausgerufen. Menschen haben sich in Klassen-, Rassen- und Geschlechterzugehörigkeit im gemeinsamen Kampf verbunden. Unser Ansatz macht nicht an Klassen, Rassen oder Geschlechtergrenzen halt. Alle können teilnehmen. Es liegt am einzelnen Menschen grundlegende Veränderungen zu unterstützen. 

 

Keine neue Ethik, Ästhetik, Moral oder sonstige Vorschriften – Bis in die Gegenwart sind es derartige Werte, die Leben strukturieren. Unser Ansatz hat mit derartigen Dingen nichts zu tun. Es liegt in den Händen einzelner Menschen, gemeinsam Lebensraum unabhängig von determinierenden Strukturen zu betrachten und Erleben in der Situation zu gestalten und zu nutzen. 

 

Keine neuen Werte – In der Gegenwart differenzieren Personen überbrachte Sinnstrukturen weiter aus. Unser Ansatz geht vor die Identifikation in jenen Strukturen zurück, indem grundlegende und wesentliche Zusammenhänge fokussiert werden. Einzelnen Menschen steht der Umgang mit den Sinnstrukturen im Alltag frei.

 

Keine Begrenzung auf den „Markt“ – In der Vergangenheit war es erforderlich, beim Kampf gegen Ungerechtigkeit den Markt als Ausgangsbasis zu wählen. Unser Weg geht über die Grenzen von Marktanalyse hinweg und setzt bei grundlegenden Weichenstellungen an. Die beiden unterschiedlichen Herangehensweisen können nebeneinander Bestand haben und sich zudem ergänzen.   

 

Keine Veränderung realer Handelswege und Tauschprozesse – Immer wieder werden regulierende Eingriffe und juristische Rahmenänderungen auf politischem Wege gefordert. Unser Ansatz ist auf die Beständigkeit des Handlungsrahmens angewiesen, während die Interessen von Mehrheiten und nicht lediglich die Interessen jener „Wenigen“ forciert werden. Es liegt nicht an uns, auf jene regulierenden Einflüsse einzuwirken. 

 

Kein neuer politischer Weg – Politische Prozesse bringen tragfähige, konstruktiv ausgehandelte Rahmenbedingungen hervor. Auf jenen vorangegangenen Errungenschaften der Linken aufbauend, ist unser Ansatz kein (neuer) politischer Ansatz. Entsprechende politische Auseinandersetzung ist erforderlich und erwünscht.

 

Kein Personenkult – In der gegenwärtigen, weltpolitischen Situation stehen Persönlichkeiten und Staatsmänner im Vordergrund. Wir streben jene Ausgangssituation an, in der Menschen gleich behandelt werden und sich entsprechend ihrer Bedürfnisse verstehen. Es liegt nicht an uns zu urteilen, ob einzelne Personen in den Himmel gehoben werden sollten oder nicht. 

 

Keine Schlachten auf politischen Metaebenen – Immer wieder wird die Welt von Machtachsen durchzogen und neu aufgeteilt. Wir möchten die Schattenseite jener Denkweise verdeutlichen, Vorurteile offen legen und jedem Menschen die Chance geben, sich als das zu erleben, was er oder sie ist: Ein wertvoller Mensch unter vielen anderen. Es ist Menschen freigestellt, in Kategorien, Nationen und Parteien zu denken. 

 

Keine Veränderung des Alltags und von Alltagsprozessen – Initiativen kämpfen für weitere Regulierung und Deregulierung des Alltags. Statt auf den Alltag einzuwirken, wollen wir es dem einzelnen Menschen offenstellen, sich aus Abhängigkeiten zu lösen. Es ist nicht unser Auftrag, für Regulierung oder Deregulierung zu sorgen. 

 

Keine pädagogische und psychologische Einflussnahme – Nicht selten wird vielfältigste Einflussnahme von Verbänden und politischen Strömungen gefördert. Unser Ansatz sieht weder Autoritäten noch sonstige Beeinflussungen vor. Wir können über Nutzen und Sinn jener Einflussnahme nicht urteilen.

 

Keine Bewertung – Mit subjektiven und vermeintlich objektiven Bewertungen wird Menschen eine Richtung gezeigt. Mit dem Marogal-Prinzip geht, ohne dass geurteilt wird, keine neue weltliche Bewertung einher. Unser Ansatz gibt Möglichkeiten, alte Muster, Gewohnheiten und festgefahrene Wahrnehmungen aufzulösen. Die Frage nach der Richtigkeit einer inhaltlichen Darstellung spielt keine Rolle.  

 

Keine Reaktion – In der politischen Diskussion zeichnen sich sowohl Opposition als auch oppositionelle Strebungen häufig als Reaktion auf etwas aus. Das Marogal-Prinzip versteht sich weder als politische noch als sonstige Reaktion auf die aktuelle wirtschaftliche Situation bzw. jene wirtschaftliche Gewinnmaximierung. Wir wollen zumindest naheliegendes praktisches Vorgehen offenlegen. Es liegt am Einzelnen zu fragen, warum überhaupt die Gestaltung in den Spielräumen delegiert und an Vertreter abgegeben werden sollte. 

 

Keine Analyse irgendwelcher Ideale – Viele politische und philosophische Ansätze zeichnen sich durch eine spezielle Art zu urteilen und zu denken aus. Unser Ansatz stellt das vorherrschende philosophisch-theologische verankerte Denken in Begriffe als eine, für den Aufbau jener Welt womöglich erforderliche Art neben anderen dar. Wir urteilen weder über Verstand noch über Intellekt.   

 

Kein Verlieren des Selbst in der Welt – Der Aufbau des Abendlandes zeichnet sich durch Auseinandersetzungen in der Welt aus. Inhalt sind weder weltpolitische Themen und innerpolitische Auseinandersetzungen, noch persönliche oder individuelle Konflikte. Insgesamt wird demzufolge nicht weiter in die Richtung einer inhaltlichen Betrachtung analysiert. 

 

Kein Gestalten der Welt – Während die Gestaltung der Welt unentbehrlich ist und das Marogal-Prinzip lediglich mit dem Gestalten der Welt Sinn macht, geht es hier nicht um jenes Gestalten.

 

Keine Rankings und Auflistungen – in der Gegenwart wird versucht, auf die Beurteilung eines Produktes durch gekünstelte Vergleiche einzuwirken. Mitunter wird das Produkt zum Objekt in einer Vorstellungswelt erhoben und ein werbewirksames Image erzeugt. Marogal-Produkte sprechen für sich.

 

Keine Illusionen durch Werbung – Mit dem Kauf eines Produktes kaufen sich Konsumenten in die vorgestellte Welt des Produktes ein. Das Marogal-Prinzip setzt sich für Unabhängigkeit ein. Das Produkt steht nicht weiter für etwas, das Produkt sagt nicht zu, weil es entsprechende Kriterien erfüllt. Der Mensch wird nicht zum Konsumenten, indem er sich den Produkten annähert, sondern wählt das Produkt, das zu ihm passt.

 

Keine Interessenskonflikte – Kleine Interessenskonflikte wird es weiterhin geben, deren Bedeu-tung insgesamt unwichtiger wird. Die Produkte nach dem Marogal-Prinzip bauen auf der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse auf und lassen Streben und jenen Biss in den Hintergrund treten.  

 

Kein Kampf gegen Folgen – Allgemein müssen auch Folgeprobleme behandelt werden. Wir ergänzen derartige Bestrebungen, indem der „Ursprung“ des Leides fokussiert wird. Unabhängig vom Marogal-Prinzip werden weltweit Gewinnmaximierung kritisch in Frage gestellt und die Folgen des Ungleichgewichts bekämpft. 

 

Keine Eingriffe im Alltag – Phänomene und Verhaltensmuster prägen den Alltag und tragen zu Missständen bei. Das Marogal-Prinzip zielt auf die Grundlagen ab, aus denen auch jene Phänomene und Schemata hervorgehen. Es liegt am einzelnen Menschen, sich auch mit jenen Phänomenen und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen.

 

Keine Abhängigkeit annehmen – In der Vergangenheit war es mitunter in Befreiungskriegen notwendig, überhaupt erst einmal eigene Einflüsse auszubauen. Heute muss Abhängigkeit nicht erneut aufgenommen werden. Es müssen keine Geschäfte mit jenen gemacht werden, die vom Ungleichgewicht profitieren. Es ist jedem Menschen freigestellt, das Ungleichgewicht zu bedienen oder es nicht weiter zu unterstützen.   

 

Keine Extrazahlungen an die Reichsten der Reichen – Seit den Anfängen profitieren „die Wenigen“ bei jeglichem Handel und jeglichem Geschäft. Das Marogal-Prinzip steht dafür ein, jegliche grundlegenden Missstände aufzudecken und erstmals tatsächlich durch die Einbeziehung aller Facetten des Handels eine „Ethik der Wirtschaft“ zu etablieren. Jedem Menschen ist es freigestellt, das Ungleichgewicht nicht weiter zu bedienen und mitzumachen.  

25 Marogal als Siegel

Ein Unternehmen oder eine Firma, deren Produkte dem Marogal-Prinzip entsprechen, erhält eine spezielle Auszeichnung, die durch eine Art Siegel für den Käufer sichtbar gemacht wird. Ein entsprechendes Unternehmen oder eine Firma wird dann hervorgehoben, wenn Struktur und Aufbau des Produktes, das Anlegen der Gewinne und die Eigenschaften und Qualitäten des Produktes umgesetzt werden („Drei Säulen“ siehe nächstes Kapitel). Wichtige inhaltliche Aspekte sind die Regelungen von Minimal- und Maximalgehältern und die Festlegung des Umgangs mit den Gewinnen. Soziale Projekte und die Förderung neuer entsprechender Produkte und Unternehmen werden gefördert.    

 

Das Marogal-Prinzip kommt wie ein Siegel zum Einsatz. Produkte und Unternehmen zeichnen sich durch ihre Fortschrittlichkeit und insbesondere ihre ethisch-wirtschaftlichen Standards aus. Das Siegel ist ein Garant für Unveränderbarkeit und Verlässlichkeit des ausgezeichneten Produktes und des Unternehmens. Transparenz und die Möglichkeit der Einsichtnahme in Satzung und Finanzbücher des Unternehmens sind gewährleistet. Das Siegel verbindet Käufer und das menschenfreundliche Unternehmen. Durch den Zusammenschluss sind gemeinsame Grundsätze verankert. Das Fundament für vertretbaren Handel und qualitativ hochwertige Produkte ist gelegt. Insgesamt ist das Produkt die längerfristig zum Abbau des Ungleichgewichts beitragende Handlungsalternative.

