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Roter Faden

 

Bereits in der Kindergartenwelt waren Meinungsverschiedenheiten mit eingeschlossen. Regeln waren oft nur Mittel zum Zweck und zugleich heiligte kein Zweck fragliche Mittel. In der Vielfalt angekommen, wuchsen die Kleinen aus dem Schubladendenken heraus, bunt sollte es von nun an sein. Manchmal einzeln und frei und dann wieder mit anderen zusammengesteckt, haben wir in unseren Räumen einfach losgelegt und alles Mögliche ausprobiert. Nicht immer waren Erwachsene zu sehen, aber immer präsent.


Früher oder später richteten es sich dann die meisten auf ihre Weise ein. Manche vertrauten lieber ihren Vorstellungen und sind in ihre Richtung „abgebogen“ und streben noch heute nach Harmonie mit ohne Streit – am Besten nur die Schokoladenseite (TAG 17). Als dann die Autorität in Gesellschaft und Familie wegfielen, öffneten sich im Mikrokosmos Möglichkeiten und insgesamt eine unglaubliche Leere (TAG 15).


Das Geschehen nach Wuhan ist längst in die nachfolgende Geschichte eingegangen (TAG 1). Ohne Ausnahme wurden wir alle mit den bewegenden Bildern und nicht minder mit eigener Unsicherheit konfrontiert. All das hat individuell verschieden etwas mit uns gemacht (TAG 10).  Hier kam es vermehrt zu Anpassung, dort nahm Vermeiden von unangenehmen Gefühlen zu. Niemand hat gar den Verlust der natürlichen Selbstverständlichkeit bestellt.

 

Corona erschien als ein gefährlicher Killervirus (TAG 12), mitunter nahm man den Kampf auf und befindet sich noch jetzt im Krisenmodus (TAG 3). Besser einmal zu viel auf Nummer Sicher gehen, als zu wenig, fordert die Mehrheit auch weiterhin mehr Maßnahmen (TAG 8). Viele haben Vertrauen gefunden und es sich irgendwie in der Situation eingerichtet, fühlen sich in der Obhut (TAG 7) der neuen, alten „Gastgeber“ wohl (TAG 4). Seit jeher kommt konservative Politik dem Wunsch nach Sicherheit aktiv entgegen (TAG 5).


Auch mit Corona schickt es sich nicht, nach dem Ganzen zu fragen (TAG 6), zu dem bereits jetzt Home Office und Digitales Lernen dazuzugehören scheinen. In der virtuellen und digitalen Welten quasi – oder zumindest nach dem neuen Verständnis – überall zuhause, kommt gut verpackt die angepriesene Ware direkt nach Hause. Mit einem Mausklick öffnen sich virtuelle Strandurlaube, mit „only good vibes“. Den Links von Suchmaschinen und elektronischen Enzyklopädien folgend (TAG 19), weiß man stets wo es langgeht. Gegenwärtig fällt dem Ideal Gesundheit aus dem Ensemble der Werte und Normen eine erhöhte Bedeutung zu (TAG 12) und weiterhin steht Digitalisierung hoch im Kurs. Während auf die aktuell – durch Tagesschau und heute-journal – durchs politische Dorf getriebene Sau, schon die nächste folgt und sowohl für Spannung als auch Spaltung gesorgt ist, nehmen im Rest der realen Welt Verpflichtungen und Möglichkeiten ab.


Leben ist auf Arbeit zugeschnitten. Vereine, Gastronomie und Einzelhandel müssen schließen. Immer seltener wird ein Fuß vor die Türe gesetzt. Im Anschluss an politischer Einflussnahme in Kunst, Literatur und diverse andere Bereiche werden Quoten durchgesetzt. Und auch in dieser Gegenwart spiegelt das Verhalten die Zeit. Auch diese Glaubensgemeinschaft ist nicht wahr, richtig oder falsch (TAG 14), sondern „irgendetwas“ hat sich schlichtweg durchgesetzt (TAG 21) + (TAG 22).


Auch wenn Politik noch vor wenigen Jahrzehnten gänzlich anders und fest im Sattel saß (TAG 9), war früher keineswegs alles besser (TAG 16). Seitdem ist jedoch von Stars und Politikern, über B-Promis, bis hin zum Otto-Normalbürger etwas in Bewegung gekommen. Nicht nur werden Mauern gegen den bösen Anderen und um sich herum aufgebaut, vielmehr wird die individuelle Note und persönliche Ausrichtung höher gewichtet. Ein klein wenig verrückt darf und sollte es schon zugehen. Warum also den eigenen Leib zur Startlinie schleppen, die zu engen Häute abstreifen und sich entwickeln, wenn der Weg der Leichtigkeit längst normal und salonfähig geworden ist. Weder Bezug noch Grund – nichts verpflichtet mehr, als das übriggebliebene und nunmehr umkämpfte Ideal (TAG 20).


Haben wir uns verirrt, dann wäre auch das menschlich (TAG 21). Obendrein steht es Menschen mit Leib und Seele offen, ihr Verhalten zu ändern (TAG 18), nicht weiter in Vorstellungswelten abzubiegen (TAG 13) und den anhaltenden Raubbau nicht weiter mit zu tragen (TAG 11). Beim Menschen gegenüber ankommen, diesem irgendwann wieder ohne Sorge die Hand reichen und ihn in den Arm nehmen (TAG 24).