26 Drei Säulen

Säule: Struktur und Aufbau des Unternehmens

Alles in Satzung aufgenommen

Jegliche hier dargestellten Regelungen werden in der Satzung des Unternehmens aufgenommen. Die Satzung ist für Außenstehende problemlos und in vollem Umfang einsehbar. Die transparente Geschäftsführung bestätigt, dass Unternehmen und Hersteller der ausgezeichneten Produkte nichts zu verbergen haben. Möglichkeiten der Einsichtnahme und gute Absichten werden unterstrichen. Letztere finden sich in den Inhalten der Satzung wieder und werden in der Praxis gelebt. Mit der Aufnahme der Inhalte in die Satzung sind diese rechtsgültig. Auch in Zukunft sind die Grundsätze nicht veränderbar.  Jegliche getätigten Ein- und Ausgaben sowie die Anlagen der Gewinne werden ebenfalls  offengelegt und sind auch einsehbar. Das Unternehmen demonstriert, dass keine Schlupflöcher und doppelte Buchführung vorliegen.   

 

Adäquate Regelung jeglicher Gehälter

In der Satzung der Unternehmen sind faire Regelungen der Einkommen festgehalten. Dies umfasst insbesondere minimale als auch maximale Einkommensgrenzen.

Unbedingt werden entsprechende Mindestlöhne festgesetzt. Bedingt ist eine Orientierung an politischen und entsprechenden Richtlinien hilfreich. Die Fraglichkeit jener Minimallöhne wird erkannt und entsprechend hinreichende Lohnzahlung umgesetzt. Statt Abhängigkeit und Ausbeutung prägt Gleichheit und Einvernehmen die interne Beziehung. Die Angestellten sind das Unternehmen. Zukünftige Unternehmensphilosophie basiert auf dem Grundsatz, dass jeder adäquat für die Arbeit bezahlt werden soll, die auch tatsächlich erbracht wurde. Bei der Gründung des Unternehmens werden Maximaleinkommen festgelegt. Eine Orientierungshilfe stellen staatliche Einkommensregelungen dar. Überzogene Gehälter, wie beispielsweise jene überzogenen Managergehälter und Entlohnung für einmal und dann nicht wieder erbrachte Leistung – wie beispielsweise beim Umsetzen einer Geschäftsidee –, gehören der Vergangenheit an.

Insgesamt sind Lehr- und Ausbildungszeiten bei der Ermittlung passender Gehälter relevant. Ziel ist es nicht, dass möglichst viele Tätigkeiten von unqualifizierten Angestellten übernommen werden. Sowohl Spezialisten als auch Angestellte, die über Qualifikationen jenseits ihrer aktuellen Tätigkeit verfügen, prägen das in sich schlüssige Bild des Unternehmens.

 

Arbeitsbedingungen

Im Interesse des Unternehmens, d. h. im Interesse der Angestellten, wird für entsprechende Arbeitsbedingungen und angemessene Qualität des Arbeitsplatzes gesorgt. Die Zufriedenheit der Angestellten ist kein quantitativer Faktor in einer Bilanz, sondern Garant für die Qualität des Produktes insgesamt. Als zentraler Strukturfaktor werden die Arbeitsbedingungen in der Satzung fundiert. Die Bedürfnisse des Menschen sind neben ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten insgesamt die grundlegenden Bedingungen. 

 

Orientierung von Unternehmen

Die Existenz und der Fortbestand eines Unternehmens ist an dessen Wirtschaftlichkeit gebunden. Ist Wirtschaftlichkeit nicht weiter gegeben, kommt es zur Auflösung des Unternehmens. Von riskanten Rettungsversuchen wird abgesehen.

Insgesamt orientiert sich ein Unternehmen primär an Natur- und Menschenfreundlichkeit und insbesondere der Verträglichkeit bzw. Qualität von Produkten. Jene grundlegende Orientierung wird auch in Krisen und Notsituationen weiterhin berücksichtigt und nicht aufgegeben, wenn Wirtschaftlichkeit eingebüßt wird. Wirtschaftliche Interessen werden nicht übergeordnet und Firmen handeln wirtschaftlich. Wenn der Fortbestand von Arbeitsplätzen und die Auszahlung von Gehältern nicht weiter gewährleistet werden können, wird nicht auf Kosten der Menschen und der Natur „ver-wirtschaftet“, sondern das Unternehmen als solches aufgelöst. 

Das Maximieren von Gewinnen stellt keine Notwendigkeit dar. Alternativ und ganzheitlich verstanden ist es längerfristig „lohnenswert“, statt von Prinzipien auszugehen, entsprechend die Bedeutung der Qualität eines Produktes zu erfassen. Qualität entfaltet sich nicht im Kampf mit Konkurrenten, sondern im gegenseitig befruchtenden Austausch. Wenn tatsächlich die Menschen aus der Vorstellungswelt der Werbung und Interessen auf die eigenen Beine und in die Situation gestellt sind, dann wird eine andere Nachfrage von tatsächlichen Anliegen ausgehen. Das Produkt braucht nicht zu etwas gemacht werden. Gemeinsam erarbeiten Unternehmen auch weiterhin effektive Logistiksysteme, die allerdings im Zeichen der Natur- und Menschenfreundlichkeit stehen. Im partnerschaftlichen Verbund haben sich Unternehmen gegen Ausbeutung und fraglichen Produkttransfer – gegen die Spirale aus Preisdumping und allgemeinen Qualitätseinbußen - zusammengeschlossen. 

 

Produkt, Produktion und Vertrieb – das Produkt steht für sich

Das Produkt steht als solches für sich und wird nicht als ein Objekt innerhalb der Werbeindustrie ausgeformt und verändert. Neben der eigentlichen, produktiven Leistung in Produktion und Herstellung fällt dem Vertrieb die zweite Bedeutung zu. Nicht anders als in der Handwerkskunst wird hier in der Produktion der Mehrwert eines Produktes erzielt.  

 

Selbstverständnis und Funktion des Vorstandes

Selbstverständnis und Funktion des Vorstandes bzw. veränderte Tätigkeit und der Aufgabenbereich einer Geschäftsführung prägen die neue Unternehmensphilosophie. Insgesamt werden jene Tätigkeiten an andere Tätigkeiten angepasst. In der veränderten Gesamtsituation zeichnet sich auch diese Facette des Unternehmens durch Transparenz und Einsichtnahme aus. Die Regelung der Einkommen und sonstige Regelungen entsprechen den üblichen allgemeinen Verfahrensweisen des Unternehmens.  Entscheidend ist die Abgabe von Verantwortung. Von Risikoanlagen und Spekulationsgeschäften wird abgesehen. Die Organisation des Unternehmens steht im Dienste des Produktes. Persönliche Interessen spielen keine Rolle. Die einstige Führung des Unternehmens gewährleistet das Zusammenspiel der Handlungs- und Produktionsabläufe. Die Übernahme von Verantwortung begrenzt sich auf die eigene Tätigkeit. Neben Verwaltungs- und Organisationstätigkeiten wird für die notwendige Stabilität der allgemeinen Arbeitsprozesse gesorgt. Logistische Tätigkeiten und Zusammenarbeit mit Abnehmern werden von entsprechend qualifizierten Angestellten durchgeführt. Jene personifizierte Figur eines unabdingbaren Chefs gehört der Vergangenheit an.

Gesellschafter werden für den Aufbau des Unternehmens und den Vollzug der ersten Entwicklungsphasen entsprechend und einmalig entlohnt. Quasi als Angestellte, werden diese entlohnt für tatsächlich erbrachte Arbeitsleistungen. Die Organisation des neuen Unternehmens sieht keine Führungsposition für Gesellschafter vor. Betriebswirtschaftlich ausgebildete Mitarbeiter sind als Angestellte ohne jegliche Sonderstellungen Teil des Unternehmens. Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen jener betriebswirtschaftlich ausgebildeten Mitarbeiter, Gesellschafter oder im Finanzmarkt mit Einfluss auf Finanz- und Wirtschaftsprozesse Tätigen entsprechen jenen Arbeitsbedingungen der tatsächlich produzierenden und real im sozialen Bereich tätigen Angestellten. In der Vielfalt der unterschiedlichen Facetten des Unternehmens wird kein Bereich überbewertet oder abgewertet. Tätigkeiten in logistischen, produzierenden und sozialen Bereichen werden als gleichbedeutend angesehen.    

 

 

Säule: Anlegen der Gewinne 

Anlegen der Gewinne - allgemein

Grundlegend wird der Umgang mit den Gewinnen festgelegt. Die Festlegung findet bei der Gründung des Unternehmens in der Satzung statt. Allgemeine Transparenz und das Offenlegen der Ausgaben sind durch rechtskräftige Satzung gewährleistet. Im Ermessen des Unternehmens liegt es entsprechend soziale Projekte, die Gründung von neuen Unternehmen nach dem Marogal-Produkt und spezielle Ziele finanziell zu fördern. 

 

Soziale Projekte

Entsprechend den Festlegungen des Unternehmens werden soziale Projekte direkt oder indirekt durch die Gewinne gefördert. Direkte Förderung sieht die Gründung von neuen Projekten, Vereinen oder Forschungsprojekten vor. Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip sind möglich. Indirekte Förderung zielt auf die finanzielle Förderung bereits bestehender Projekte ab. Die Reichweite von sekundärer Förderung ist begrenzt. In der Regel werden vergleichbar mit gemeinnützigen GmbHs (gGmbH) staatliche und staatlich/städtische anerkannte Projekte gefördert. Möglicherweise geht eine vermeintliche Entlastung des Staates mitunter mit Kürzungen staatlicher Investitionen einher. Hypothetisch zeichnet sich eine Reduktion bzw. Verschiebung des Ungleichgewichts zugunsten des Staats ab und die tatsächliche Förderung fällt gering aus.

Direkte Investition in unabhängige, konkrete Projekte wirken sich direkt auf den Alltag aus.  Vorgeschmack auf ein Leben jenseits der Abhängigkeit wird umgesetzt. Jenseits der üblichen, quantitativen Maxime ist sozialen, interaktiven und kreativen Möglichkeiten keine Grenze gesetzt. Mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden unabhängige Feste, Veranstaltungen vor Ort und neue Aktivitäten ins Leben gerufen. Menschen erleben, was Leben sein kann. 

 

Fördern von neuen Firmen

Mit den Gewinnen können neue Firmen nach dem Marogal-Prinzip gefördert werden. Insgesamt stellt die Finanzierung einer Neugründung die entscheidende Herausforderung und Hürde dar. Die Neugründung durch die Förderung gestaltet sich hingegen einfach. Mit der Förderung wird die problematische Umsetzungsphase der Geschäftsgründung ermöglicht. Das ausgezeichnete Produkt genießt direkt entsprechende Vorteile. 

Die Finanzierung eines neuen Unternehmens nach dem Marogal-Prinzip vollzieht sich in Phasen. In der Ansparphase trägt das alte Unternehmen entsprechend lange Gewinne zusammen. Die Umsetzung der Neugründungsphase beginnt, wenn die finanziellen Mittel eine problemlose Umsetzung ermöglichen. Von der Planung bis zur Produktion ist das Eingehen von Risiken nicht erforderlich. Verlässlichkeit und Eigenständigkeit des neuen Unternehmens sind gegeben. Das „alte“ und fördernde Unternehmen hat keinerlei Anteile oder Einfluss auf die neue Firma. Während die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip grundlegend gleich fundiert sind, bleiben die Unternehmen unabhängig und wirken in einer unverbindlichen Gemeinschaft zusammen. Auf der Karte aller Unternehmen ist jener Bereich größer geworden, der Abhängigkeit und Ungleichgewicht absagt. Statt wirtschaftlichen Interessen und eines ökonomischen Kalküls erfolgt die Kooperation im lebendigen Gleichgewicht. 

 

Auszeichnungen und Aushängeschilder von Unternehmen

Ein Unternehmen zeichnet sich durch die Festlegungen aus, wie und in welchen Projekten und Bereichen die Gewinne des Unternehmens angelegt werden. Produkt und Festlegung der Gewinne sind die Aushängeschilder eines Unternehmens. Die Umsetzung spezieller Ziele versteht sich nicht als eine politische, sondern als alltägliche Handlung. Durch die praktische und tatsächliche Gestaltung rücken Unternehmen und Menschen im Alltag zusammen. Die gemeinsame Annäherung sind eigentliche Auszeichnungen und Gemeinschaftsprodukt: 

– Förderung von neuen Produkten / Abbau des Ungleichgewichts 

– Ausbau der Arbeitsbedingungen, überdurchschnittliche Gehälter / Wohl der Angestellten 

– Integrationsprojekte / Integration von Minderheiten, Menschen mit Beeinträchtigung

– Erhöhte Lebensbedingungen und Qualität / lokale Projekte werden umgesetzt   

 

 

Säule: Eigenschaften des Produktes / Neue Unabhängigkeit 

Veränderungen als Prozess – Aufbau von Substanz: Die ersten ethischen Grundlagen überhaupt

Das Marogal-Prizip steht für Veränderungen, die als solche Teil eines Veränderungsprozesses sind. Vom Aufbau des ersten Produktes an wird im Gesamtprozess beständig Substanz aufgebaut. Unabhängig von Ländergrenzen und Legislaturperioden erzielt die Umsetzung der tatsächlichen Handlungsalternative längerfristige Wirkungen. Während die substanziellen Veränderungen nicht nur grundlegenden Charakter haben, sondern tatsächlich grundlegend sind, wird der Abbau des Ungleichgewichts legal, friedlich und letztlich unaufhaltsam vorangetragen. Insgesamt wird jene fehlende Facette des Handels in ein Gesamtverständnis von Handel ergänzt, das erstmals durch seine Vollständigkeit überhaupt eine moralisch-ethische Beurteilung zulässt. Bis in die Gegenwart hinein beschränkte sich ethisch-moralisches Denken und Handeln auf einzelne Facetten. Während von Regierungen, Kommissionen und wissenschaftlicher Seite immer wieder ethisch sinnvolle und komplexe Betrachtungen eingefordert und verkündet wurden, bewegten sich die tatsächlichen Ergebnisse in einem Spektrum zwischen ohnehin unvollständigen Analysen von meist sekundären Teilkontexten (Folgen/Ausschnitte) und abstrakt-theoretischen Erklärungsmodellen (abstrakte Theorien). Die Unvollständigkeit bzw. unzureichende Reichweiten der Teilbetrachtungen auf der einen Seite und die Bezugslosigkeit und mangelnde Realitätsnähe der bis zu Philosophisch-Metaphsyischen reichenden Ansätze und Modelle auf der anderen Seite begrenzten realistisches Verständnis und tatsächliche Handlungsmöglichkeiten. Jetzt erst wird ethisch-moralisches Denken und Handeln in lokalen und globalen Kontexten auf den Gesamtkontext bezogen. Erstmals ist ein komplexes und zugleich realistisches Verständnis, Ethik überhaupt erst möglich.  

 

Das Ungleichgewicht wird nicht weiter bedient. Aktuell zeichnet sich die Organisation des kapitalistischen Systems durch entsprechende Geschäftsstrukturen und Handelsabkommen aus. Längerfristig wird nach der Gründungsphase und Etablierung des Produktes konstruktiv grundlegender Einfluss ausgeübt. In dem engmaschigen Netz stellen die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip zunächst noch vereinzelte Inseln dar. Zunehmend verdecken die neuen Handlungsräume immer größere Teile des alten Ungleichgewichts. Die Handlungsräume zeichnen sich durch Unabhängigkeit aus. In den Unternehmen fließen grundlos keine Abgaben und Gewinne an jene Gesellschafter. Derartige Bereicherung wird  ethisch-moralisch als verwerflich markiert und nicht weiter akzeptiert. Während die „befreiten“ Flächen zunehmen, das Fehlverhalten immer mehr der Vergangenheit angehört, verschwinden jene Schandflecken auf dem Globus. Die vom Ungleichgewicht befreite Welt erstrahlt - anders als in idealistischen Vorstellungen - schlicht und einfach in natürlichen Farben. Menschen treten aus den Abhängigkeitsstrukturen.  

 

Keine neuen Abhängigkeiten, keine externe Einflussnahme

A) Selbstbestimmung von Unternehmen

Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip sind unabhängig. Die neuen Unternehmen sind von jenen Unternehmen gänzlich unabhängig, die das neue Unternehmen gefördert haben. Jene Geldgeber und Investoren und sonstigen Förderer haben keinen Einfluss auf das neue Unternehmen. Die Unabhän-gigkeit des Unternehmens, Mitspracherechte und Regelung der Besitzanteile des Förder-Unterneh-mens werden ebenfalls in der Satzung des Unternehmens festgehalten. Künftige Einflussnahme und individuelle Bereicherung werden auch längerfristig verhindert. Die Selbstbestimmung des Unternehmens vollzieht sich in jenem Rahmen, der in der Satzung festgelegt ist. Ein Unternehmen hat die Möglichkeit sich bereit zu erklären, die extern finanzierten Einlagen und anfänglichen Investitionen wiederum zum Aufbau neuer Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip bereit zu stellen.  Jegliche Einflussnahme auf die Gestaltung des Unternehmens ist geregelt. Der Einflussbereich  und Tätigkeit der einzelnen Gesellschafter ist ebenso wie die Festlegung der Gewinne eindeutig definiert und zudem begrenzt. Die Unabhängigkeit von Unternehmen ist sichergestellt. Unter Unabhängigkeit wird primär die Unabhängigkeit von alten Abhängigkeitsstrukturen verstanden. Keineswegs ist Unabhängigkeit eines Unternehmens mit Isolation gleichzusetzen. Kooperation, Austausch und Zusammenarbeit im partnerschaftlichen Verbund sind weder festgelegt noch verbindend oder definiert. Insgesamt sind die Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip durch die Einflussnahme gegen das Ungleichgewicht verbunden. Entsprechende Möglichkeiten können genutzt werden. 

 

B) Freier Handel

Freier Handel ist durch die allgemeine wirtschaftliche Handelssituation, wirtschaftlich-politische Einflussnahme und Rahmenbedingungen  bzw. staatliche Regulierung bedingt („Markt“, Handelsabkommen, „Wirtschaftsliberalismus neoliberaler Prägung“, Überregulierung, „Planwirtschaft“ usw.).  Die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens basiert auf der allgemeinen Handelssituation. Für den Fortbestand des Produktes ist dessen Wirtschaftlichkeit erforderlich.  Der politisch-juristische Rahmen ist für die Gestaltung der Produkte, Vertrieb und insbesondere Selbstbestimmung erforderlich. Ein Unternehmen ist dann unabhängig, wenn die Inhalte der Satzungen und die Gestaltung des Unternehmens unabhängig von politischer Einflussnahme festgelegt bzw. vollzogen werden.  

 

Gegen Monopole und Monopolbildung

Monopolbildung bzw. bereits bestehende Monopole stehen individueller Vielfalt, Befriedigung  von menschlichen Bedürfnissen und Qualität der Produkte gegenüber (vgl. Allgemeine Kritik Monopole/Monopolbildung im Kontext der Industrialisierung und Globalisierung).

Die Abnahme der einzelnen Anbieter und der Vielschichtigkeit der Produkte wird kritisch diskutiert.  Die Auseinandersetzung mit Monopolen trägt zugleich zur Frage nach der Qualität eines Produktes bei. Verdeckte Handwerkskünste und ähnliche „Schätze“ werden wieder erkannt und als Inhalte neuer Produktionen wiederbelebt. Individuelle Auswahlmöglichkeiten tragen dazu bei, dass der Mensch jenseits der künstlichen Werbewelten ein Zuhause wiedergewinnt. 

 

Qualität

Das Produkt steht für sich. Möglicherweise als Teil einer kulturellen oder regionalen Praktik oder eines Rituals bestehen entsprechende Bezüge. Die Qualität eines Produktes geht über jene Attraktivität hinaus und stellt sich sowohl im einhergehenden Erleben als auch der erzielten Wirkung ein. Das Produkt ist Teil des Erlebens in der entsprechenden Situation. Aus der Vorstellungswelt auf die Beine gestellt, sagt die erlebte Qualität zu oder nicht. Während sich unterschiedlichste Lernerfahrungen entfalten, fördert die Vielfalt der Menschen eine natürliche Produktvielfalt. Standards und Beeinflussung durch Expertenmeinungen sind ebenso wenig wie jene vermeintliche, durch das Abhaken jener Normwerte berechnete Qualität notwendig. Statt sich an Werbung und den Vorgaben der Produkte zu orientieren, ist es möglich, dass Unternehmen sich tatsächlich als Anbieter ihrer Antworten verstehen. Statt auf Kosten der Qualität des Produktes in Konkurrenz zu treten, sind Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Befruchtung der Anbieter möglich. Eine abgestimmte Auswahl aus qualitativ hochwertigen Produkten verleiht dem Markt eine eigene Qualität. Auch auf der Seite des Handels können Verkäufer zu ihrer Tätigkeit stehen. Die Verkaufssituation gewinnt überhaupt erst Qualität. Während sich in der Kaufsituation die Qualität im Ausprobieren zeigt, erlebt der Mensch die eigentliche Qualität eines Produktes in der Gebrauchssituation.   

 

Regionale Bezüge

Weitsichtige Planung der Produkte geht mit der Verantwortung gegenüber Mensch und Natur einher. Leben in der Region, Bedürfnisse von Menschen und entsprechender Umgang mit der Natur haben Vorrang. Zweitrangig sind überregionale Anliegen und Interessen, die nicht weiter zur Umsetzung wirtschaftlicher Interessen genutzt werden. Weder ein Produkt, noch der Fortbestand eines Produktes basiert auf speziellen Handelsvorzügen. Konsequent und nachhaltig wird Regional- und Kleinhandel gefördert. 

Die Einflussnahme durch die Produktion auf eine Region wird nicht geleugnet, sondern zum Inhalt gemacht. Auch bei der Planung jeglicher Infrastruktur haben Leben in der Region, Bedürfnisse von Menschen und entsprechender Umgang mit der Natur Vorrang. Die Region wird nicht zum Objekt wirtschaftlicher Interessen gemacht. Tatsächlich kooperiert jener partnerschaftliche Verbund der Unternehmen nach dem Marogal-Prinzip nicht mit den Anbietern der Region, sondern schließt diese in den Verbund ein. Entsprechend wird direkter Austausch mit den Anbietern in der Region Zwischenhandel vorgezogen.

Notwendigerweise wird die Region und auf der anderen Seite der Konsument aufgegriffen. Produkt und Produktion sind relevant und werden zum Inhalt von Projekten. Aufklärend werden fragliche wirtschaftliche Verkaufsstrategien und zudem klassische Marktmechanismen (Saisonware) kritisch dargestellt.     

 

Gegen unmenschlichen Handel

Ein grundlegendes und praktisches Verständnis von Geldvermehrung und Geldanlagen setzt notwendigerweise ein ganzheitliches Verständnis von Handel und Wirtschaft voraus. Ethisch-moralische Grundlagen ergänzen das neue Verständnis von Handel. Erstmals ist ein ethisch-moralisch fundiertes Verständnis möglich. Im Bereich Handel und Wirtschaft werden ethische Missstände behoben und ethisch korrektes Handeln grundlegend etabliert. Vergleichbar mit juristisch-rechtlichen Veränderungen und nachträglichen Anpassungen kommt es zur Fundierung und Etablierung eines allgemeinen, ethisch-moralischen Verständnisses. Während in der Vergangenheit Gewaltverbrechen und jene „Keule in der Steinzeit“ durch die Rechtsprechung als Straftat verstanden und schließlich juristisch sanktioniert und verboten wurden, werden gängige Alltagspraktiken hinterfragt und ethisch-moralisch neu fundiert.  

 

Insbesondere die Fragestellung, inwieweit Geld mit Geld gemacht werden darf, wird weitreichende Änderungen bringen. Betroffen sind insbesondere Spekulationsgeschäfte, der Handel mit Aktien und Wertpapieren sowie Immobiliengeschäfte. Gewinne bei Spekulationsgeschäften, an der Börse, bei Miet- und sonstige Einnahmen, bei Immobiliengeschäften und Gewinne von Unternehmen werden entsprechend neu ausgelegt. Durch die Berücksichtigung aller Facetten des Handels und jeglicher wirtschaftlicher Interaktionen kann erstmals ein grundlegendes Verständnis von Gewinnen und Zinsen erarbeitet werden. 

In der Praxis bzw. im Alltag werden grundlegende Handelsbeziehungen neu diskutiert. Erweiterte Reichweiten und ganzheitliches Verständnis ermöglichen ein fundiertes Verständnis von gängigen Alltagspraktiken. Längerfristig tragen fundierte Argumentationen zum Aufdecken tatsächlich ethisch grundlegender Missstände im Alltag bei.    

 

Ethische Grundlagen und Alltagspraxis: 

Umgang mit Mieten und Gewinnen – „Mit Geld Geld machen“

Die moralisch-ethische Legitimation vom Mieteinnahmen aus Immobiliengeschäften wird hinterfragt. In Abgrenzung zu Nutzungs- und Instandhaltungskosten wird auf eine mögliche, ethisch-moralisch nicht zu begründende Bereicherung verwiesen. Längerfristig wird ein Verständnis von Immobilien als das, was Immobilien nach dem Verständnis von Marogal  eigentlich sind, diskutiert: Raum für Wohnen, Eigenproduktion und Freizeitgestaltung, bezahlbarer Wohnraum für Menschen. Inwieweit der Immobilienmarkt überhaupt ein Raum für Spekulationen und Objektanlagen ist, wird hinterfragt.  

 

Ethische Grundlagen und Alltagspraxis: 

Umgang mit Arbeitskräften -  „Mit der Arbeit von anderen Geld machen“

Die Frage, inwieweit überhaupt Geld durch Arbeitskräfte (die Arbeit anderer) erwirtschaftet werden sollte, wird diskutiert. Die praktische Umsetzung erfolgt durch Abnehmer und Mehrheiten, die sich für ethisch legitimes Verhalten und gegen Missstände entscheiden (Ausbeutung, Ausnutzen).      

 

Tatsächliche Arbeit wird entlohnt

Das Verständnis von fairem Handel schließt darüber hinaus Produktion und Herstellung der Produkte ein. Jenseits von Ausbeutung und ungleichen Ausgangsbedingungen werden auch die Ansprüche der einzelnen Arbeiter einbezogen. Tatsächliche Arbeit als solche sichert ein geregeltes Gehalt. Nicht Spekulation und Handel, sondern die tatsächlich erbrachte Arbeit soll bezahlt werden.

27 Marogal als Synthese

Bis in die Gegenwart glich der gemeinsame Kampf gegen die Ungerechtigkeit einem vergeblichen Kampf gegen Symptome oder dem aussichtslosen Kampf gegen die Hydra. Insgesamt blieb das weltweite Engagement erfolglos. Bis zum heutigen Tag vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich. Frauen- und Ausländerfeindlichkeit stellen zwei jener vielen Gesichter der Ungerechtigkeit dar. Jene Ungerechtigkeit und Verbrechen, die Menschen aller Länder erleben. Gemeinsam vereint wurden demokratische Grundlagen erkämpft und entsprechende demokratische Fundamente errichtet. Indem jetzt das Ungleichgewicht als grundlegend für Übel und Ungerechtigkeit erkannt wird, werden zugleich entscheidende Fragen gestellt: 

 

Wir fragen, warum das Ungleichgewicht existiert und warum das Ungleichgewicht überhaupt noch weiter existiert? Wir fragen weiter, wie es überhaupt dazu kommen konnte? Wie es sein kann? Wie passt es in jene fortschrittliche Gegenwart, dass „jene Wenigen“ über andere bestimmen? Wir fragen so lange weiter, bis alle zur grundlegenden Frage gekommen sind und gemeinsam ihre Antwort finden: „Ist das Ungleichgewicht weiter hinzunehmen / Kann es dieses Leben in diesen alten Strukturen, kann es das gewesen sein? – Nein!“ 

 

Es ist kein anderer Weg, es ist der eine Weg in Sicht, jetzt das Problem an der Wurzel (radikal) zu packen und grundlegende Veränderungen auf friedlichem Weg zu vollziehen. Das klassische Verständnis von Handel wird hinterfragt und wesentliche Grundlagen von Handel aufgedeckt.  Erforderlich ist der von Politik gewährleistete, tragfähige juristische Rahmen. Sowohl Gestalten des Alltags als auch der Ausbau von tragfähigen Grundlagen gehören immer schon zusammen. Politik, Grundlagen und Gestaltung des Alltags sind nicht voneinander zu trennen und bilden eine Einheit.  Nachdem in der jüngsten Vergangenheit ein tragfähiger politisch-juristischer Rahmen etabliert wurde und Alltag von engagierten Menschen gestaltet wird, ist die Einflussnahme auf die Grundlagen erforderlich.  

 

Politik zwischen Gestalten und grundlegenden Veränderungen

Einem ganzheitlichen Verständnis zufolge sind allgemein Einflussmöglichkeiten und Aufgaben begrenzt. Auch politischer Einfluss und die Aufgaben der Politik sind begrenzt. Eine zentrale Aufgabe bzw. die Hauptaufgabe jener ist es, einen tragfähigen juristischen Rahmen zu gewährleisten. Leben und Alltag wird ein rechtlich verankerter Rahmen bereitgestellt. Die Frage der (wirtschaftlichen) Ausgangssituationen ist nicht Inhalt der Politik. Vielmehr wirkt sich das Ungleichgewicht prägend auf politische Entscheidungsprozesse aus. Eine akzeptable Verteilung der Grundlagen ist nicht Ziel, sondern Voraussetzung für Politik.  Politik als solche ist nicht das Wesentliche im Leben. 

 

Gestalten des Alltags – SOWOHL ALS AUCH: Politik, Gestalten, Grundlagen

Das Gestalten des Alltags zeichnet sich insbesondere in Not und Krisenzeiten durch Engagement und Kampf gegen Ungerechtigkeit aus. In der Vergangenheit wurde der Einfluss von politischen Parlamenten und demokratischen Grundlagen gesichert. Im Alltag ist das Engagement innerhalb des juristischen Rahmens möglich. Das allgemeine Gestalten des Alltags ist insofern von grundlegender Einflussnahme abhängig, da die Reichweiten aktueller Gestaltungspraktiken das Ungleichgewicht nicht erreichen und nicht verändern können. Auch das Gestalten des Alltags ist nicht das Wesentliche im Leben.

28 Integration von unterschiedlichen Reichweiten

Drei Schritte in der Ausweitung der Reichweiten:

a) Spielregelen  b) Lebensumstände  c) Menschen

 

Reichweiten und unterschiedliche Einflussnahme

Konservativ – liberale Verständnis (Konservatives – liberales Verständnis)

Sowohl konservatives als auch „fortschrittliches“ / liberales Verständnis basieren auf allgemeiner und juristischer Gleichheit. Während ein liberales Verständnis gleiche Handlungsmöglichkeiten in ihrer Beschaffenheit und Allgemeingültigkeit hervorhebt, sind  gemeinsame und verbindende Werte für ein konservatives Verständnis charakteristisch. Mitunter werden systemische Darstellungen benutzt, um jene als relevant deklarierten Bereiche darzustellen.    

 

Position der Linken / Alternativen

Im Allgemeinen treten alternative Betrachtungen für gleiche Rechte und Gleichberechtigung ein. Die Reichweite alternativer Betrachtungen reicht über die Analyse von Gesetzen und Handelsprozessen hinaus. Neben der allgemeinen juristischen Gleichheit werden (ungleiche) materielle Ausgangssituationen, die Lebensumstände einzelner Menschen kritisch einbezogen und zum Inhalt politischer Auseinandersetzung gemacht.  

 

Das Marogal-Prinzip

In der Gegenwart haben Menschen und insbesondere engagierte Menschen aus der Geschichte gelernt. Allgemein wird auch weiterhin einerseits der offene und konstruktive Meinungsaustausch im gesamten politischen Spektrum begrüßt. Andererseits erleben einzelne Menschen, unabhängig von politischer oder sonstiger Gesinnung, die Ungerechtigkeit. Konservative, liberale, alternative und sonstige Betrachtungen werden ergänzt. Die Reichweite von Marogal macht es möglich, (ungleiche) materielle Ausgangssituationen und Lebensumstände grundlegend zu verändern. Erstmals stehen zudem alternatives Vorgehen und Handlungsmöglichkeit bereit, um grundlegend gegen das Ungleichgewicht vorzugehen. Unabhängig von den Auseinandersetzungen im politischen Spektrum zwischen zwei Seiten setzen sich Menschen jenseits von Partei- und nationalen Grenzen für ein grundlegendes Gleichgewicht ein.  

 

Allgemeine juristische Gleichheit und gleiche Spielregeln sind nicht Ziel, sondern Voraussetzung. Die Gestaltung der Grundlagen macht lediglich zusammen mit der Gestaltung des Alltags und mit der fortgesetzten Bekämpfung von Ungerechtigkeit Sinn. Marogal ist auf allgemeine juristische Gleichheit und gleichen Spielregeln ebenso wie auf die faire und gerechte Gestaltung der Welt angewiesen. Zugleich sind Handlungsabläufe und das Gestalten von Lebensumständen von einem grundlegenden Gleichgewicht abhängig.

29 Der Weg

Aktuelle Situaton bzw. aktuell

 

Ein Blick auf die europäische Geschichte zeigt, dass allgemein in der Vergangenheit politische Inhalte und die Gestaltung des Alltags zentrale Themen waren. Grundlegende Veränderungen waren weniger von Bedeutung. Glaubenskriege, kulturelle Inhalte sowie Auslegungen von Begriffssystemen und Hingabe an Wissenschaften haben das Abendland von den Anfängen, unterwegs zur Globalisierung, bis hin zur Entfaltung der Moderne in die Gegenwart hinein geprägt. Bauern, Arbeiter und allgemein Personen in unterschiedlichsten Stellungen haben sich für ihre Rechte eingesetzt und Partei ergriffen. Zugehörigkeiten zu Ständen, Klassen und Schichten bzw. unterschiedliche Lebensformen insgesamt haben auch in Kriegszeiten den Alltag geprägt. In öffentlichen und privaten Bereichen stellt sich immer schon die Frage nach der angemessenen Verteilung von Geldern. Wirtschaften und Haushalten heißt, den Haushaltsplan angemessen zu gestalten. In der öffentlichen Diskussion und medialen Berichterstattung werden ebenso aktuelle Lebensumstände wie auch Krisensituationen zum Thema gemacht. Ferner werden im Alltag ethische Vorstellungen an spezielle Kontexte herangetragen. Wissenschaft ist in separierte Forschungsbereiche und spezielle Diskurse unterteilt. Mitunter werden in empirisch-statistischer und experimenteller Forschung quantitative Werte abgeleitet. Modelle und Theorien bilden Teilausschnitte von Wirklichkeit ab. Eine entsprechende Beobachterposition in der Welt begünstigt eine spezielle Wahrnehmung und Weiterverarbeitung von Inhalten. Ebenso tragen anschließende Behandlungspraktiken zur Auslegung und zum Begreifen des Alltags bei. Naturwissenschaftlich-empirische Forschung wird insbesondere dem aktuellen Verständnis von Person gerecht. Innerhalb der Grenzen des Marktes vollziehen sich sowohl klassische als auch moderne Marktanalysen (vgl. Reichweite Marx). Während in Mikroanalysen der Einzelne und das Individuum im Zentrum des Interesses steht, ist eine Makroanalyse Teil der Standortanalyse. Sozialkritische Ansätze mit entsprechenden Reichweiten werden mitunter unterschiedlichsten Parteien und Positionen in den Netzen der Lebenswelt gerecht. Der Einfluss von sozialer Herkunft wird  herausgearbeitet und diskutiert. Kritische Aussagen „über“ die Person und unterschiedliche Konstruktionen von Person und Wirklichkeit werden getroffen. Die gestaltende Person in ihrer Lebenswelt wird zum Thema gemacht. Systemische Darstellungen machen es möglich, jene  weltweiten, wirtschaftlich-politischen Ereignisse entsprechend als wissenschaftliche Inhalte darzustellen.  Im Alltag wird mitunter ein beachtliches Maß an persönlichem Engagement und Leistung gefordert. Verbesserte Integration ist insgesamt von wissenschaftlichem und politischem Interesse. Persönliche Krisen sind nicht weniger als öffentliche Auseinandersetzungen als auch Kriege „Bestandteile“ jenes Alltags und jener Welt.

 

Hingegen geht die grundlegende Ausgangssituation jenem ausgelegten Alltag voraus. Jene Berufswelt, Haushaltspläne und kulturellen Praktiken entfalten sich nachträglich. Zu Grunde liegende Abhängigkeitsbeziehungen machen den Menschen zu jener Person in eben jener Welt. Während die individuellen Rechte gleich sind, haben die etablierten Abhängigkeitsbeziehungen der Welt ihre Form gegeben. Tatsächlich ist es jene Ausgangssituation, die Kultur, Gesellschaft und Politik grundlegend bedingt. Trotzdem werden maßgebende Ausgangssituation und Abhängig-keitsbeziehung nicht zum Thema gemacht. Die Gründe für Verstrickungen und Manipulationen werden nicht erfasst. Bis zum heutigen Tag bleiben grundlegende Zusammenhänge „außen vor“. Der entscheidende Umstand, dass jene Welt der Menschen durch Grundlagen bedingt ist, findet bisher keine Beachtung.  

 

 

Der Weg von Marogal (allgemein)

Der Weg von Marogal unterscheidet sich von anderen Ansätzen, Herangehens- und Betrachtungsweisen bzw. stellt als grundlegende Ergänzung zu diesen eine Neuerung dar. Keineswegs geht es darum, übliche Themen oder die Person in ihrer Lebenswelt auf eine neue Art und Weise zu betrachten. Entgegengesetzt zu jener normalen, „innerweltlichen“ Fokussierung, werden grundlegende Zusammenhänge einbezogen. Zwischen dem grundlegenden Ansatz von Marogal und speziellem diskursiv-politischem Engagements gibt es inhaltlich keine Schnittstelle: Diskursiv-politisches Engagement und der Ansatz von Marogal ergänzen sich. Jene Reichweiten, die auch Grundlagen einbeziehen, machen erst die Umsetzung einer praktischen Ethik möglich. 

 

Grundlegende Einflussnahme ist erforderlich und steht in keinem Widerspruch zu politischer Einflussnahme und Gestaltung des Alltags. Ganz im Gegenteil ergänzen sich politische Einflussnahme und Gestaltung des Alltags und der Ansatz von Marogal. Ebenso ist diskursiv-politische Einflussnahme erforderlich und findet auch in Zukunft weiterhin statt. Während politische Einflussnahme von einem grundlegenden Gleichgewicht profitiert, insgesamt auf ein solides Fundament angewiesen ist, ist der Ansatz von Marogal zugleich auf einen entsprechenden juristischen Rahmen angewiesen. Schließlich bedarf es zuletzt der Gestaltung des Alltags durch die einzelnen Menschen.

 

Bei der Umsetzung grundlegender Veränderungen wird allgemein ein Mittelweg zwischen „nicht zu sehr beeinträchtigenden wirtschaftlichen Handelsabkommen“ und „keineswegs überregulierenden staatlichen Einflüssen“ begrüßt. Ansonsten ist der Weg von Marogal an keine speziellen Positionierungen gebunden. Jedem Menschen steht allgemein, unabhängig von Nation, Gesinnung und Geschlecht die Möglichkeit mitzumachen offen. Auch Parteien- und sonstige Zugehörigkeiten sind ebenfalls nicht erheblich. Hingegen widerspricht der Versuch, das Ungleichgewicht zu verschleiern, und, durch dieses begünstigt, auf Profite abzuzielen, dem grundlegenden Engagement. Während allgemein und auch von liberalen Positionen die grundlegende Ausgangssituation zwar fokussiert wird („Startlinie“), fällt folgenschweren Nicht-Regelungen insbesondere von Gewinnen keine Aufmerksamkeit zu bzw. wird dies in Kauf genommen.  Keineswegs basiert die Umsetzung von (liberalen) Anliegen und Werten unbedingt auf Betrachtungen, die als solche überhaupt eine ethische Beurteilung ermöglichen. Allgemein sind liberales und ethisch-moralisches Verständnis keineswegs deckungsgleich.

 

Die Schnittstelle und Gemeinsamkeit von politischem Engagement, Gestaltung des Alltags und dem Weg von Marogal stellt das Erleben jener Ungerechtigkeit bzw. der Folgen des Ungleichgewichts dar. Jenes Erleben steht im Gegensatz zu auch weiterhin theoretisch möglicher persönlicher Bereicherung. In Zukunft ist es durchaus vorstellbar, dass im Alltag Engagement aufklärend jene fraglichen Praktiken aufdeckt und durch den Ansatz von Marogal Handlungsalternativen aufgebaut werden. Der Ansatz von Marogal und einhergehende grundlegende Veränderungen sind unbedingt erforderlich, da konstruktives Engagement und realisierte Alltagsgestaltung sich nicht auf die Ausweitung der Schere zwischen Arm und Reich auswirken. Auch aktuell vergrößert sich die Kluft zwischen Arm und Reich. Die grundlegenden Missstände verlangen grundlegende Antworten. Während Engagement und Gestaltung sich im Alltag bewegen, werden grundlegende Bedingungen menschlichen Zusammenseins, der Menschen und deren Bedürfnisse einbezogen.  

 

 

Der Weg von Marogal (speziell)

Die erforderliche Reichweite geht zum einen mit Veränderungen des Betrachters bzw. dessen Positionierung einher. Zum anderen führt analog zu jener Auflösung der Positionierung die einhergehende Fragerichtung aus den üblichen Inhalten des normalen Gespräches hinaus.

 

Unter Positionierung wird die im Alltag vollzogene diskursive Identifizierung verstanden. Im Alltag begünstigen Verpflichtungen und Aufgaben ein entsprechendes Empfinden und eine entsprechende Verbundenheit. Während die Aufrechterhaltung jenes emotionalen Durchschnittszustandes Aufgabe der Person ist, ist die Person primär auf jene alltägliche Ausgangssituation bezogen. Motivation und (politisches) Engagement hängen sowohl mit jener diskursiven Identifizierung als auch jenem persönlichen Empfinden zusammen.  

 

Die üblichen Inhalte, aus denen die Fragerichtung führt, sind detaillierte Analysen und Darstellungen der Ungerechtigkeit. In jenen alltäglichen Gesprächen und Betrachtungen werden diskursiv-politische Inhalte thematisiert. Einher geht eine Identifizierung mit der vertretenen Meinung.

 

Die erweiterte Betrachtung vollzieht sich schließlich als ein Prozess, in dem es zum Lösen sowohl aus üblichen Gesprächsinhalten als auch aus alltäglichen Positionierungen kommt. Der Unterschied liegt in der allgemeinen Frage nach Grundbezügen und der Person zu Grunde liegenden Beziehungen. Während weder die Positionierung des Gegenübers noch die Inhalte einer Partei und Grundsatzprogramme Ansatzpunkte sind, wird auch die Mitgliedschaft in einer Partei und Gemeinschaft bei der erweiterten Betrachtung auch dann nicht zum Inhalt gemacht, wenn sich das Ungleichgewicht sehr wohl auf Meinungsbildung, Identifikation und persönliche Ebenen insgesamt auswirkt. 

 

Indem weniger auf die Inhalte der Gespräche eingegangen wird, findet sich der Fragende mitunter selbst in (s)einer Ausgangssituation. Jene sind Autoren ihrer Inhalte in ihrer Berufswelt, Produzenten von Sinn und Glauben und Gestalter jener Kommunikationsräume. Alltägliche Verbundenheit mit Aufgaben, Sorgen und alltäglichem Streben wird realisiert. Während die Strukturen der Gesprächsräume sichtbar werden, finden sich Menschen in grundlegenden Beziehungen. Keineswegs sind aktuelle Krisen und gar Kriege austauschbar, jedoch zeigt sich der allgemeine Einfluss des Ungleichgewichts. 

 

Immer wieder ist es die vom Ungleichgewicht geprägte Ausgangssituation, die jeglichen Positionierungen vorangeht. Tatsächlich sind diese Beziehungen bereits durch das Ungleichgewicht ausgelegt. Die erweiterte Betrachtung hat bewirkt, dass sich der Betrachter, entgegen der alltäglichen Ausrichtung in die Welt hinein, aus dem alltäglichen Empfinden und inhaltlich aus der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen gelöst hat. Mitunter wird jene allgemeine Stimmung erlebt.  

 

Zum Vorschein kommt jene in den weltlichen Bezügen ausgerichtete Person. Für die persönliche Verfassung stellt Engagement und Gestaltung der Welt bedeutende Formen der Auseinandersetzung in der Welt dar. In den ausgelegten Räumen sind Personen und diskursive Persönlichkeiten Ausgangspunkt und Adressaten. Während fordernd und kämpfend Räume und Diskurse gestaltet werden, steht eben jene Person in der Welt für etwas. Anliegen der Person ist es, im Einklang mit verbindlichen Werten und Idealen verstanden zu werden. 

 

Auch wenn die Person verstanden wird, fühlt sich der Mensch meist nur bedingt in jenem begrenzten Leben zu Hause. Beim morgendlichen Aufwachen, in der Kunst und in der Nähe zur grundlegenden Stimmung zeugen Spuren von jener großen Sehnsucht. Lediglich die Person, jener vermeintliche „Teil“ des Menschen, wird erreicht. Jenes „Verständnis von Menschen/Individuen“ ist auf die fragliche Fokussierung von lediglich Teilaspekten zurückzuführen und insgesamt unzureichend. Nicht anders als jene reduktionistischen Betrachtungen in Medien und Wissenschaft wird auch dieses Verständnis dem Menschen insgesamt nicht gerecht.

 

Grundlegende Zusammenhänge im Allgemeinen und das Ungleichgewicht im Speziellen stellen insgesamt ein „Außen“ dar. Solange diese grundlegenden Zusammenhänge allgemein keine Beachtung finden, werden jegliche Folgen des Ungleichgewichts nicht als solche erkannt. Folgen sind mitunter Überbelastung, der Kampf ums Überleben und jegliche Ereignisse in der Welt. Solange aktuelle Darstellungen unvollständig sind, also insbesondere Abhängigkeit und Teilhabe an Gewinnen außerhalb der Betrachtungen liegen, muss jegliches Engagement insgesamt wirkungslos bleiben. Während alltägliche Arbeit tatsächlich oft Sisyphos-Arbeit ist, haben verschuldete Menschen in Abhängigkeitsstrukturen oft keine Perspektive mehr. Alltag wird also primär vom Ungleichgewicht geprägt, das allerdings nicht hinreichend vom Großteil der Menschen erfasst und im Interesse „der Wenigen“ auch nicht grundlegend verstanden werden soll. Wenn Engagement in der Welt und die Gestaltung der Welt mehr als das Herausputzen eines goldenen Käfigs sein soll, sind grundlegende Veränderungen und eine ausgeglichene Ausgangssituation notwendig.

 

Die erweiterte Betrachtung legt nahe, dass die Folgen des Ungleichgewichts insgesamt Leben auf den Kopf stellen. Während Überidentifizierung und mitunter starre Persönlichkeiten keine Selten-heit darstellen, wird Leben dann pervertiert, wenn sich derartige Praktiken auszahlen. In jener Welt, in jenen begrenzten Handlungsräumen, findet sich die Person mit Unsicherheit und ohne tatsäch-liche Antworten wieder. In den geläufigen Inhalten der Diskurse werden keine grundlegenden Zusammenhänge zum Inhalt gemacht und sind zugleich keine grundlegenden Antworten zu finden. Entscheidend ist nicht, dass im Alltag tatsächlich Raum und Diskurs außer Frage stehen. Alltag „funktioniert“, solange die allgemeinen Grenzen des Diskurses als allgemeine Grenzen anerkannt werden. Solange die Person im eigenen Konflikt beschäftigt ist, bleiben grundlegende Fragen ungestellt. Während grundlegende Zusammenhänge unbeachtet und ausgeschlossen bleiben, kommt es zu keiner Änderung. 

 

Insgesamt stellen jene grundlegenden Fragestellungen keine politischen Inhalte dar. Eine Anpassung des politischen Aufgabenbereiches und Veränderung des etablierten Politikverständnisses erscheint als grundlos.    

Keineswegs hat der Versuch, im Ideal des Bürgers aufzugehen, heute eine große Bedeutung, und immer wieder findet sich der Wunsch, etwas darzustellen. Neben Pflicht und Aufgaben wird auch eine gewisse Erwartungshaltung an Einzelne herangetragen. Während sich eine gewisse Verschiebung in die Vorstellungswelten abzeichnet, ist insgesamt die grundlegende und Abhängigkeit aufrechterhaltene Bezogenheit verdeckt. Weitestgehend auf diese Weise mit der Person identifiziert und auch unter Druck gesetzt, erscheinen individuelle Auseinandersetzungen, persönliches Streben und auch der eigene Konflikt in der Welt fälschlich als grundlegend und gar absolut. Personen gehen in jenen gewöhnlichen Inhalten auf, die stets von Interesse sind. Bedürfnisse sind in jener vermeintlichen Ausgangssituation bestenfalls zweitrangig, die immerzu vom Ungleichgewicht gespeist wird. Während dem Menschen mehr als nötig abverlangt wird, erhält dieser zugleich weniger als ihm eigentlich zusteht. Auch wenn die Person versucht alles Mögliche zu leisten, bleibt nichts anderes, als an die grundlosen Erklärungen in der Welt zu glauben. In der Gegenwart verfügen „jene Wenigen“ mit lukrativen Geschäftsideen oder jene Gesellschafter und Geschäftsführer über unbeschreiblichen Einfluss und Kapital. Zugleich arbeiten „die vielen Anderen“ in der von ihnen ausgelegten Welt und gehen vergleichsweise leer aus. 

 

Insgesamt zeichnen sich ein von Interessen geprägter Alltag und die Verschiebung zu Interessen und Machtinteressen weltweit ab (vgl. Neoliberalismus). Während insbesondere die Machtinteressen vereinzelter Menschen grundlegenden Einfluss ausüben, ist der Erhalt des Ungleichgewichts ihr Interesse. Interessengeleitet werden jene Abhängigkeitsbeziehungen aufrechterhalten, die durchaus veränderbar sind. 

 

Die erweiterte Betrachtung öffnet neben allgemeinen Hinweisen zum einen für den Ansatz von Marogal weniger bedeutungsvolle Betrachtungsdimensionen und zum anderen Zugänge zum erweitertem Verständnis innerweltlicher Abläufe.

  • Allgemein zeigt sich, dass speziell den strukturellen Aufteilungen der Handlungsräume und insgesamt wiederkehrenden Mustern, Dynamiken und anderen Phänomenen mehr Aufmerksamkeit zukommen sollte. Grundlegende Neuauslegungen von Ansätzen und Erweiterungen von Modellen bieten sich ebenso an wie erweitertes Verständnis und der Ausbau von verbesserten diskursiven Praktiken.  
  • Erweiterte Reichweiten und einhergehende Fragerichtung bereiten neue Betrachtungsdimensionen, die Grundlagen für ein neues Verständnis vor. Dabei werden sowohl idealistische als auch materialistische und wissenschaftlich historische Auslegungen weder widerlegt noch überhaupt zum Inhalt gemacht, sondern schlichtweg ergänzt. Während sich der Kampf von Marx und des Kommunismus im Diskurs abspielt, bleibt hierbei mehr als lediglich der Diskurs als solcher unberührt. Das Verständnis des Ungleichgewichts hat bereits eine entscheidende Dimension gewonnen, nachdem auch das Verstehen von Monarchen und gegenwärtigen Staatsoberhäuptern, Markt und Politik zum Inhalt wurde. Das Verständnis vom Menschen wird dahingehen erweitert, dass dieser aus jenen tatsächlichen Abhängigkeitsbeziehungen verstanden wird. Der Mensch der Gegenwart ist jene Person, in jener vom komplexen Ungleichgewicht ausgelegten Welt. Die bis dato theoretische Betrachtung wird von den praktischen Umständen eingeholt. Die Ergänzung beinhaltet primär jenes komplexe Ungleichgewicht und macht mitunter wissenschaftliche Analysen und Darstellungen durch die praktischen Bezüge brauchbar. Aktuelle, tagespolitische, mediale Analysen erfahren durch das klassische Handelsverständnis eine inhaltliche Erweiterung. Entgegen der vielschichtigen innerweltlichen Konflikte ist die tatsächliche Ausgangssituation bzw. das grundlegende Ungleichgewicht schlicht, und wie jene grundlegenden Beziehungen, einfach zu verstehen und überschaubar. 
  • Beim erweiterten Verständnis wird dem Einfluss des Ungleichgewichts Rechnung getragen. In jenem vermeintlichen „Innen“ spielen sich gleichermaßen Ungerechtigkeit und Verbrechen als auch Engagement und Gestaltungsprozesse ab. Während politische Interventionen begrenzten Einfluss ausüben, auch Kriege jene Ausgangssituation nicht beeinflussen, wirkt sich das Ungleichgewicht auf die Interaktion der Nationen und Politik aus. Das Ungleichgewicht bleibt immer schon von weltpolitischen Ereignissen unbeeinflusst. Auf jegliche Handelsbeziehungen, alltägliche Prozesse, Interaktionen und auch Versuche zu verstehen, wirkt sich das Ungleichgewicht aus. Zugleich ist bis dato das Ungleichgewicht, anders als die Ungerechtigkeit, von medialer Berichterstattung ausgeschlossen. Vor einem Krieg ist zugleich auch nach einem Krieg. Die das Ungleichgewicht hervorbringende Dynamik bleibt unverändert gleich, da dessen Umsetzung und Fortbestand im unbeachteten (!) klassischen Verständnis des Handels konserviert ist. Keineswegs sind Menschen – wie jene Maus im Käfig – in äußere Grenzen eingesperrt. Trotzdem entwerfen sich Personen in einer grundlegend, von den Folgen jener Schere zwischen Arm und Reich determinierten Welt, die von Interesse ist und durch Interessen eingerichtet wird. In jenen Räumen und Diskussionen, den weltlich-öffentlichen Diskursen, finden sich jene Produzenten und Gestalter. Allerdings keine grundlegenden Antworten. Immer schon sind die Machtdiskurse „leer“, hier sind weder maßgebende Bezugspersonen noch Bezüge zu finden. Während also die Metaebenen gestaltet und weltweit von Arbeitern und Angestellten Produktion und Verkauf vorangetrieben werden, wird zugleich grundlegend und bis dato unaufhaltsam die Kluft zwischen Arm und Reich, das Ungleichgewicht größer. 

 

Während sich naturwissenschaftliche Forschung in einem zunächst durch Bedingungen begriffenen Bereich vollzieht, müssen sich soziale, ethische und vergleichbare Ansätze der Frage stellen, ob nicht immer wieder grundlegende Bedingungen übersehen werden. Keineswegs handelt es sich hierbei um jenen hermeneutischen Zirkel. Unzureichende Reichweiten hinterfragen lediglich Geschichte und Inhalte des abendländischen Diskurses  als ob sie tatsächlich im Käfig sitzen, ohne dies allerdings zu realisieren.  

 

Solange Personen und Persönlichkeiten jenen als normal verstandenen Alltag lediglich gestalten, eine erweiterte Reichweite keine neuen Handlungsmöglichkeiten öffnet, verändert sich das Ungleichgewicht grundlegend nicht. Weitere Fragwürdigkeiten bleiben dann nicht verdeckt, wenn grundlegenden Zusammenhängen Beachtung zukommt: Während weniger die Anhäufung von Kapital als das Mitmachen und die Abhängigkeit nachdenklich machen, macht ebenfalls der Umstand, was alles zum Aufrechterhalten des Ungleichgewichts erforderlich ist, stutzig. Seit eh und je bedarf die Aufrechterhaltung des Ungleichgewichts der Mitarbeit der vielen ohnehin Benachteiligten. Bzw. sind jene wenigen Profitierenden aus praktischen Gründen auf das Mitwirken vieler anderer angewiesen. Fortbestand und Erhalt ihrer Reichtümer und ihres materiellen Besitzes erfordert entsprechende „Dienstleistungen“ ihrer Angestellten. Personal ist zum Erhalt der Besitztümer und bei der Instandhaltung ihrer Immobilien unbedingt erforderlich. Beziehungen sind immer schon auf den Kopf gestellt, da eigentlich der Vermieter seinen Mieter braucht. Tatsächlich zahlt allerdings dieser seine Miete und leistet zudem dem Vermieter durch sein Mitwirken Dienste, erhält dessen Wohn- und sonstige Räume. Dass die Natur die unbewohnten Wohnräume schnell zurückholt, weiß jeder Vermieter. Ohne darüber ein Wort zu verlieren, wird auf die Bedürftigkeit des Vermieters, dass dieser seinen Mieter braucht, nicht weiter eingegangen. Stattdessen wird – zudem! – regelmäßig die Miete eingefahren: Eine entsprechende Abhängigkeitsbeziehung mit entsprechendem Umfang ist etabliert.

 

Solange die Darstellung des Vermieters auch Ausgangspunkt vom Verständnis des Mieters und der sonstigen involvierten Personen ist, wird die Fragwürdigkeit verdeckt. Im Alltag wird immer wieder die Perspektive „jener Wenigen“ von den meisten Menschen übernommen. Die Frage „Wer braucht Wen?“ bietet an, jene fragliche Perspektive zurückzulassen. Neben der gewonnenen, erweiterten Reichweite ist im Folgenden eine alternative Handlungsmöglichkeit notwendig. Diese Handlungsmöglichkeit öffnet die Tür in die Unabhängigkeit. Die privaten und alltäglichen Veränderungen vollziehen sich jenseits politischer Einflussnahme. Unabhängig vom alten Einfluss werden alte Fragestellungen neu gefasst und losgelöst neue Antworten gefunden. 

 

 

(längerfristige) Veränderungen

Die folgenden Gedanken skizzieren (längerfristige) Veränderungen. An dieser Stelle wird aus-drücklich hervorgehoben, dass sich aus den anschließenden Ausführungen keineswegs konkrete Hinweise oder gar Schlüsse ableiten lassen. Während jene angestrebten grundlegenden Veränderungen praktisch umsetzbar sind, unterscheidet sich der Versuch, jene anderen (längerfristigen) Veränderungen zusammenzufassen, durch seinen insgesamt spekulativen Charakter. 

 

Der praktische Ansatz von Marogal zeichnet sich durch das Umsetzen alternativer Handlungs-möglichkeiten aus. Grundlegende Veränderungen werden durch konkrete Einflussnahme auf das Ungleichgewicht bewirkt. Hingegen lassen sich jene (längerfristigen) Veränderungen nicht direkt absehen. Diese vollziehen sich nach den grundlegenden Veränderungen, vollziehen sich im Laufe der Zeit und entziehen sich, wie andere allgemein-gesellschaftliche Entwicklungen, einer verlässlichen Vorhersage. Konkrete und gar wissenschaftliche Aussagen erfordern Vergleichswerte, entsprechend geeignete Rahmenbedingungen und hinreichendes Informationsmaterial. Es ist weder Aufgabe, noch haben naturwissenschaftlich-empirischen Praktiken die Möglichkeit, jene allgemeinen Zusammenhänge entsprechend zu erfassen. Die allgemeinen Aussagen haben weitestgehend ungefähren, prognostischen Wert. Insgesamt sind die (längerfristigen) Veränderungen nicht direkt beeinflussbar. Während jene Einflussnahme nicht das Anliegen von Marogal darstellt, öffnen sich Möglichkeiten für konstruktives politisches Engagement und Alltagsgestaltung.

 

Eine von Abhängigkeit befreite, offene Grund- und Ausgangssituation mag wünschenswert sein, kann allerdings kein konkret angestrebtes Ziel darstellen, sondern lediglich durch den Aufbau von Handlungsalternativen begünstigt werden.   

 

Der Aufbau jener grundlegenden Handlungsmöglichkeiten macht (längerfristige) Veränderungen wahrscheinlich. Die alternativen Handlungsmöglichkeiten wirken sich konstruktiv auf eine Veränderung des Ungleichgewichts aus und tragen zur Öffnung neuer allgemeiner Handlungsräume bei. Jene Öffnung zeichnet sich durch abnehmenden Einfluss jener prägenden wirtschaftlichen Positionierungen. Entsprechend der Gestaltung der neuen Unternehmen ist auch von Verände-rungen des Einflusses auf das Prinzip der Gewinnmaximierung zugunsten möglicherweise ethisch-sozialer Aspekte auszugehen. Direktes „Umschwenken“ oder radikale Veränderungen sind unrealistisch. Der Primat des ökonomischen Kalküls ist sowohl national als auch international etabliert und auch in (pseudo-)politischen Handlungspraktiken verankert. Die Gemeinschaft der Menschen holt sich langsam und beständig Handlungsräume und Einflussmöglichkeiten zurück. Fragen, inwieweit Gewinnstreben, egozentrische Perspektiven und die persönlichen Ausrichtungen zum Ausbau der Globalisierung beitrugen, liefern mitunter aufschlussreiche Einsichten. Insgesamt ist eine direkte Einflussnahme auf die (längerfristigen) Veränderungen allerdings wenig realistisch. Die gesellschaftlichen Strukturen insgesamt legen die Frage nahe, inwieweit der Abbau jener Auslegungen und Prägungen hingegen passend ist. Während nach der Fertigstellung eines Gebäudes der Abbau des Bauzaunes außer Frage steht, haben sowohl wirtschaftliche als auch politische Einflüsse eine vermeintliche „Funktion“ im Ganzen. Das Prinzip der Gewinnmaximierung, Optimierung der Arbeitsprozesse und auch die Vorrangstellung des Expertentums zeichnen u.a. Kapitalismus und Neoliberalismus der Gegenwart aus. Sowohl kapitalistisches als auch neoliberales Politik- und Weltverständnis stellen spezifische Positionen mit entsprechender Reichweite und Einflussmöglichkeiten dar. Mitunter wirken sich das reduktionistische Verständnis und die Eindimensionalität konstruktiv aus.  Der vermeintliche Höhepunkt einer fiktiven bzw. chronologischen Abfolge wird als einzige Möglichkeit und gar Ziel ausgelegt. Insgesamt wird nicht gefragt, inwieweit es sich um spezielle Ausprägungen, Auslegungen und Festschreibungen der Gegenwart handeln könnte. Längerfristig liegt es an der Gemeinschaft der Menschen, menschliche Bedürfnisse und ein natürliches Gleichgewicht umzusetzen. 

 

Das Herzstück der hier skizzierten (längerfristigen) Veränderungen sollte den Lösungsprozess aus realen Abhängigkeitsstrukturen und fraglichen Beziehungskonstellationen darstellen. Entsprechend vollzieht sich der Aufbau von Selbstständigkeit durch den Aufbau von Unternehmen im Sinne des Gleichgewichts. Lediglich in Abhängigkeitsbeziehungen und in der Kette funktionaler Zirkelschlüsse haben aktuell individueller Konflikt und die Frage nach Sinn Bedeutung. In welcher Form auch immer, müsste die einseitig geprägte, auf den Kopf gestellte Welt vom aktuellen Kopfstand auf die Füße gestellt werden. Womöglich wird nach jener Identifizierung der Person in der kapitalistisch, neoliberal geprägten Welt gefragt. Jene Unabhängigkeit ist vielmehr der natürliche Zustand. 

 

 

Wesen der Veränderung: ein hinreichendes und zugleich ausreichendes Verständnis

Ein hinreichendes „Verständnis der Veränderungen“ legt es nahe, zunächst von den Folgen des „Klassischen Verständnisses von Handel“ auszugehen. Während bei jedem Handel und Einkauf immer wieder das Ungleichgewicht begünstigt wird, vergrößert sich dadurch die Kluft zwischen Arm und Reich. Bei der Reproduktion des Ungleichgewichts werden allgemeine Strukturen des Handels genutzt. Aus gegebenem Anlass reagiert der gesunde Menschenverstand skeptisch. Als Mensch mit dem Ungleichgewicht konfrontiert, unwissenschaftlich, bietet es sich an, von einer Art „Eingriff“ auszugehen. Ein „Eingriff“ bringt als Teil einer Erklärung das zum Ausdruck, was einfach nicht dahin passt: Das Ungleichgewicht. Die schlichte Antwort ist eine „Befreiung“ und das „Wiederherstellen eines Zustandes“. Damit sind keine absoluten Zusammenhänge, Metatheorien oder sonstige Zuschreibungen gemeint. Ebenso spielt die Frage nach der Beschaffenheit jener allgemeinen Entwicklung bzw. der Geschichte überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist der allgemeine „Eingriff“, da dieser massiven Einfluss auf die Gegenwart ausübt. In mancher Hinsicht ist der „Eingriff“ mit jener „Keule der Steinzeit“ vergleichbar. Die „Eingriffe“ prägen jeweils die Grund- und Ausgangssituation. Während eine direkte Einflussnahme höchstwahrscheinlich nicht möglich ist, liegen in (längerfristigen) Veränderungen Möglichkeiten konstruktiver Veränderungen. Einflussnahme des klassischen Verständnisses von Handel stellt einen Versuch dar,  indirekt zu wirken. Nachdem die Gemeinschaft der Menschen der „Keule der Steinzeit“ abgesagt hat, wirkt sich hingegen aktuell jener „Eingriff“ als Diktat gegen die Gemeinschaft weiterhin aus. 

 

Ethische Fragen und Einfluss durch Entscheidung

Bis dato wird über ethische Inhalte diskutiert. Sowohl Ethikräte als auch Ethikkommissionen werden ins Leben gerufen. Allerdings kommt es selten zu entsprechenden praktischen Umsetzungen. Vielmehr gilt es wachsam zu sein und jenen Zustand zu erkennen, in dem lediglich von Gerechtigkeit, gleichen Rechten und Bildungschancen gesprochen wird. Wahrscheinlich werden dann spezielle Interessen und Positionierungen vertreten statt der allgemeinen Ausgangssituation und dem Interesse der Gemeinschaft Beachtung zu schenken. Die Fokussierung spezieller, meist wirtschaftlicher Aspekte und die begrenzten Reichweiten jener Interessenvertretungen bringen es mit sich, dass ethische Fragen nicht mehr gestellt werden können. Nachdenklich macht jenes Nicht-Thematisieren von relevanten Inhalten, von allgemeinen und grundlegenden Unterschieden. Jene von ökonomischen Fakten bestimmten Konzeptionen und Analysen sind weitestgehend inhaltlich „leer“. Vergleichbar mit einem Blick durch einen Tunnel wird entsprechend des ökonomischen Prinzips der Gewinnmaximierung konsequent das eine Ziel angepeilt und alles andere ausgeklammert. Jene, für ethische Fragen erforderliche ganzheitliche Betrachtung kann nicht erzielt werden.  Oft sind es hingegen konservative, nationale und andere auch traditionelle Positionen, die unerwünschte Inhalte als solche eindeutig benennen und nach „außen“ abstoßen, so dass eine mitunter schlichte „Gut-Böse-Ethik“ bedient wird. Diese Positionen stehen in der Gegenwart neben jenen liberal-neoliberalen Positionierungen. Es stellt sich die Frage, inwieweit jene einerseits Ausgrenzung und andererseits Ignoranz von sowohl allgemeinen Facetten des Alltags als auch grundlegenden Zusammenhängen gesellschaftlich-politische Entwicklungen prägen. Während zum einen staatliche Neuregelungen auch im Alltag neue Verbindlichkeiten schaffen und zugleich von Sicherheit gesprochen wird und zum anderen lediglich spezielle Aspekte fokussiert werden, cheint es insgesamt zu einer Ergänzung zu kommen. Betreffend des Ungleichgewichts ist eine Entwicklung dann negativ, wenn Abhängigkeit ausgebaut und längerfristig ein Leben im goldenen Käfig realisiert wird. Eine von Abgrenzung und Ignoranz geprägte Entwicklung ist in jedem Fall fragwürdig. 

 

Die Integration aller erforderlichen Facetten des Handels ist ebenso wie ein neues Verständnis des Umgangs mit Gewinnen und einhergehender Einflussnahme nach Jahrhunderten europäischer Geschichtsschreibung längst überfällig. Dabei stellt die Integration alltäglicher und grundlegender Zusammenhänge die Grundlage für die Umsetzung einer praktischen Ethik dar. Jetzt steht der Vorbereitung jener Grundlagen einer praktischen Ethik nichts im Wege. 

 

Diese fußt auf der Eigenverantwortung aller Menschen. Selbstständigkeit und eine alternative Handlungsmöglichkeit ermöglichen verantwortungsvolles Handeln, das nicht weiter bloß eine losgelöste Vorstellung darstellt. Die Entscheidungen vieler Menschen, die Summe der Entscheidungen einzelner Menschen, tragen unmittelbar zur Erweiterung des allgemeinen Handlungseinflusses und zum Abbau des Ungleichgewichts bei. Grundlegende Weichen werden gestellt. Auf diese Weise mitbestimmend, haben sich die Menschen wie einst ihre Vorfahren von der „Keule der Steinzeit“ befreit. Das Bild einer Startlinie, an der Menschen stehen, erweist sich ebenso, wie das Verständnis des Menschen als konstruierte Person, als unzureichend. Tatsächlich bleiben die Spielregeln bei den grundlegenden Veränderungen unverändert, während sich Fokus und Reichweite erweitern. Jetzt ist es möglich, das grundlegende Ungleichgewicht zu erkennen und beim Namen zu nennen. Indem passende „Spielpartner“ ausgesucht werden, wird Abhängigkeit beendet und, von nun an, grundlegend Einfluss genommen. Ein Produkt, das Ungleichgewicht bedient, wird bestimmt nicht weiter ausgewählt. 

 

 

Sowohl Engagement, Gestalten als auch Marogal: Die erste Aufgabe

Neben jener grundlegenden Einflussnahme stellen (politisches) Engagement und das Gestalten des Alltags die beiden anderen der drei Säulen dar, auf denen Alltag fußt. Durch die Erweiterung der Inhalte wird auch die Geschichte von sozialem Kampf und Engagement neu verstanden und fundiert. Der längerfristige Abbau des Ungleichgewichts öffnet ungeahnte Möglichkeiten bei der Gestaltung des Alltags. Sowohl Engagement, Gestaltung von Alltag, als auch Auseinandersetzung mit grundlegenden Missständen, gehören zusammen.  

 

Die erste und entscheidende Aufgabe ist es, jenes erste Unternehmen ins Leben zu rufen, das sich auch in der Satzung offen und transparent erforderlichen Grundauslegungen verschreibt. Gelingt  es, jenes erste Unternehmen umzusetzen, wird sich aufgrund der einhergehenden gegenseitigen Unterstützung eine Entwicklung in Gang setzen. Jetzt gilt es eben, jenes erste Unternehmen umzusetzen.